In „American Sweatshop“ spielt „Riverdale“-Star Lily Reinhart die junge Daisy Moriarty, die als sogenannte Content Moderatorin auf Digitalplattformen hochgeladene Videos sichtet, deren Inhalte als anstößig gemeldet wurden. Diese enthalten in hohem Maße auch verstörende Aufzeichnungen von Gewaltverbrechen. Wie Daisys Chefin (Christiane Paul) ihren Angestellten aber erklärt, sind sie als Content Manager nur dafür zuständig die Videos zu entfernen und nicht etwa zur Strafverfolgung weiterzuleiten.
Daisy scheint sich trotz der psychischen Belastungen, die solche real existierenden Jobs zwangsläufig mit sich bringen, mit ihrem eng definierten Handlungsrahmen arrangiert zu haben. Doch eines Tages landet ein Video auf ihrem Tisch, das eine bewusstlose junge Frau, einen Hammer und einen Nagel involviert – und Daisy nicht mehr loslässt. Gegen den Willen ihrer Chefin sucht sie die Polizei auf. Als sich auch diese mit dem Fall nicht auseinandersetzen will, handelt Daisy auf eigene Faust.
So grausig wie gegenwärtig
Die erzählerische Ausgangslage von „American Sweatshop“ ist so grausig wie gegenwärtig: Überall auf der Welt sichten Menschen – meist gegen einen geringen Stundenlohn – in Digitalzentren grausiges Foto- und Videomaterial, das von sozialen Plattformen ferngehalten werden soll. Eindringlich hatte schon 2018 die Doku „The Cleaners“ betrachtet, was für traumatische Folgen diese Arbeit für eine Reihe von philippinischen Content-Moderator*innen nach sich zieht.
Wie tief „American Sweatshop“ im Thriller-Plot auch auf die psychosozialen Aspekte des Phänomens Content Moderation eingehen wird, ist fraglich. Der Trailer vermittelt in jedem Fall die Ästhetik einer kalten, auf Effizienz getrimmten digitalen Arbeitswelt, in der die Psyche der Mitarbeiter ebenso auf der Strecke bleibt wie jeglicher Impuls gerechten Einwirkens.
Ein dystopisch anmutender Sci-Fi-Einschlag lässt sich hier erkennen, für den die deutsche Regisseurin Uta Briesewitz verantwortlich zeichnet. Briesewitz war lange als Kamerafrau tätig und führte anschließend Regie bei namhaften Serien wie „Stranger Things“ „Westworld“ und „Black Mirror“ führte. Das Drehbuch zu „American Sweatshop“ stammt von Matthew Nemeth, der im Writing Room für die Krimiserie von „City On A Hill“ mitwirkte.
Kinostart noch unbekannt
Bereits im März 2025 hat „American Sweatshop“ auf dem South by Southwest Film Festival in Austin, Texas gefeiert. Danach lief der in Köln und Bonn gedrehte Thriller im Programm des Filmfest München – hier hat ihn auch Susanne Gietl für ihre FILMSTARTS-Kritik gesichtet und ihn als „unentschlossen zwischen (nicht immer glaubhaftem) Psychothriller und (emotional unterwältigender) Psychostudie“ schwankenden Film bewertet.
Wann „American Sweatshop“ in den deutschen Kinos startet und ihr euch selbst ein Bild machen könnt, ist noch unbekannt, aber wir halten Euch auf dem Laufenden. In der Zwischenzeit sei euch dieser Thriller fürs Heimkino empfohlen:
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