Amazon Prime Video hat „Reacher“, „Cross“ und „Bosch“, bei Netflix verteidigt der „Lincoln Lawyer“ das Recht und auf Disney+ ermittelt seit einer Weile „Will Trent“. Was als Romanreihe seit Jahren, teils Jahrzehnten erfolgreich ist, avancierte wiederholt auch als Streaming-Serie zum Hit. Da will auch AppleTV+ mitmischen und hat sich dafür die seit 2009 laufende, bereits zehn Bücher umfassende Joona-Linna-Reihe von Lars Kepler ausgesucht. Dabei wird man die Thriller-Bestseller des unter einem Pseudonym schreibenden Ehepaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril aber sehr frei adaptieren.
Für die aktuell noch titellose Serie wird man das Geschehen in die USA verlagern und auch der Hauptfigur einen neuen Namen verpassen. Der unter anderem als Sabretooth aus Marvels „X-Men Origins: Wolverine“ sowie vor allem aus Serienerfolg „Ray Donovan“ bekannte Liev Schreiber spielt einen Mord-Ermittler namens Jonah Lynn.
Showtime
Auch wenn die Serie wahrscheinlich auf deutlich weniger Action setzen wird als „Reacher“, dürfte es trotzdem ein paar Vergleiche geben. Denn wie der Protagonist von Amazons Mega-Erfolg ist auch Lynn ein hochintelligenter Ex-Soldat und Einzelgänger, der sich obsessiv in Fälle stürzt, wenn er Ungerechtigkeit wittert. Dann kann er nicht mehr locker lassen und ist auch bereit, die Regeln zu brechen.
Ausgelaugt vom brutalen Großstadtverbrechen, will Lynn in der Serie ein neues Leben beginnen. Statt in Philadelphia wird er nun in einer Kleinstadt in Pennsylvania arbeiten. Doch dort geraten er und seine Familie schnell ins Visier des diabolischen Serienkillers Jurek Walter. Der Fall involviert bald auch Lynns für das FBI arbeitende Adoptivtochter Saga Bauer und schließlich steht der Polizeiveteran vor der Frage: Wie weit wird er gehen, um seine Liebsten zu beschützen?
Planänderung: Mehr "Reacher" statt "Das Schweigen der Lämmer"
Zwei weitere Stars sind bereits fest an Bord. Die unter anderem aus „Deadpool 2“ und „Joker“ bekannte deutsche Schauspielerin Zazie Beetz spielt FBI-Agentin Saga Bauer. Als Serienkiller Jurek Walter darf derweil Stephen Graham, der gerade im Netflix-Mega-Hit „Adolescence“ dabei war, seine böse Seite zeigen. Graham ersetzt dabei Tom Hardy, der (bereits gemeinsam mit Beetz) an Bord war, als das Projekt vor rund zwei Jahren das erste Mal entwickelt wurde.
Damals war es noch der Plan, in der sehr freien Adaption der Lars-Kepler-Romane die eigentliche Hauptfigur der Bücher herauszuhalten. Als Vorbild diente hier eher „Das Schweigen der Lämmer“ und man wollte sich in einer Mini-Serie auf das Duell zwischen einer jungen FBI-Agentin und einem gewieften Serienkiller konzentrieren.
Nun ist der Fokus zurück auf dem Einzelgänger-Ermittler. Schließlich haben all die eingangs gezeigten Streamingtitel bewiesen, dass so ein erbarmungslos für das Gute und dabei auch mal Regeln brechender Charakter aktuell beim Publikum gut ankommt. Der durchaus in einigen Punkten an einen Jack Reacher erinnernde Jonah Lynn ist eine Figur, die durchaus Potenzial für weitere Staffeln hat.
Disney und seine verbundenen Unternehmen / Netflix
Sollte bei den ursprünglichen Plänen der Norweger Øystein Karlsen („Lilyhammer: Staffel 3“) als Showrunner, Autor, Regisseur und Produzent die Gesamtverantwortung tragen, wurde er jetzt von einem Kreativteam abgelöst. Rowan Joffe („28 Weeks Later“, „Tin Star“) und John Hlavin („Shooter“, „Underworld: Awakening“) führen gemeinsam als Showrunner das Schreibteam an. Die Produktion teilen sie sich mit Timothy Van Patten. Der erfahrene TV-Regisseur (u. a. „Die Sopranos“ „Game Of Thrones“ und „Perry Mason“) wird auch die ersten beiden Episoden inszenieren.
Die Dreharbeiten zur ersten Staffel der noch titellosen Serie sollen in diesem Sommer stattfinden. Mit einer Ausstrahlung auf AppleTV+ ist im Laufe des Jahres 2026 zu rechnen.
Die Jagd auf einen Serienkiller steht übrigens auch im Mittelpunkt eines weiteren spannenden Hollywood-Projekts, welches kürzlich angekündigt wurde. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Bestseller über Serienkiller-Jäger wird verfilmt – und dieses prominente Vater-Sohn-Gespann kümmert sich darum