Hier wird Batman getötet: Kommt DC-Film vom Macher des Horror-Hypes 2025 auch ohne Zustimmung von James Gunn?
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Bevor Zach Cregger mit Werken wie „Weapons“ zu einem der heißesten Horror-Spezialisten Hollywoods wurde, schrieb er einen DC-Film, in dem Batman direkt zu Beginn stirbt. Wird der jetzt noch Realität?

Warner Bros.

Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass Horror-Spezialist Zach Cregger ein fertiges Drehbuch zu einem DC-Film in der Schublade hat. Kursierte das Projekt erst als möglicher Film über den Joker und Harley Quinn, stellte der zuletzt für „Weapons“ so gefeierte Filmemacher später einiges an der ursprünglichen Berichterstattung richtig. So sind der Joker und Harley nur Nebenfiguren in seinem „Henchman“ betitelten Skript. Vor allem hat er dies schon vor einigen Jahren geschrieben, bevor er bekannt wurde. Er wisse auch nicht, ob es jemals realisiert wird. Er habe so bislang nie mit DC-Boss James Gunn darüber gesprochen. Zudem dürfte das Projekt womöglich nicht in dessen DCU passen, schließlich wird Batman darin zu Beginn der Handlung getötet. Und mit dem kommenden „Resident Evil“-Reboot, den er jetzt in Prag dreht, hat Cregger ohnehin genug zu tun.

Jetzt scheint es aber doch noch eine Möglichkeit zu geben, dass „Henchman“ erscheint – und zwar auf einem durchaus überraschenden Weg. Denn im Magazin Puck wird berichtet, dass Paramount-Co-Boss Josh Greenstein extra zum Drehort des „Resident Evil“-Reboots geflogen ist, um Zach Cregger zu umgarnen. Dabei stellte er ihm in Aussicht, „Henchman“ zu machen. Möglich wäre dies nach einer geplanten Übernahme der aktuellen DC-Heimat Warner durch Paramount. Es wäre eine absolute Ohrfeige für James Gunn.

Ohne James Gunn: Macht jetzt Paramount "Henchman"?

Dazu müssen wir etwas ausholen: Paramount würde kürzlich von Milliardärssohn David Ellison und seiner Firma Skydance übernommen. Der will das Studio massiv ausbauen und ist bereit, sehr viel Geld auszugeben. Vor allem will er sich Filmschaffende exklusiv sichern. So hat man die für „Stranger Things“ bekannten Duffer-Brüder von Netflix abgeworben, damit sie in Zukunft Kinofilme für Paramount machen. Auch Superstar Will Smith wurde mit einem millionenschweren Vertrag an Land gezogen. An Cregger soll man seit einiger Zeit dran sein.

Vor allem will Ellison nach Paramount aber auch Konkurrent Warner aufkaufen. Damit hätte er gleichzeitig auch die Kontrolle über die Marke DC. Viele Fans von Superman und Co. beäugen das skeptisch. Was wird dann aus James Gunns DCU? Heißt eine neue Führung mit neuen Ideen, dass es ein weiteres Mal einen Reboot gibt oder darf Gunn weitermachen wie bisher? Sollten die Informationen von Puck stimmen, wäre das ein Signal, dass Paramount zumindest bereit wäre, DC-Projekte an Gunn vorbeizumachen.

Das ist "Henchman" - ein Film, über den Mann, der Batman getötet hat

Creggers Skript für „Henchman“ soll stark von einer Episode der „Batman“-Animationsserie aus den 90er-Jahren beeinflusst sein. Wie in der Folge „Der Mann, der Batman getötet hat“ beginnt auch sein Film damit, dass ein eigentlich eher wenig beachteter Kleinganove versehentlich Batman tötet. Plötzlich ist der kleine Handlanger die große Nummer in der Unterwelt von Gotham. Denn er hat das Unmögliche geschafft.

Doch nicht alle sind glücklich mit seinem Treiben. Vor allem der Joker und Harley Quinn sind sauer, dass ihr Erzfeind nicht mehr da ist und es nicht sie waren, die ihn besiegt haben. Bald wächst dem Henchman so sein neuer Ruhm und die Probleme, die er mit sich bringt, über den Kopf.

