2014 verstarb Oscarpreisträger Robin Williams („Good Will Hunting“) und hinterließ eine klaffende Lücke in Hollywood. Wer zu dessen Lebzeiten das Glück hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten, hat für gewöhnlich äußerst positive Anekdoten über die Schauspiel-Ikone zu berichten.
So auch Ethan Hawke („Training Day“), der gemeinsam mit Williams im 1989er-Drama „Der Club der toten Dichter“ vor der Kamera stand. Für beide stellte der Film einen großen Meilenstein in ihrer jeweiligen Karriere dar. Denn während Hawke darin mit seiner erst zweiten Hollywood-Rolle seinen Durchbruch feiern durfte, festigte sein damals vorrangig für Comedy bekannter Kollege seinen Ruf als seriöser Darsteller.
Dafür bediente sich Williams offenbar den durch seine Komödien erlernten improvisatorischen Methoden, wie Hawke gegenüber Vanity Fair verriet.
Ethan Hawke bewunderte Robin Williams am "Der Club der toten Dichter"-Set
In der für das US-Magazin kommentierten Werkschau zu seiner Karriere kam Hawke natürlich auch auf „Der Club der toten Dichter“ zu sprechen. Dabei schwärmte er förmlich von der Zusammenarbeit von Regisseur Peter Weir („Die Truman Show“) und Hauptdarsteller Williams:
„Ich sah, wie er Robin Williams Regieanweisungen gab, was keine leichte Aufgabe ist, denn Robin war ein komödiantisches Genie. Aber dramatisches Schauspiel war zu dieser Zeit noch Neuland für Robin. Und diese Beziehung zu beobachten [...] war etwas, das man nicht mehr vergessen kann. [...] Sie beurteilten sich nicht gegenseitig, sondern haben miteinander gearbeitet“
Besonders die Art und Weise, wie Williams seine Rolle des empathischen Lehrers John Keating spielte, beeindruckte Hawke nachhaltig:
„Er hielt sich nicht ans Drehbuch, und ich wusste nicht, dass man das machen kann. Wenn er eine Idee hatte, setzte er sie einfach um. Er fragte nicht um Erlaubnis. Und das hat mir eine ganz neue Welt eröffnet, dass man so spielen kann. Und Peter gefiel das, solange wir immer noch die gleichen Ziele erreichten, die das Drehbuch vorgab.“
"Der Club der toten Dichter" wurde zu einem Klassiker und Oscar-Gewinner
Der Rest ist bekanntlich Geschichte: Williams’ ergreifende Darbietung brachte ihm seine zweite Oscar-Nominierung ein und auch Peter Weir sowie der Film selbst wurden nominiert. Den Goldjungen erhielt letztendlich zwar nur Tom Schulman für sein Drehbuch, das änderte jedoch nichts daran, dass das Drama zu einem der besten Filme des späten 20. Jahrhunderts zählt und heute ein legendärer Klassiker ist.
Für Hawke zeigte sich beim Dreh einfach, „was großartige Zusammenarbeit bewirken kann“. Der damalige Hollywood-Grünschnabel legte in den Folgejahren selbst eine glorreiche Schauspielkarriere hin, die Arbeit mit Williams hat aber heute offensichtlich immer noch einen besonderen Platz in seinem Herzen.
Ähnlich erging es übrigens auch Pierce Brosnan beim Dreh mit der Comedy-Ikone, wie ihr in folgendem Artikel nachlesen könnt:
"Ich habe wirklich nie mit Robin Williams gearbeitet": Pierce Brosnan erinnert sich an seine Zeit mit dem Kult-Komiker bei "Mrs. Doubtfire"