Es war eines der größten Mysterien des 20. Jahrhunderts: Jahrzehntelang hielt sich das Gerücht, dass die Großfürstin Anastasia von Russland, ihres Zeichens die vierte Tochter des letzten russischen Zarenpaares, der Ermordung durch die Bolschewiki in den Wirren der Russischen Revolution irgendwie entgangen sein könnte. Gestützt wurde diese Theorie durch Schein-Anastasias, denn immer wieder machten Schlagzeilen von Frauen die Runde, die behaupteten, die echte Zaren-Tochter zu sein. Neues Futter bekam die Legende, als 1991 die Leichen der Romanows exhumiert wurden, denn in der Ruhestätte fehlten tatsächlich die Überreste eines Kindes.
Wer eine Antwort auf die Frage nach dem Verbleib der Blaublüterin erhalten möchte, der kann am heutigen 14. Juni 2025 um 20.15 Uhr Super RTL einschalten. Dort wird Don Bluths („In einem Land vor unserer Zeit“) Animationsklassiker „Anastasia“ ausgestrahlt, der eine der beliebtesten Theorien um das Verschwinden des adeligen Mädchens aufgreift und daraus einen Animationsfilm zaubert, der sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut.
Wenn ihr an diesem Datum verhindert seid, ihr „Anastasia“ aber dennoch dringend sehen möchtet, dann findet ihr das Musical im Angebot von Disney+:
Und darum geht es in "Anastasia"
Anastasia Nicolai Romanow (Stimme im Original: Meg Ryan), die jüngste Tochter des letzten Zaren, ist die einzige Überlebende der Russischen Revolution aus ihrer Familie. Während ihrer Flucht wird sie jedoch von ihrer Großmutter Marie (Angela Lansbury), die sie begleitet hat, getrennt. Ohne Erinnerung an ihre familiären Wurzeln wächst Anastasia in einem Waisenhaus auf und erhält den Namen Anya.
Als junge Frau beschließt Anya, nach ihrer Familie zu suchen. Dabei begegnet sie dem Hochstapler-Duo Dimitri (John Cusack) und Vladimir (Kelsey Grammer), die sich die Belohnung verdienen möchten, die Anastasias Großmutter Marie für Hinweise auf ihre Enkelin ausgesetzt hat. Den beiden fällt die auffallende Ähnlichkeit Anyas mit einem Bild der jungen Anastasia auf. Daher planen sie, Anya als Anastasia auszugeben, ohne zu ahnen, dass sie tatsächlich die echte Thronfolgerin vor sich haben.
Nicht mehr als ein unterhaltsames Märchen
Natürlich sollte man den Wahrheitsgehalt von „Anastasia“ in Bezug auf die ehemals verschollene Zarentochter allzu ernst nehmen. Dennoch weiß Don Bluths Märchen geschickt mit der Faszination für diese Geschichte zu spielen und spinnt einen bildgewaltigen Animationsfilm mit mitreißend-opulenten Musical-Einlagen um die Legende. Auch wenn es erzählerisch stellenweise doch recht simpel daherkommt, lebt „Anastasia“ von den typischen Don-Bluth-Stärken: Eine emotionale Story mit charmanten Figuren, gehüllt in fantastische Animationswelten, in der jedoch nie vor düsteren Themen wie Tod, Krankheit, Trauer zurückgeschreckt wird.
Und auch in „Anastasia“ kann es manchmal wirklich furchterregend zugehen – und zweifelsohne gehört Hexer Rasputin (Christopher Lloyd), der verzweifelt einen Ausweg aus der Vorhölle sucht, zu den Highlights des Musicals. Da der sich in seine Einzelteile zerlegende Magier für kleine Zuschauer*innen etwas verstörend sein kann, wurde dem Verdammten mit Fledermaus-Begleiter Bartok noch ein niedlicher Sidekick an die Seite gestellt, der später mit „Bartok der Großartige“ sogar seinen eigenen Film erhalten hat.
Wer noch wissen will, was wirklich mit Anastasia passiert ist, bekommt hier noch die Antwort: 2007 vermeldete ein russisches Archäologenteam, dass sie die sterblichen Überreste des von Anastasia gefunden hätten – was auch durch eine DNA-Analyse bestätigt wurde.
Noch mehr Mysterien gibt es im nachfolgenden Streaming-Tipp, der euch in das finstere Mittelalter führt:
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