„Wehrlos - Die Tochter des Generals“ ist ein sehr unterhaltsamer, weil spannender und geschickt konstruierter Thriller mit einem erstklassig aufgelegten John Travolta („Staurday Night Fever“) in der Hauptrolle als Ermittler in einem brutalen Mord. Der Autor dieses Artikels findet, dass der Film von 1999 zu gelungen ist, um in Vergessenheit zu geraten, und empfiehlt euch, ihn am Abend einzuschalten.
„Wehrlos - Die Tochter des Generals“ läuft am heutigen 12. November 2025 um 23.15 Uhr auf ZDFneo. Alternativ könnt ihr den FSK-16-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen des Flatrate-Abos von WOW (ehemals Sky Ticket)* streamen. Zudem ist er als Blu-ray und DVD oder für ein paar Euros als Video-on-Demand* zu haben:
Spannung und Atmosphäre
Sicher, „Wehrlos - Die Tochter des Generals“ ist kein absolutes Meisterwerk wie „Eine Frage der Ehre“. Dafür fehlen dann doch ein wenig die Schärfe der Dialoge, die enorme Komplexität der Charaktere sowie Jack Nicholson. Dennoch dürften die allermeisten Fans des Klassikers oder auch von an diesem sich ebenfalls um eine Verschwörung innerhalb des US-Militärs drehenden Mix aus Thriller und Justizdrama Gefallen finden. Spannend präsentiert und nicht allzu einfach vorherzusagen ist das Ganze allemal.
Zudem macht „Pulp Fiction“-Star John Travolta seine Sache als Hauptdarsteller einmal mehr richtig gut. Unterstützt wird er dabei durch Madeline Stowe („12 Monkeys“), James Cromwell („The Green Mile“), Oscargewinner Timothy Hutton („Der Falke und der Schneemann“) und den unvergleichlichen James Woods („Es war einmal in Amerika“). Ins Bild gesetzt wurden sie alle von Simon West, der „Wehrlos - Die Tochter des Generals“ direkt im Anschluss an sein Regiedebüt „Con Air“ und vor dem Angelina-Jolie-Blockbuster „Lara Croft: Tomb Raider“ realisierte.
Mit den genannten, überdrehte Action bietenden West-Krachern hat die Adaption von Nelson DeMilles Bestseller* wenig gemein – auch wenn die Explosionen im Trailer es so aussehen lassen sollen. Stattdessen setzten der Regisseur und sein Chef-Kameramann Peter Menzies Jr. („Stirb langsam - Jetzt erst recht“) hier viel mehr auf eine knisternde Spannung und hitzig-schwüle Atmosphäre im US-Südstaat Georgia, wo sie ihren Streifen drehten. Vor diesem Hintergrund liefert West einen klassisch anmutenden Whodunit-Krimi ab, bei dem wir als Zusehende mitraten und Spaß an den falschen Fährten haben können, die gelegt werden.
Travolta, der den eigentlich zunächst für den Part vorgesehenen Michael Douglas ersetzte, hatte offensichtlich Spaß an seiner Rolle. Erlaubte diese ihm doch, einen hochintelligenten Ermittler darzustellen und dennoch einige witzige One-Liner rauszuhauen. Dabei kämpft der Protagonist als überzeugter Soldat mit seiner Loyalität der Army gegenüber, als er zu realisieren beginnt, was innerhalb der von ihm so geliebten Organisation vorgeht.
An der Seite des damaligen Superstars überzeugt Madeline Stowe als deutlich ernstere und sachlichere Agentin. Die zwei ergeben ein gutes, professionelles Team. Eine ausführliche Liebesszene zwischen ihren Figuren wurde zum Glück noch vor dem Kinostart aus dem Film herausgenommen – hätte diese die Handlung und die Charaktere doch wohl zu sehr verwässert.
"Wehrlos - Die Tochter des Generals": Das ist die Story
Innerhalb der Militärbasis Fort MacCallum ist eine junge Offizierin (Leslie Stefanson) brutal vergewaltigt und ermordet worden. Daraufhin beginnen die Militär-Cops Brenner (John Travolta) und Sunhill (Madeline Stowe) unter enormem Druck ihrer Vorgesetzten mit der Aufklärung des Falls. Das Opfer ist nämlich die Tochter des mächtigen Generals Campbell (James Cromwell), der kurz davor steht, zum Kandidaten für die US-Vizepräsidentschaft ernannt zu werden.
Um Campbells Ruf zu schützen, werden Brenner und Sunhill von dessen Assistenten Colonel Fowler (Clarence Williams III) angewiesen, einfach nur eine schnelle und plausible Erklärung für die Tragödie zu finden. So wolle man verhindern, dass das FBI sich einschaltet und dadurch die Medien Wind von der Sache bekommen. Entschlossen, die ganze Wahrheit aufzudecken, beginnt das Duo allerdings, in der Vergangenheit des Opfers zu graben, und entdeckt, dass die Frau ein Doppelleben führte…
Der Kino-Meilenstein „Pulp Fiction“ markierte damals das große Comeback von John Travolta. Dabei scheint er Glück gehabt zu haben, dass Quentin Tarantino den Film überhaupt drehen konnte. Denn zunächst stieß sein Skript allerorten auf Ablehnung, wie ihr im folgenden Artikel lest:
"Das Schlimmste, was je geschrieben wurde": Quentin Tarantino stieß mit seinem Drehbuch zu "Pulp Fiction" auf heftige Ablehnung!*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.