Es gehört zu den Besonderheiten der „Avatar“-Filme, dass darin nicht nur menschliche Figuren mit drei Meter großen blauen Aliens interagieren, sondern auch die 76-jährige Sigourney Weaver die Na'vi-Teenagerin Kiri spielen kann – der Performance-Capture-Technologie sei Dank. Die ermöglicht es nämlich, dass die schauspielerische Leistung eines Stars eins zu eins auf die am Computer erschaffene Figur übertragen werden kann.
Das sorgt dann in „Avatar 3: Fire And Ash“ jedoch für eine auf den ersten Blick etwas merkwürdige Figurenkonstellation: Denn wer den Film gesehen hat, weiß, dass sich zwischen der Na'vi-Teenagerin Kiri und ihrem menschlichen, in etwa gleichalten Ziehbruder Spider (Jack Champion) erste zarte Gefühle regen.
Als wir Sigourney Weaver für Interviews zu „Avatar: Fire And Ash“ in Paris getroffen haben, wollten wir von ihr daher wissen, wie es für sie als 76-Jährige war, eine Jugendliche zwischen lauter echten Kindern und Jugendlichen zu spielen, und wie das Zusammenspiel mit ihrem 55 Jahre (!) jüngeren Leindwandpartner Jack Champion funktioniert hat.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
„Wir haben das Training [für das Darstellen eines jungen Na'vi] zusammen gemacht und sie waren sehr liebenswürdig, weil sie nicht zu mir gesagt haben: Was machst du denn hier?“, erklärte uns Sigourney Weaver. „Es war für uns alle etwas unheimlich. Wir mussten Freitauchen und Parkour und all so etwas lernen und das war glaube ich sehr gut für uns als Ensemble.“
Auch sei sie höchstens insofern ein Vorbild für ihre jüngeren Co-Stars gewesen, dass sie stets pünktlich am Set gewesen und ihre Dialogzeilen parat gehabt habe. „Diese Kinder sind so diszipliniert, daher würde ich ihnen nie irgendwelche Ratschläge geben, weil sie wunderbare Instinkte haben und mich nicht brauchen“, so Weaver.
"Er ist ein sehr mutiger junger Mann"
Anschließend wollten wir dann aber noch wissen, wie genau das Zusammenspiel mit Jack Champion funktioniert hat, dessen Figur Spider ja als einziges (Zieh-)Kind von Jake Sully (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldaña) kein Na'vi, sondern ein Mensch ist. Dazu erklärte Weaver:
„Jack musste alle Szenen zweimal spielen. Wir haben also alles auf dem Performance-Capture-Set gedreht. Und dann musste er weitermachen, während er immer größer geworden ist, und zwei Jahre lang einen Lendenschurz tragen auf dem [Live-Action-]Set in Neuseeland, wo wahrscheinlich alle anderen einen Parka getragen haben. Ich finde, er ist ein sehr mutiger junger Mann und er liefert eine wundervolle Performance. Er hat zwei Jahre mit uns [auf dem Performance-Capture-Set] in Los Angeles gedreht und dann nochmal zwei Jahre in Neuseeland.“
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Hier ist vielleicht noch etwas mehr Erklärung nötig: In Los Angeles wurden für „Avatar 2: The Way Of Water“ und „Avatar 3: Fire And Ash“ wirklich nur die Szenen mit den Darsteller*innen der Na'vi gedreht, wobei es keine Kostüme, kaum Kulissen und nicht mal richtige Kameras gab, sondern lediglich die Performance auf einer Volume genannten Bühne eingefangen wurde.
In Neuseeland fand hingegen der Teil der Dreharbeiten statt, bei dem Menschen in Kostümen vor der Kamera stehen. Auch hier wurde allerdings nicht in der freien Natur, sondern komplett in Studios und vor Kulissen gedreht.
Das Ergebnis könnt ihr seit dem 17. Dezember 2025 in den deutschen Kinos bewundern. Wenn ihr auch wissen wollt, wie die Stars von „Avatar 3“ dazu stehen, dass sie für ihre Performance-Capture-Leistungen bisher noch keine Oscars gewonnen haben (und sogar noch nicht mal nominiert waren!), klickt einfach auf den nachfolgenden Artikel:
"Es ist eine Schande": Die Stars von "Avatar 3" verraten uns, warum sie bisher noch keine Oscars gewonnen haben