Hollywood-Star Michael Fassbender hat in seiner Karriere schon so einige überaus grandiose Performances hingelegt: Sein streikender IRA-Häftling in „Hunger“, sein britischer Lieutenant in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ oder sein sexsüchtiger Geschäftsmann in „Shame“ sind nur einige Beispiele von vielen Rollen, die der 48-Jährige mit eindringlicher Intensität ausfüllte.
Da erscheint es geradezu unvorstellbar, dass der im baden-württembergischen Heidelberg geborene Schauspieler tatsächlich so etwas wie Selbstzweifel bezüglich seiner darstellerischen Fähigkeiten besitzt. Vor allem eine Rolle stellte ihn vor solch große Herausforderungen, dass er sie fast fallen gelassen hätte.
Dabei handelte es sich um die Titelrolle im Biopic „Steve Jobs“, das im Jahr 2015 in den Kinos erschien. Fassbender verkörperte darin den berühmten Apple-Gründer wie gewohnt überzeugend, hatte aber schon während der Vorbereitungen auf den Part große Schwierigkeiten. Doch wo genau lag das Problem?
Michael Fassbender hielt sich für Hauptrolle in "Steve Jobs" fehlbesetzt
Der Film von Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“) zeichnet sich unter anderem durch die schnell getakteten und umfangreichen Dialoge von Drehbuchautor Aaron Sorkin („The Social Network“) aus, die bekanntlich dessen Markenzeichen sind. Fassbender war mit dem Skript zunächst allerdings völlig überfordert, wie er 2016 auf dem Toronto Film Festival verriet:
„Es war so komplex! Es war eine solche Herausforderung, und ich lerne langsam, sodass ich, als ich das Drehbuch erhielt und die Gelegenheit bekam, die Rolle zu spielen, wirklich dachte: Das bin ich nicht. Das sollte jemand anderes sein. Es ist eine Fehlbesetzung.“
Die Verzweiflung Fassbenders ging sogar so weit, dass er ungewöhnlich harte Maßnahmen ergreifen wollte: „Während der Proben habe ich nach einem Weg gesucht, um aus diesem Job herauszukommen. Ich erinnere mich, dass ich meinem Fahrer gesagt habe: 'Wenn ich meinen Arm in die Tür stecke, solltest du sie zuschlagen. Das sollte einen Bruch verursachen und mich aus diesem Job herausholen.'“
Glücklicherweise verfolgte er diese Gedankenspiele aber nicht weiter und drehte den Film letztendlich. Bereuen sollte er es im Nachhinein nicht, schließlich wurde er 2016 für seine herausragende Leistung in „Steve Jobs“ sogar mit seiner zweiten Oscar-Nominierung (nach „12 Years A Slave“ 2014) bedacht.
Derzeit könnt ihr Michael Fassbender übrigens in einer Sport-Komödie bewundern, die seit Anfang November im Streaming-Abo von WOW verfügbar ist. In folgendem Artikel erfahrt ihr, um welchen Film es sich handelt:
Neu im Streaming-Abo: Mit dieser auf wahren Ereignissen basierenden Komödie ist der "Thor"-Macher zu seinen Wurzeln zurückgekehrt