2013 wurde in Frankreich zwar ermöglicht, dass lesbische Paare ein Kind nachträglich adoptieren können. Doch bis zu diesem Zeitpunkt durfte in der Geburtsurkunde ausschließlich die biologische Mutter eingetragen werden – ein Umstand, der mit einem ausgesprochen aufwendigen juristischen Verfahren verbunden war, das oft über ein Jahr dauern konnte. Im Jahr 2021 folgte dann eine entscheidende Änderung: Gleichgeschlechtliche Paare konnten nun schon vor der Geburt die gemeinsame Elternschaft offiziell anerkennen lassen.
Regisseurin Alice Douard schildert in „15 Liebesbeweise“ genau diesen bürokratischen Prozess. Sie zeigt, welchen Hürden und Prüfungen ein lesbisches Paar in Frankreich vor und nach der Geburt begegnen muss, wenn es rechtlich als gleichberechtigtes Elternpaar anerkannt werden möchte. Der Film startet am 4. Dezember in den deutschen Kinos. Einen Eindruck, was euch dort erwarten wird, erhaltet ihr heute in der exklusiven Trailer-Premiere bei FILMSTARTS.
Klingt nach schwerer Kost? Tatsächlich dürfte der Film aufgrund seiner präzisen Darstellung bürokratischer Fallstricke beim Publikum mitunter Frustration hervorrufen. Doch Douard gelingt es, die Thematik mit Leichtigkeit, Humor und emotionaler Tiefe zu erzählen. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik überzeugte „15 Liebesbeweise“ auf ganzer Linie und erhielt starke 4 von 5 möglichen Sternen. Das Fazit unserer Autorin Susanne Gietl: „‚15 Liebesbeweise‘ porträtiert leise, scharfsinnig und mit viel Wärme die Facetten moderner Mutterschaft.“
Darum geht’s in "15 Liebesbeweise":
Paris, 2014: DJane und Tontechnikerin Céline (Ella Rumpf) und ihre Ehefrau Nadia (Monia Chokri) erwarten ihr erstes gemeinsames Kind. Die Entscheidung, wer von beiden die Schwangerschaft übernehmen soll, wurde ganz pragmatisch getroffen: Nadia ist 37 Jahre alt – für sie also der richtige Zeitpunkt, Mutter zu werden –, während Céline mit ihren 32 Jahren wohl noch etwas länger Zeit hat, um schwanger zu werden.
Während Nadia als biologische Mutter in drei Monaten das Kind zur Welt bringen wird, muss Céline gegenüber den zuständigen Behörden aber erst ihre Eignung als Mutter unter Beweis stellen. Dafür benötigt sie nicht nur offizielle Dokumente, sondern auch mehrere persönliche Empfehlungsschreiben von Freundinnen und Freunden, die bestätigen sollen, dass sie liebevoll und aktiv in die Versorgung des Kindes eingebunden sein wird.
Nachfolgend könnt ihr euch den Trailer im französischen Original mit englischen Untertiteln anschauen: