Heute im TV: Dieser elektrisierende Oscar-Kultfilm hat Anfang der 2000er-Jahre die Massen in die Kinos gelockt
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

Einen Film, einen Song und das Lebensgefühl einer ganzen Generation bekommt ihr, wenn ihr heute um 23.45 Uhr Kabel Eins einschaltet.

Gefühlt gibt wohl kaum einen Millennial, der Eminems „8 Mile” Anfang der 2000er nicht im Kino gesehen hat – oder sich dem damaligen Hype entziehen konnte. Als der Film von „L.A. Confidential"-Regisseur Curtis Hanson ins Kino kam, – vorab wurde sogar Quentin Tarantino für die Regie in Betracht gezogen – war er mehr als nur ein Musikfilm: Er war ein kulturelles Ereignis.

So ziemlich jede*r wollte sehen, wie Eminem – zu dem Zeitpunkt, nach seinem Album „The Marshall Mathers LP", das Riesenhits wie „The Way I Am" und „Stan" beinhaltete – auf der Leinwand performte. Wenig überraschend also, dass der Film weltweit über 240 Millionen Dollar einspielte – bei einem vergleichsweise bescheidenen Budget von nur 40 Millionen. Der Film traf den Nerv seiner Zeit, sprach ein junges, rebellisches Publikum an und brachte Rap endgültig im Mainstream-Kino an.

Gekrönt wurde der Erfolg von einem Oscar für „Lose Yourself“ als besten Filmsong – eine Hymne über den einen Moment, den man ergreifen und nutzen soll – der eine Moment, der alles verändern kann. Und genau davon erzählt auch „8 Mile", den ihr heute Abend um 23.45 Uhr auf Kabel Eins sehen könnt: Es ist die Geschichte eines jungen Mannes und seinem Aufstieg zum Rap-Star – also in Teilen Eminems eigene Lebensgeschichte.

Wer es heute Abend nicht schafft, kann den Film auf Amazon Prime Video leihen* oder im Abo von Joyn+ streamen. Und natürlich bekommt ihr auf Amazon auch die Blu-ray*, in deren Bonusmaterial ungeschnittene Rap-Battle-Szenen und ein Making-of enthalten sind.

Vom Trailerpark zum Mic-Drop

Eminem spielt in „8 Mile" die Rolle des Jimmy „B-Rabbit" Smith Jr., der im heruntergekommenen Detroit der 90er lebt. Aufgewachsen in einem Trailerpark, wünscht er sich nichts sehnlicher, als alldem zu entkommen. Also schuftet er tagsüber in einer Autofabrik, während er sich nachts durch Underground-Battles rappt. Was ihm als weißem Mann in einer schwarz dominierten Subkultur zunächst einmal Hohn und Spott einbringt ...

Als ihm dann bei einem peinlichen Auftritt die Worte im Hals stecken bleiben, scheint sein Traum von der großen Bühne endgültig geplatzt. Zurück im Trailer bei seiner trinkenden und arbeitslosen Mutter Stephanie (Kim Basinger) versucht er, sich irgendwie über Wasser zu halten. Hoffnung schöpft er, als er Alex (Brittany Murphy) kennenlernt – eine junge Frau mit großen Träumen, die in ihm mehr sieht als den Typen aus der Fabrik. Zwischen Brötchenverdienen und Battles kämpft er weiter, gewinnt immer mehr an Selbstvertrauen – bis hin zum großen Finale, das schließlich sein Leben verändert.

Ein Befreiungsschlag auf Beats

„8 Mile" erzählt nicht nur die Geschichte des aufstrebenden Künstlers aus prekären Verhältnissen, sondern auch von Selbstbehauptung, Wachstum und dem Suchen nach der eigenen Stimme. Beinahe schon überrascht sah man damals Eminem beim seiner Selbstdarstellung zu – die ihm erstauntlich uneitel und authentisch gelungen ist.

Rodrigo Prietos („Killers Of The Flower Moon", „Barbie") Kamera ist nah dran, fängt jedes Zweifeln, jedes Zucken ein. Und grandioser als von Brittany Murphy und Kim Basinger hätte Eminem gar nicht flankiert sein können. Murphy, die wenige Jahre später viel zu früh sterben sollte, überzeugt mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit, während Basinger lallend zwischen Suff, Scham und Selbstmitleid brilliert.

„8 Mile" ist auch eine kleine Milieustudie und natürlich die Geschichte eines Durchbruchs, bei der immer ein bisschen das amerikanische „vom Tellerwäscher zum Milliardär"-Narrativ mitschwingt. Und doch ist es am Ende auch die Geschichte eines Befreiungsschlags auf Beats – und eine, die die Herzen einer ganzen Generation bis heute noch höher schlagen lässt.

Ihr wollt noch mehr von Eminem sehen? Dann werft einen Blick in diesen Streaming-Tipp:

Anfang des Monats erst im Kino, heute schon im Streaming-Abo: Ein außergewöhnlicher Blick in das Leben einer Musik-Legende

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren