Global gab es 2008 keinen Film, der sich an den Kinokassen mit „The Dark Knight“ messen konnte. Doch nicht überall hatte der Superhelden-Actionthriller die Nase vorne. In Großbritannien etwa stieg das ABBA-Musical „Mamma Mia!“ mit Einnahmen in Höhe von über 69,16 Millionen Pfund zum erfolgreichsten Film der Kinogeschichte auf! Kein anderer Film spülte zuvor so viel Geld in die UK-Kassen (mittlerweile wurde „Mamma Mia!“ allerdings mehrfach überholt).
Auch in Deutschland war die Lust auf ABBA-Hits und malerische Aufnahmen einer traumhaften Insel größer als das Batman-Fieber: Für das sommerliche Musical wurden 4,3 Millionen Tickets gelöst, für Christopher Nolans DC-Adaption dagegen 2,8 Millionen. Seither ist „Mamma Mia!“ ein Dauerbrenner in deutschen Freiluftkinos und für unzählige Filmfans Sommerpflichtprogramm – wohlverdient!
Falls ihr nach einem Anlass sucht, Sommergefühl zu tanken oder euch auf die „Eurovision Song Contest“-Woche einstimmen wollt: Heute, am 11. Mai 2025, zeigt sixx „Mamma Mia!“ ab 20.15 Uhr. Zudem ist das Musikvergnügen via Joyn* abrufbar und bei Amazon Prime Video im Abo enthalten:
Darum geht es in "Mamma Mia!"
Sophie (Amanda Seyfried) steht kurz vor ihrer Hochzeit und wünscht sich sehnlichst, dass ihr Vater sie zum Altar begleitet. Da sie dessen Identität nicht kennt, schickt sie Einladungen an die drei Männer, mit denen ihre Mutter Donna (Meryl Streep) im Sommer vor ihrer Geburt schäkerte – in der Hoffnung, dass sich die restlichen Fragen noch klären.
Und tatsächlich: Der Architekt Sam (Pierce Brosnan), der schwedische Reisejournalist und Gelegenheitsabenteurer Bill (Stellan Skarsgård) und der britische Bankier Harry (Colin Firth) folgen der Einladung. Nun muss Sophie nur noch die Überraschungsgäste vor ihrer ein abgetackelt-muckeliges Hotel leitenden Mutter geheim halten, bis sich ein geeigneter Zeitpunkt für die Enthüllung findet. Das ist angesichts der turbulenten Hochzeitsvorbereitungen und ausgelassenen Feierlichkeiten gar nicht einfach!
Schließlich treiben sich auf der Insel Donnas beste Freundinnen herum, die Autorin Rosie (Julie Walters) und die Cocktails schlürfende Tanya (Christine Baranski), ebenso wie Sophies auf Klatsch und Tratsch wartenden Freundinnen sowie ihr Verlobter Sky (Dominic Cooper), der Sophie am Strand förmlich mit den Augen auszieht...
Eine Pop-Sinfonie der Sommergefühle
Ein sich vor schäumender Meeresgischt im samtigen Sand sinnlich räkelndes, mit Blicken verzehrendes Paar. Keck argumentierte, schmachtend-leidenschaftlich vorgetragene, lüstern fordernde Liebesgeständnisse. Die sachte untergehende Sonne, die Türkisblau in güldenes Abendrot transformiert. Aber auch alberne Sounds, die übertriebene Gesten untermalen, sowie ein aus dem Nichts auftauchender, watschelnder Junggesellenabschied in bunten Badehosen, der grölend ins Liebesduett einstimmt:
Die „Lay All Your Love On Me“-Sequenz ist die fidele, frivole, feucht-fröhliche Essenz lustvoller Erinnerungen an einen erfüllten Sommer! Im Einklang mit dem restlichen Film, der häppchenweise romantischere, melancholischere und schrillere Töne anschlägt, aber konstant von Theaterregisseurin Phyllida Lloyd und „Thor“-Kameramann Haris Zambarloukos wie ein bewegter Sommerurlaubsschnappschuss festgehalten wird, entsteht eine wahre Pop-Sinfonie sonniger, von unterschiedlichster Liebe befeuerter Lebenslust.
Klingt pathetisch, ist es nicht: Dank der mitreißenden, ins Ohr, Herz und Tanzbein gehenden ABBA-Songs und einer entfesselt-vergnügten Besetzung, der Lloyd offenbar jegliche Selbstkontrolle ausgetrieben hat!
Lebensfrohes Laientheater mit Starbesetzung und Evergreens – im besten Sinne!
Genau so sollte es sein: Streep spielt in „Mamma Mia!“ mit, weil sie sich in die gleichnamige Bühnenvorlage verliebte, als sie das Stück nach 9/11 gesehen hat und es ihr aufzeigte, dass Glück weiterhin möglich ist. Der Film fängt diese lebensbejahende Wirkung auf zeitlose, sich von diesem tragischen Kontext lösende Weise ein, indem Lloyd im allerbesten Sinne filmisches Laientheater mit Superstars und Pop-Megahits schafft:
Die Besetzung schmeißt sich frei von Prätention, Academy-Award-Sehnsucht und Schamgefühl in eine dünne Story, die man mit extremen Gefühlsschwankungen vollgepackt hat. Das holpert dramaturgisch, poltert mit seinen emotionalen Salti – und geht hundertprozentig auf: Brosnan schmettert sich außerhalb seiner Tonlage engagiert was zusammen, Streep bricht Herzen, Cooper wirft sich in Szene, Baranski, Firth und Skarsgård haben ansteckenden Spaß und Seyfried wird zum glühenden Star. Toller, tänzerischer Trubel, zusammengehalten von auffälliger Mode, paradiesischen Schauplätzen und der einmaligen, melancholisch-ausgelassenen Klangmixtur ABBAs.
Heute Abend streamen: Dieser Kino-Hit mit George Clooney und Julia Roberts ist ein Muss für alle Kinder der 1990er-Jahre!*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.