Die französische Produktion „Banden von Marseille“ feierte im Herbst 2020 auf Netflix seine weltweite Premiere. Der Film ist zwar außerhalb des Streamings auch längst fürs Heimkino erschienen, im regulären Fernsehen ist er bisher aber noch nie zu sehen gewesen. Das ändert sich nun am späteren Abend:
„Banden von Marseille“ erlebt seine Free-TV-Premiere am heutigen 9. Oktober 2025 um 22.40 Uhr auf Tele 5. Allerdings darf der Sender den FSK-18-Reißer um diese Zeit nur um die heftigsten Gewaltspitzen gekürzt zeigen. Ungeschnitten kann hingegen die Wiederholung in derselben Nacht um 3.15 Uhr laufen. Ebenfalls „uncut“ gibt es „Banden von Marseille“ weiterhin bei Netflix zu erleben oder auf Blu-ray und DVD:
Der Regisseur von „Banden von Marseille“ ist der bei uns noch immer eher als Schauspieler bekannte Olivier Marchal – einer der Hauptdarsteller der Hit-Serie „Die purpurnen Flüsse“. Lange exklusiv auf Amazon Prime Video, im Frühjahr 2025 dann aber ebenfalls erstmals im Free-TV, lief zudem „Overdose - Überdosis“.
Dabei handelt es sich um einen Cop-Thriller, der „Banden von Marseille“ nicht unähnlich ist. Zu dessen Veröffentlichung ließ Marchal verlauten, dass er in Bezug auf seine Inszenierungen stark von den oft knochenharten französischen Genre-Filmen der 1970er und frühen 1980er beeinflusst sei – speziell von denen mit seinem Jugendidol Jean-Paul Belmondo wie „Der Profi“, „Angst über der Stadt“ oder „Der Greifer“.
Die DNA dieser in Bezug auf Gewalt oft kompromisslosen Kracher schimmert auch hier schon spürbar durch. Kennern dieses Abschnitts der Belmondo-Filmografie dürfte insbesondere „Der Außenseiter“ in Erinnerung kommen. Denn dieser spielt ebenfalls in Frankreichs zweitgrößter Stadt und enthält die Jagd auf Drogendealer und Gangster als zentralen Plot. Ebenso wie der hier als Identifikationsfigur fürs Publikum dienende, von Lannick Gautry („Morde in Cotentin“) verkörperte Cop war in dem älteren Film auch Belmondos Protagonist ein Polizist, der sich nicht um Regeln und Vorschriften kümmerte, wenn es darum ging, effizient seinen Job zu erledigen.
Wer hier deshalb allerdings einen Retro-Reißer erwartet, liegt falsch. Marchal nutzt die Streifen seiner Jugend lediglich als Inspiration, um einen durch und durch modernen Film zu machen. In Bezug auf seine Action kann „Banden von Marseille“ problemlos mit vielen aktuellen Projekten aus Hollywood mithalten, ohne dass das Ganze unrealistisch und überdreht wirken würde. Das Ergebnis ist zwar kein echter Geniestreich – für Fans des Genres wird aber dennoch mehr als adäquate Unterhaltung geboten.
Kurios und bis heute noch ein wenig rätselhaft ist das, was fast drei Jahre nach seiner Erstveröffentlichung im Mai 2023 mit dem Film passierte. Denn da fand sich Olivier Marchals Arbeit nämlich trotz großer aktueller Konkurrenz plötzlich wochenlang in den Top 10, teilweise sogar auf Platz 2 der Netflix-Charts in Deutschland, Österreich und in der Schweiz wieder.
Ein Grund für dieses Phänomen war auch für FILMSTARTS-Redakteur und Action-Experten Björn Becher in seinem damaligen Artikel zu dieser Entwicklung nicht auszumachen. Etwas seltsam war zudem, dass sich dieses enorme Interesse an „Banden von Marseille“ offenbar allein auf unseren Sprachraum beschränkte. Nirgendwo sonst – nicht einmal im Produktionsland Frankreich – gab es diesen auf einmal ausbrechenden späten Run auf den Film. Vielleicht habt ihr ja eine Idee, woran es gelegen haben könnte, wenn ihr euch den Actioner heute Abend anschaut.
Darum geht's in "Banden von Marseille"
In Marseille haben die Mitglieder eines korsischen Clans ein wahres Massaker in einer Strandbar angerichtet. Die Ermittlungen werden dem für seine unorthodoxen Methoden berüchtigten Richard Vronski (Lannick Gautry) übertragen. Dabei haben Vronski und seine Spezialeinheit von den Anti-Gang-Brigaden es nicht nur mit dem von den Verbrechern verübten Blutbad zu tun, sondern zudem mit der Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Denn auch Major Costa (Moussa Maaskri) und seine Truppe vom Innenministerium sind an dem Fall dran.
Hinter dieser Situation steht der neue Polizeidirektor Ange Leonetti (Jean Reno), der sich vorgenommen hat, in Marseille aufzuräumen – auch innerhalb der eigenen Reihen. Währenddessen greifen die Banden aus den nördlichen Stadtteilen die Korsen an; ein wichtiger Zeuge wird, während er in Untersuchungshaft sitzt, ermordet und die Generalinspektion schickt zu allem Überfluss noch die taffe Katia de Vrindt (Catherine Marchal), um den Cops auf die Finger zu schauen. Und das ausgerechnet, als Vronski und seine Männer versuchen, auf eigene Faust eine riesige Lieferung Drogen an sich zu bringen…
Spannend (und streckenweise ganz schön brutal) ist auch der erstklassig besetzte Thriller, den wir euch im folgenden Streaming-Tipp empfehlen. Schaut ihr rein?
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