Was haben „Blade Runner“, „Total Recall“ und „Minority Report“ gemeinsam? Sie gelten nicht nur als drei der besten Filme aller Zeiten, sondern basieren auch auf einer Buchvorlage des amerikanischen Autoren Philip K. Dick, nämlich „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“, „Erinnerungen en gros“ und „Der Minderheiten-Bericht“. Darüber hinaus dienten aber auch schon zahlreiche anderen von Dicks Geschichten als Vorlage für Sci-Fi-Filme und -Serien – und nun gesellt sich noch ein weiteres ambitioniertes Projekt dazu.
Wie das US-Branchenmagazin Variety berichtet, haben die Dreharbeiten für eine Netflix-Adaption von Philip K. Dicks Roman „The World Jones Made“ begonnen, der 1956 veröffentlicht und bisher noch nie verfilmt wurde.
Die Adaption entsteht unter dem Titel „El Futuro Es Nuestro“ alias „The Future Is Ours“ (also „Die Zukunft gehört uns“) als eine lateinamerikanische Co-Produktion und die erste spanischsprachige Dick-Adaption überhaupt. Verantwortlich dafür ist die Produktionsfirma K&S Films, die mit der Serie „Eternauta“ (aus der auch das Titelbild dieses Artikels stammt) bereits eine ambitionierte und vielbeachtete südamerikanische Sci-Fi-Produktion verantwortete.
Die Handlung von "The Future Is Ours"
„The Future Is Ours“ spielt im Jahr 2047, nachdem eine gewaltige Umweltkatastrophe große Teile von Südamerika zerstört hat. In dieser finsteren Zukunft ist eine Föderation südamerikanischer Länder namens FedSur entstanden, die mit aller Härte gegen Umweltzerstörung vorgeht und versucht, Hunger und Gewalt zu bekämpfen.
Doch dann sorgt auf einmal ein junger Priester namens Jonas Flores (Emiliano Zurita) für Aufsehen, der behauptet, das er die Zukunft vorhersagen kann. Der Polizist Hugo Crussi (Enzo Vogrincic) verhaftet Flores, doch das steigert die Popularität des (vermeintlichen?) Propheten nur noch weiter.
Flores sagt den Untergang von FedSur und das Ende der Umweltkatastrophe voraus, weswegen sich ihm Millionen von lateinamerikanischen Menschen anschließen und ihn als religiösen Führer betrachten, während Crussi verzweifelt versucht, Flores auszuschalten, bevor alles zusammenbricht...
Wer die Vorlage von Philip K. Dick kennt, wird angesichts der offiziellen Synopsis gemerkt haben, dass nicht nur der Handlungsschauplatz nach Südamerika verlegt wurde, sondern im Vergleich zu „The World Jones Made“ auch einige andere Änderungen vorgenommen wurden – etwa Umweltzerstörung statt radioaktive Strahlung und keine Mutanten oder Aliens.
Dabei handelt es sich laut Showrunner und Drehbuchautor Mateo Gil („Das Meer in mir“) um eine bewusste Abweichung, um der Serie einen realistischeren Anstrich zu verpassen. Zudem ist es eine Änderung, der auch Philip K. Dicks Tochter Isa Dick Hackett ihren Segen gegeben hat, die als Ausführende Produzentin an „The Future Is Ours“ beteiligt ist:
„Es gab schon einige erfolgreiche Adaptionen von seinen Werken, aber ich ich hatte das Gefühl, dass bestimmte Filmemacher, ein bestimmtes Verständnis und eine gewisse Diversität bisher fehlten – etwas, das das Werk meines Vaters sehr bereichern und den Horizont dessen, was wir davon gesehen haben und damit verbinden, erweitern würde“, so Isa Dick Hackett.
Übrigens haben wir kürzlich erst über die geplante Verfilmung eines Buchs von Philip K. Dicks Kollegen Robert A. Heinlein berichtet. Mehr darüber erfahrt ihr in diesem Artikel:
Er lieferte die Vorlage für einen der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – jetzt wird ein weiteres seiner Bücher verfilmt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.