Mit der aktuellen DC-Führung um Gunn wäre es womöglich schwierig, ein solches Projekt unterzubringen. Schließlich wird Batman im DCU erst demnächst eingeführt und dann noch viele Jahre gebraucht. Eine sogenannte Elseworlds-Umsetzung wäre zwar denkbar, aber ist auch unter Gunns Leitung eher fraglich. Es ist kaum zu vermuten, dass er neben seinem geplanten DCU-Batman und der bereits existierenden Elseworlds-Interpretation von Robert Pattinson in den „The Batman“-Filmen noch einen dritten Dunklen Ritter haben will. Einzige kleine Möglichkeit wäre unserer Meinung nach, dass „Henchman“ auch den Twist aus der Animationsserie wiederholt. Da ist es wenig überraschend, dass Batman dann doch nicht tot ist und zurückkehrt, um den Kleingauner vor dem Joker zu retten.

Darum ist diese Nachricht so interessant

Die Geschichte über die Paramount-Offerte ist so weniger wegen „Henchman“ selbst höchst interessant und faszinierend. Schließlich verrät es uns, dass das Studio bei einer Übernahme von Warner wohl wirklich kein Problem hätte, den aktuell alles in Sachen DC kontrollierenden James Gunn zu übergehen. Das dürfte diesem gar nicht gefallen und zeigt unserer Meinung nach bereits jetzt, dass hier eine langfristige Zusammenarbeit schwierig werden würde. Wenn Paramount am Ende Warner übernimmt, dürfte Gunns Abgang nur eine Frage der Zeit sein – und damit auch das jetzige DCU nicht mehr wie geplant weiterbestehen.

Allerdings kann es noch dauern, bis eine solche Übernahme wirklich erfolgt. Mit Netflix und Comcast gibt es zudem noch weitere Interessenten für Warner, sodass gar nicht klar ist, ob Paramount den Zuschlag bekommen wird.

Kommt "Henchman" jemals? Deswegen sind wir skeptisch

In Sachen „Henchman“ müssen wir zudem festhalten, dass wir es aktuell für fraglich halten, ob das Projekt wirklich kommen. Unabhängig von der Ungewissheit, ob Paramount Warner übernimmt, ist auch fraglich, ob Zach Cregger das Projekt überhaupt realisieren will, wenn es über den Kopf von James Gunn hinweggeht. Wir halten es für sehr gut vorstellbar, dass er das nur gemeinsam mit Gunn machen will. Dass er ein Drehbuch geschrieben hat, heißt nämlich nicht zwingend, dass er den Film auf jeden Fall machen will. In der Vergangenheit erklärte er zwar, dass er alles andere stehen und liegen lassen würde, wenn ihn Gunn kontaktieren würde, aber das heißt nicht zwingend, dass das unter allen Umständen gilt.

Zudem: Es kommt in Hollywood regelmäßig vor, dass junge unbekannte Autor*innen, auf eigene Faust Franchise-Skripte schreiben, obwohl sie wissen, dass diese niemals verfilmt werden. Es hilft aber, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn mit einer etablierten Marke und einem interessanten Haken (wie „Hier wird Batman getötet“) erhöht man die Chance, überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen und dass Studio-Verantwortliche das unaufgefordert zugesandte Drehbuch nicht direkt in den Papierkorb werfen, sondern mal reinlesen. Und dann sehen sie vielleicht, dass die Person Talent hat und heuern sie für ein anderes Projekt an. Auf diese und ähnliche Weisen begannen einige Hollywood-Lebensläufe.

Auch Cregger legt so mittlerweile eine beeindruckende Karriere hin. Nach dem Geheimtipp „Barbarian“ avancierte „Weapons“ zum Horror-Hype 2025. Jetzt darf er zudem das von ihm geliebte Videospiel „Resident Evil“ verfilmen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

"Resident Evil": Eine der größten Zombie-Sagen aller Zeiten wird neu aufgelegt – und die Besetzung kann sich langsam richtig sehen lassen!

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