Die ersten Stimmen zum meistgehypten Horrorfilm des Jahres sind da: Trotz 100 Prozent auf Rotten Tomatoes solltet ihr sie unbedingt mit Vorsicht genießen!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

„Weapons - Die Stunde des Verschwindens“ steht bei Horrorfans ganz weit oben auf der Liste der Filme, die man dieses Jahr unbedingt im Kino sehen muss. Die ersten Kritiken scheinen den Hype zu bestätigen – aber es gibt einen Haken!

Er selbst hat es noch nicht bestätigt, aber die zwei Ereignisse liegen so dicht beieinander, dass eine Verbindung zumindest wahrscheinlich scheint: Aus einem Bieterwettstreit um das Horror-Mystery-Projekt „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“ (Kinostart: 7. August 2025) ging am Ende Warner Bros. als Sieger hervor – während Netflix und Universal Pictures den Kürzeren zogen. Kurze Zeit später feuerte Jordan Peele („Get Out“, „Nope“) sein Management – offenbar, weil er „Weapons“ unbedingt mit seiner eigenen Firma Monkeypaw für Universal produzieren wollte, und nun wenig erfreut darüber war, dass das Projekt stattdessen zur Konkurrenz gewandert ist.

Speziell nach der Veröffentlichung der ersten Trailer steht „Weapons“ aber nicht länger nur bei Jordan Peele, sondern bei so ziemlich allen Horrorfans ganz oben auf der Must-See-Liste – schließlich stammt der Film nicht nur von „Barbarian“-Mastermind Zach Cregger, auch die Prämisse macht einfach direkt Lust, sich kopfüber in das zentrale Mysterium hineinzustürzen:

Um exakt 2.17 Uhr verließen 17 Schüler*innen ihre Häuser, liefen hinaus und verschwanden in einer geraden Linie in die Dunkelheit. Seither fehlt von ihnen jede Spur. Als wäre das nicht schon rätselhaft genug, stammen alle vermissten Kinder auch noch aus der Klasse der Grundschullehrerin Justine Gandy (Julia Garner) – nur ihr Schüler Alex Lilly (Cary Christopher) saß am nächsten Morgen noch wie gewohnt auf seinem Platz...

100 Prozent auf Rotten Tomatoes, aber bislang nur elf Kritiken

Mit dem Ende der Kritiken-Sperrfrist erscheinen in den USA üblicherweise Hunderte Artikel zu einem Film mehr oder weniger gleichzeitig. Zu „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“ sind hingegen bislang nur elf Rezensionen bei der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes gelistet. Offenbar hat das Studio Warner Bros. bislang also nur bestimmten Journalist*innen erlaubt, ihre Texte zu veröffentlichen – während für den Rest weiterhin ein Embargo gilt, das üblicherweise erst ein bis vier Tage vor Kinostart gelüftet wird.

Schon seit einigen Jahren gibt es ja das Vorgehen, dass zunächst einmal nur erlaubt wird, in den sozialen Medien kurze Statements herauszuhauen, aber noch keine richtigen Kritiken veröffentlicht werden dürfen – das sogenannte „Social Embargo“. Da erscheinen dann nach Premieren regelmäßig Hype-Artikel, in denen immer wieder dieselben zwei Dutzend Leute tweeten, dass auch der nächste Blockbuster schon wieder der beste aller Zeiten sei. Das kennt man inzwischen: Man spielt das Spiel mit, aber belustigt sich eher darüber, als jedes Mal wieder auf den Hype hereinzufallen.

Aber die Staffelung der Veröffentlichung von Kritiken ist dann doch noch mal eine andere Hausnummer. Nun möchte ich Warner Bros. keinesfalls vorwerfen, dass sie die Journalist*innen explizit danach ausgewählt haben, wer ihnen möglichst gefällige Texte schreibt. Aber die Besprechungen etwa der großen Trade-Magazine wie Variety, Hollywood Reporter oder IndieWire zu „Weapons“ stehen weiterhin aus. Die Sache hat also zumindest mal ein Geschmäckle, wie man gemeinhin so schön sagt.

"Eine Überraschung selbst für die abgebrühtesten Horrorfans"

Wie gesagt sollte man die folgenden Kritiken deshalb nicht unbedingt für bare Münze nehmen, solange nicht eine repräsentative Zahl von Besprechungen erschienen ist. Aber vorenthalten wollen wir euch die ersten Stimmen zu „Weapons“ natürlich auch nicht (sortiert von völlig begeistert bis eher positiv):

Eric Eisenberg für CinemaBlend: „Der Film ist zugleich intim und episch, erschreckend und setzt Humor gekonnt als Kontrapunkt ein – selbst die leidenschaftlichsten Cineast*innen werden von seinen Überraschungen mitgerissen.“ (Wertung: 10/10)

Josh Korngut für Dread Central: „Schockierend, befriedigend und wird selbst die abgebrühtesten Horror-Fans noch überraschen.“ (Wertung: 10/10)

Chris Evangelista für Slashfilm: „Eine wunderbare Mischung aus düsterer Stimmung und makabrem Spaß – ‚Weapons‘ gehört zu den besten Horrorfilmen des Jahres.“ (Wertung: 9/10)

Shakyl Lambert für CGMagazine: „Ein spürbarer Entwicklungsschritt für Cregger als Filmemacher. Es wirkt, als hätte er die Stärken von ‚Barbarian‘ übernommen und die Schwächen gezielt ausgebessert.“ (Wertung: 9/10)

Rachel Ho für Exclaim!: „Unter der brutalen Gewalt und den blutigen Bildern erzählt Regisseur und Autor Zach Cregger einen Film über die Gefahren von Gruppendenken und Kollektivverhalten – besonders im Hinblick auf junge Menschen.“ (Wertung: 8/10)

Mike Manalo für Geeks of Color: „Insgesamt [...] ein gelungenes Horror-Erlebnis im Kino und ein handwerklich gut gemachter Film.“ (Wertung: 8/10)

Rachel Leishman für The Mary Sue: „Dieser Film ist zwar immer noch furchteinflößend, bietet jedoch eine andere Erfahrung als ‚Barbarian‘ – und ist dennoch genauso fesselnd.“ (Wertung: 8/10)

Edward Douglas für The Weekend Warrior: „Zach Cregger hat vielleicht den ultimativen WTF?!-Film geschaffen – genau das macht ihn aber zu einem so unterhaltsamen Erlebnis.“ (Wertung: 7.5/10)

Matt Neglia für Next Best Picture: „Der Film ist allein schon wegen Creggers ambitionierter Herangehensweise sehenswert – ein Regisseur, der sich noch im Aufstieg befindet und enormes Potenzial mitbringt. Dennoch könnte das Werk viele Zuschauer ebenso frustriert und gespalten zurücklassen wie die Figuren im Film selbst.“ (Wertung: 6/10)

Apropos Hype – habt ihr alle schon mitbekommen, dass gestern der erste Trailer zu „Avatar 3: Fire And Ash“ erscheinen ist:

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