"Wie Wild at Heart & Bonnie und Clyde": Der erste Trailer zum neuen Frankenstein-Film mit Christian Bale sorgt für Begeisterung
Patrick Fey
Patrick Fey
-Freier Autor
Patrick Fey ist freier Autor und in dieser Funktion unter anderem auch als Filmkritiker für FILMSTARTS.de tätig.

Für ihre erst zweite Spielfilm-Regiearbeit wurde Maggie Gyllenhaal ein erstaunlich hohes Budget zur Verfügung gestellt, um Frankensteins Monster in einer Neuinterpretation rauszulassen. Auf der CinemaCon wurde nun ein erster Trailer vorgestellt.

Warner Bros. Pictures

Nachdem die Vortage ganz im Zeichen Marvels und Sony Pictures standen, rückt nun das Traditionsstudio Warner Bros. in den geballten Blickpunkt der CinemaCon, die dieser Tage traditionell in Las Vegas stattfindet. Mit Maggie GyllenhaalsThe Bride!“ ist man im Hause Warner durchaus ein Wagnis eingegangen, hat man sich das Prestigeprojekt mit Christian Bale als Frankensteins Monster, Jessie Buckley, Annette Bening, Penélope Cruz und Peter Sarsgaard doch 100 Millionen Dollar kosten lassen. Der ausgewählten Presse, die in Las Vegas anwesend sein durfte, präsentierte man nun exklusiv den ersten Trailer zum düsteren, punkigen Frankenstein-Film. Was schon aus Interviews mit Regisseurin Gyllenhaal hervorgegangen ist, bestätigt sich hier: „The Bride!“ versteht sich als radikale Neuinterpretation der klassischen „Bride of Frankenstein“-Geschichte.

Wie Deadline, Variety und Indiewire übereinstimmend berichten, sieht man in der ersten Vorschau Buckleys Charakter, wie sie eine Treppe hinunterstürzt – ein Vorfall, der zunächst wie ein Unfall wirkt. Doch als sie auf einem Labortisch erwacht, verkabelt und augenscheinlich für die Zwecke eines Experiments wiederbelebt, enthüllt Bales Frankenstein'sches Monster: „Es war nicht irgendein Unfall. Alles, was sie getan haben, haben sie absichtlich getan.“ Bevor Bales Figur schließlich verlauten lässt: „Bis dass der Tod uns scheidet.“

Bald darauf war zu sehen, wie das Paar sich, zu düsterem Industrial-Rock, die Waffen anlegt und sich in der Folge wie Bonnie und Clyde durch eine brutale und anarchische Welt bewegt. In einer Szene sehen wir Frankensteins Monster dann, wie es einen Mann in einer Gasse zusammenschlägt. Im Untertitel des Trailers heißt es daraufhin: „Here comes the motherfucking bride“ (zu Deutsch: „Hier kommt die verdammte Braut“).

Ein monsterhaftes Duo

Vor der anwesenden Presse erklärte Gyllenhaal auf der Bühne, dass sie nach ihrem Regiedebüt „The Lost Daughter“, der es 2022 immerhin auf drei Oscar-Nominierungen brachte, bewusst etwas „Größeres, Populäreres, aber dennoch Radikales“ erschaffen wollte. Die Idee für „The Bride!“ sei ihr dann auf einer Party gekommen, wo sie einen Mann mit einem „Bride of Frankenstein“-Tattoo sah. „In der Originalversion [„Frankensteins Braut“] aus den 1930er Jahren“, so Gyllenhaal, „taucht die Braut nur drei Minuten auf und spricht nicht. Doch in unserer Version ist sie alles andere als stumm – sie sprengt alle Erwartungen“, so Gyllenhaal.

Hauptdarstellerin Jessie Buckley, die nach „The Lost Daughter“ erneut mit Gyllenhaal zusammenarbeitete, zeigte sich voll des Lobes für ihre Regisseurin und das Drehbuch. Die Liebesgeschichte zwischen der Braut und dem Monster sei schlichtweg „die punkigste Liebe, die es je gegeben hat“, vergleichbar mit Kino-Gespannen à la „Bonnie und Clyde“ oder Lula Fortune and Sailor Ripley in David Lynchs „Wild at Heart“ – allerdings noch explosiver. Den Figuren in „The Bride“ flöße das Benzin durch die Venen, so Buckley, während sie die Streichhölzer selbst in den Händen halten würden.

Jesse Buckly als „The Bride“ Warner Bros.
Jesse Buckly als „The Bride“

Angesichts der Tatsache, dass sowohl der 90er-Jahre-Film „Mary Shelley’s Frankenstein“ mit Kenneth Branagh und Robert De Niro als auch „Victor Frankenstein” mit Daniel Radcliffe and James McAvoy vor gut zehn Jahren weitgehend als gescheitert betrachtet werden müssen, dürfen wir gespannt sein, wie sich Gyllenhaals üppig budgetierte Version am Box Office behaupten kann. Insbesondere, da mit „Frankenstein“ vom mexikanischen Großmeister Guillermo del Toro ein weiterer Frankenstein-Film noch dieses Jahr auf Netflix anlaufen wird. Darin werden unter anderem Oscar Isaac, Jacob Elordi, Mia Goth und Christoph Waltz zu sehen sein.

Gyllenhaals große Vision – jetzt im IMAX-Format

Hier wird es nun aber kurios, wurde doch Gyllenhaals „The Bride!“ ursprünglich für Netflix konzipiert und erst nach unterschiedlichen kreativen sowie produktionstechnischen Vorstellungen Projekt von Warner Bros. übernommen. Unter anderem soll es darum gegangen sein, dass Gyllenhaal in New York drehen könne – was der Streaming-Riese zuvor abgelehnt hatte. Erstaunlicherweise bestand Warner im Zuge der Übernahme sogar darauf, dass Gyllenhaal im superteuren IMAX-Format drehe. Eine Erfahrung, die die Filmemacherin nun nicht mehr missen möchte. Sie sei nun eine „totale Konvertitin“, wird Gyllenhaal via Indiewire zitiert. Im Laufe des Projektes seien die verschiedenen Bildformate gar zu einem integralen Bestandteil der Erzählung avanciert.

Ursprünglich für Warner Bros. für den Herbst angedacht, sieht Warner nun einen Kinostart für März 2026 vor — vielleicht auch, um Verwechslungen mit del Toros „Frankenstein“ entgegenzuwirken.

Eine andere Romanze, bei der es laut Beschreibung auch reichlich fantastisch zugehen wird, ist Kogonadas A Big Bold Beautiful Journey“ mit Margot Robbie und Colin Farrell. Auf der CinemaCon ist auch für diesen ein Trailer erschienen. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

Vom Regisseur einer der aktuell besten Serien: In "A Big Bold Beautiful Journey" verlieben sich Margot Robbie und Colin Farrell – das zeigt der erste Trailer

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