Wegen Kino-Streit mit Netflix: Sci-Fi-Film vom Macher des Horror-Hypes 2025 könnte nie erscheinen
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Wer dieses Jahr nur einen Horrorfilm schaut, sollte zu Zach Creggers „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ greifen. Bei einem weiteren geplanten Projekt des Regisseurs wird es diese Chance dagegen womöglich gar nicht geben...

Warner Bros.

In rapider Geschwindigkeit hat Zach Cregger den Horror-Olymp erklommen. Avancierte „Barbarian“ noch zum kleinen Must-See-Geheimtipp, gab es an „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ endgültig kein Vorbeikommen mehr. Der gefeierte Horrorfilm stürmte diesen Sommer die Kinos und spielte am Ende weltweit saustarke 267,5 Millionen Dollar ein. Mittlerweile räumen nicht wenige dem Film sogar Chancen auf mehrere Oscarnominierungen ein – vor allem für das beste Drehbuch und die diabolisch aufspielende Schauspielerin Amy Madigan.

Nach zwei originären Ideen erfüllt sich Cregger aktuell einen Traum und verfilmt den Videospielklassiker „Resident Evil“. Doch er hat auch bereits klargemacht, dass der Ausflug in Hollywoods Franchise-System eine Ausnahme ist, weil er das Spiel so liebt und die Chance sieht, endlich die Adaption zu machen, die Fans begeistert. Er wird weiter originäre Stoffe umsetzen.

Einen hat er schon entwickelt. Doch gerade um diesen wird jetzt gestritten.

Netflix will Zach Creggers "The Flood" – aber nicht im Kino

Für Steven Spielbergs Firma Amblin hat Zach Cregger ein Drehbuch namens „The Flood“ geschrieben. Wie schon bei „Barbarian“ und „Weapons“ gibt es größte Geheimhaltung um den Inhalt. So ist nur bekannt, dass es dieses Mal ein Sci-Fi-Film ist. Und er soll noch mal eine Stufe größer sein. Die logische Steigerung nach den beiden vorherigen Filmen.

Doch Amblin hat seinerseits einen Deal mit Netflix, der dem Streamingdienst ersten Zugriff auf Projekte der Firma gibt. Und nach dem riesigen Erfolg von „Weapons“ war für Netflix klar, dass man bei „The Flood“ zuschlagen muss. Doch Cregger ist seinerseits ein Verfechter des Kinoerlebnisses. Der Regisseur will, dass „The Flood“ für einen längeren Zeitraum auf der großen Leinwand gezeigt wird. Und hier kommt es jetzt zum Problem.

Das Branchenmagazin TheWrap berichtet, dass Netflix-Film-Chef Dan Lin extra nach Prag geflogen sei, wo Cregger gerade „Resident Evil“ dreht. Dort brachte er die Möglichkeit ins Spiel, dass Netflix einer Kinoveröffentlichung zustimmt. Allerdings sei Lin im Anschluss von seinem Boss, Netflix-Co-CEO Ted Sarandos, zurückgepfiffen worden. Der machte schon in der Vergangenheit deutlich, dass er Kino für ein überholtes Relikt der Vergangenheit hält. Zwar bringt Netflix noch Titel in die Kinos. Es geht dann aber in erster Linie darum, Oscar-Kriterien (wie gerade bei „Frankenstein“) zu erfüllen oder Marketing-Stunts (zuletzt „KPop Demon Hunters“) zu setzen. Ein richtiges, exklusives Kinofenster will Sarandos eigentlich vermeiden.

Wie geht es mit "The Flood" weiter?

„The Flood“ wird aufgrund Creggers vorheriger Filme mit großer Spannung erwartet. Die Hoffnung vieler Kinofans ist daher, dass Netflix nachgibt – mit einer von zwei Möglichkeiten. Netflix hat trotz der eigentlich klaren Ablehnungspolitik Filmschaffenden bereits Kinostarts, wenn auch meist mit stark verkürztem Exklusivfenster, zugestanden und könnte Creggers Wunsch noch erfüllen. Daneben könnte Netflix das Projekt – gegen eine entsprechende Bezahlung – auch freigeben und dem „Weapons“-Regisseur und Amblin ermöglichen, sich einen Kinoverleih zu suchen.

Allerdings gibt es auch die Gefahr, dass „The Flood“ einfach für immer in der sogenannten Entwicklungshölle bleibt und nicht erscheint. Netflix darf das Drehbuch nicht ohne Zustimmung von Cregger mit einem anderen Regisseur umsetzen, er selbst könnte sich angesichts des Zwists anderweitig orientieren. Angeblich soll Cregger „The Flood“ nach „Resident Evil“ eingeplant haben. Zuletzt bestätigte er aber Gerüchte, dass er ein „Weapons“-Prequel machen will. Einige Insider interpretieren dies bereits als Fingerzeig, dass er bereit ist, etwas anderes in Angriff zu nehmen und Netflix auf „The Flood“ sitzen zu lassen.

Immerhin konnte TheWrap aus zwei Insider-Quellen für Hoffnung sorgende Informationen erhalten. Beide bestritten, dass das Projekt ins Stocken geraten sei. Die Gespräche über „The Flood“ dauern angeblich noch weiterhin an, wobei laut einem der Insider der Film in „aktiver Entwicklung“ sei.

So heißt es weiter abzuwarten und sich bis dahin auf „Resident Evil“ freuen und (mal wieder) „Weapons“ schauen:

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