Heute im TV: Ein monumentales Historien-Spektakel – ohne Werbung!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Ein dank großem Budget opulent ausgestatteter und mit Stars aus unter anderem „300“, „The Big Lebowski“, „Game Of Thrones“ und „Der Baader Meinhof Komplex“ besetzter Film: „Die Päpstin“ ist heute im Free-TV zu erleben.

Papst konnte schon immer nur ein Mann werden, richtig? Also hat es auch nie eine Päpstin gegeben, oder? Nach Ansicht des am Abend im Free-TV laufenden Films und vielleicht ein wenig von ihm inspirierter Recherche werdet ihr möglicherweise anders denken. Denn die frühmittelalterliche Johanna beziehungsweise den Papst „Johannes Anglicus“ könnte es tatsächlich gegeben haben. Ob nun historisch verbrieft oder doch nur ein Mythos: Das Ganze ist eine spannende Story und der darauf basierende Film „Die Päpstin“ von Sönke Wortmann („Der Vorname“) ist allemal ansehenswert.

Am heutigen 17. Juli 2025 läuft „Die Päpstin“ um 21.35 Uhr auf ZDFneo. Alternativ ist der FSK-12-Titel als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:

Tolle Bilder und Cast, oberflächliche Story

„Die Päpstin“ ist eine deutsch-britisch-spanisch-italienische Co-Produktion, was allein schon eine Menge über den Umfang des Unternehmens aussagt. Denn allein mit deutschen Mitteln konnte es offenbar nicht gestemmt werden. Bereits 1999 wurde ein Versuch unternommen, den gleichnamigen Weltbestseller der US-Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross zu verfilmen. Damals sollten Oscargewinner Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) die Regie und Franka Potente („Lola rennt“) die Titelrolle übernehmen. Das klappte aufgrund massiver Schwierigkeiten bei der Finanzierung allerdings nicht.

2004 wurde der nächste Anlauf unternommen. Schlöndorff war von der neuen Idee, parallel zum Kinofilm auch eine zweiteilige TV-Fassung anzufertigen, alles andere als begeistert – was er auch öffentlich äußerte. So trennten sich die Rechteinhaber schließlich von ihm und ersetzten auch Potente durch die mit gemischten Produktionen dieser Art dank „Der Baader Meinhof Komplex“ bereits vertraute Johanna Wokalek. Als neuer Regisseur übernahm Sönke Wortmann.

Auch der „Der bewegte Mann“-Macher musste mit Rückschlägen klarkommen, als kurz vor dem geplanten Drehstart Anfang 2007 John Goodman („The Big Lebowski“), sein Wunschkandidat für die Rolle von Papst Sergius II., zunächst absagte. Im August 2008 war endlich alles bereit und die fast viermonatigen Dreharbeiten in Deutschland und Marokko konnten beginnen – dann auch mit Goodman.

Herausgekommen ist dabei ein visuell berauschender, brillant ausgestatteter Film, der deutlich teurer aussieht, als die für europäische Verhältnisse trotzdem schon sehr hohen 22 Millionen Euro Herstellungskosten es vermuten ließen. In Hollywood hätte man für ähnliche Ergebnisse wahrscheinlich das Fünffache an Kohle verblasen. Dazu kommt ein kompetenter Cast, angeführt von Wokalek und mit deutschsprachigen und internationalen Stars wie Goodman, „300“-Veteran David Wenham und dem späteren „Game Of Thrones“-Mimen Iain Glen, aber auch Anatole Taubman („Bis wir tot sind oder frei“), Jördis Triebel („Dark“) oder Claudia Michelsen aus „Ku'damm 56“ gespickt.

Inhaltlich ist das Ganze leider längst nicht so überzeugend. Wie unser Chefredakteur Christoph Petersen in der FILMSTARTS-Kritik schreibt, werden Handlung und Charaktere durch das Drehbuch von „Der weiße Äthiopier“-Autor Heinrich Hadding nur arg oberflächlich porträtiert. Sein Fazit lautet: „‚Die Päpstin‘ erweist sich als bombastisch ausgestattete, schwelgerisch bebilderte, aber auch reichlich triviale Historienunterhaltung.“ Reichen euch die schönen Bilder und die erstklassige Besetzung dennoch, um einzuschalten?

Die Päpstin
Die Päpstin
Starttermin 22. Oktober 2009 | 2 Std. 20 Min.
Von Sönke Wortmann
Mit Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman
User-Wertung
3,1
Filmstarts
2,0

"Die Päpstin": Das ist die Story

Die 814 n. Chr. in Ingelheim am Rhein geborene Johanna (erst: Tigerlily Hutchinson, dann: Lotte Flack) ist schon als Kind etwas Besonderes. Gegen den Willen des strenggläubigen Vaters (Iain Glen) lernt sie heimlich Lesen und Schreiben. Später schafft sie gar den Sprung ins bischöfliche Dorstadt, wo sie beim Grafen Gerold (David Wenham) unterkommt und als einziges Mädchen am Unterricht in der Domschule teilnehmen darf.

Doch dann überfallen Normannen die Stadt und brennen alles nieder. Der mittlerweile erwachsenen Johanna (nun: Johanna Wokalek) gelingt inmitten des Chaos die Flucht in ein Kloster nach Fulda – verkleidet als Mann. Während die Mönche sie für einen der ihren halten, vertieft sie ihr Studium der Medizin und anderer Wissenschaften, die zu dieser Zeit exklusiv Männern zugänglich waren.

Als die Glaubensbrüder dann doch irgendwann Verdacht zu schöpfen drohen, zieht Johanna weiter nach Rom. Dank ihres selbst angeeigneten Wissens und ihrer heilkundlichen Fähigkeiten avanciert sie dort als „Bruder Johannes“ zum engen Vertrauten und Leibarzt des Papstes (John Goodman). Der Heilige Vater erwählt „ihn“ zu seinem designierten Nachfolger, setzt die junge Frau damit aber unbeabsichtigt einem lebensgefährlichen Intrigenspiel aus …

„Die Päpstin“-Hauptdarstellerin Johanna Wokalek wird in Kürze mit einem komplett anderen Film in die Kinos kommen. Anhand des folgenden Artikels könnt ihr euch schon mal über „Milch ins Feuer“ informieren:

"Heute wird kastriert!": Trailer-Premiere zum viel gelobten "Milch ins Feuer" – ein Hohelied auf das Hohenlohische!

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