Genau ein Jahr nach Trumps Wiederwahl im Kino: "The Change" ist der Film, den jetzt jeder sehen muss! [Anzeige]
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

„Die Einschläge kommen näher!“ Genau das fühlen gerade viele – und kaum ein Film bringt es so pointiert auf den Punkt wie Jan Komasa in seinem mit Hollywoodstars gepflasterten Polit-Thriller „The Change“ (ab sofort nur im Kino)!

Tobis Film

Vielleicht ist es nur Zufall, dass „The Change“ genau ein Jahr nach der zweiten Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten in den deutschen Kinos anläuft. Aber ein passenderer Termin scheint für den Start des gnadenlos-bissigen Polit-Thrillers trotzdem kaum vorstellbar. Schließlich zeigt der polnische Regisseur Jan Komasa, der es mit seinem vorangegangenen Werk „Corpus Christi“ bis zur Oscar-Nominierung für den Besten internationalen Film gebracht hat, in seinem US-Debüt absolut schonungslos auf, wie eine Gesellschaft Schritt für Schritt immer weiter in Richtung Faschismus abgleitet.

Der geniale dramaturgische Kniff dabei: „The Change“ spielt an fünf aufeinanderfolgenden Hochzeitstagen der Professorin Ellen (Diane Lane) und des Kochs Paul (Kyle Chandler) – und mit jedem Mal ist die familiäre und gesellschaftliche Situation immer noch brisanter, bis man sich vor lauter Anspannung kaum noch zu Atmen traut! Deshalb heißt der Film im Original auch „Anniversary“, also „Jahrestag“ – und genau die werden von Jahr zu Jahr immer bedrückender, bis sich das Ehepaar schließlich fast schon wie Gefangene im eigenen Haus fühlt.

Der deutsche Titel „The Change“ bezieht sich hingegen auf den Titel eines Buches, das Liz (Phoebe Dynevor), eine Ex-Studentin von Ellen und die neue Freundin ihres Sohnes Josh (Dylan O'Brien), geschrieben hat – und in dem sie nicht weniger als die Abschaffung der bestehenden Parteien fordert. Im Verlauf der Jahre wird „The Change“ nicht nur zu einem Weckruf, sondern auch zu einer Art Gebrauchsanweisung für all die schlummernden faschistoiden Kräfte im Land – aus einer Idee wird eine Graswurzelbewegung, die immer mehr Macht auf sich vereint.

Die gelöste Atmosphäre trügt, denn selbst in den eigenen vier Wänden geht zunehmend die Angst um: Die Bewegung „The Change“ macht auch vor den persönlichsten Momenten keinen Halt! Tobis Film
Die gelöste Atmosphäre trügt, denn selbst in den eigenen vier Wänden geht zunehmend die Angst um: Die Bewegung „The Change“ macht auch vor den persönlichsten Momenten keinen Halt!

„The Change“ muss dabei aber überhaupt gar nicht zeigen, was im Land alles abläuft. Es reicht völlig, dass uns der Film einmal im Jahr in das Wohnzimmer und den Garten der Familie einlädt – denn so können wir alle uns sehr gut ausmalen, was dort draußen sonst noch alles los sein muss. Und das ist sicherlich keine schöne Vorstellung…

DER NÖTIGE FILM ZUR JETZIGEN ZEIT

… aber eine, die man gerade jetzt auf keinen Fall ignorieren sollte!

Das ist nämlich nicht nur äußerst spannend und grandios besetzt, sondern funktioniert am Ende auch wie ein guter Horrorfilm: Am erschreckendsten ist immer das, was nicht gezeigt wird – und was sich das Publikum deshalb selbst in seiner Fantasie ausmalen muss. Und was das angeht, dürfte es den meisten angesichts der aktuellen Weltlage kaum schwerfallen, sich wahrhaft verstörende Dinge vorzustellen.

Die Einschläge kommen näher. Und „The Change“ wirkt so nahe, dass es eher in Wochen oder Monaten als in Jahren so weit sein könnte…

Ihr wollt wissen, ob „The Change“ auch bei euch im Kino läuft? Auf der offiziellen Filmseite gibt es neben weiteren Infos auch einen Kinofinder, bei dem ihr direkt nachschauen könnt!

facebook Tweet
Das könnte dich auch interessieren