"Es ist eine Schande": Die Stars von "Avatar 3" verraten uns, warum sie bisher noch keine Oscars gewonnen haben
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Julius hat ein Faible für Sci-Fi-Filme wie "Dune" und dystopische Serien wie "Black Mirror". Die unendlichen Weiten des Weltalls haben es dabei ihm ebenso angetan wie düstere Zukunftsvisionen oder Reisen durch Zeit und Raum.

„Avatar“ und „Avatar 2“ waren zwar große Hits, konnten aber keine Oscars in den Kategorien Bester Film oder Bester Haupt-/Nebendarsteller gewinnen. Im Interview verraten uns die Stars aus „Avatar 3: Fire And Ash“, warum sich das ändern muss.

Avatar - Aufbruch nach Pandora“ ist mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als 2,9 Milliarden Dollar der erfolgreichste Filme aller Zeiten und „Avatar 2: The Way Of Water“ steht mit 2,3 Milliarden Dollar immerhin auf Platz 3. Doch der gewaltige Erfolg an den Kinokassen ist eben nicht alles: Vor allem beim größten und wichtigsten Filmpreis, den Oscars, sind die „Avatar“-Filme bislang ziemlich leer ausgegangen – und daran dürfte sich auch mit „Avatar 3: Fire And Ash“ wohl nichts ändern.

Natürlich muss man dazu sagen, dass „Avatar“ immerhin drei Academy Awards gewinnen konnte (für Kamera, Visuelle Effekte und Produktionsdesign) und auch „Avatar 2“ mit dem Oscar für die Besten Visuellen Effekte auszeichnet wurde.

Doch diese Preise haben in Hollywood einen ganz anderen Wert als die begehrten Trophäen für den Besten Film, für den die ersten beiden Filme immerhin nominiert waren, und die Trophäen für die Beste Hauptdarstellerin oder den Besten Nebendarsteller, bei denen „Avatar“ bislang nie nominiert wurde. Vor allem letzteres scheint für die Stars von „Avatar: Fire And Ash“ ein wunder Punkt zu sein.

Die "Avatar 3"-Stars im Interview

Denn als wir Sam Worthington (Jake Sully), Stephen Lang (Miles Quartich), Zoe Saldaña (Neytiri) und Oona Chaplin (Varang) in Paris zum Interview für „Avatar 3“ getroffen haben, haben wir sie auch auf die bisher ausgebliebenen Oscar-Nominierungen für den Cast und für Performance-Capture-Filme wie „Avatar“ angesprochen. Dabei brachte vor allem Chaplin ihre Gefühle sehr deutlich auf den Punkt: „Das ist eine Schande!“

„Ich bin noch sehr neu dabei, aber als Schauspielerin, die [Zoe Saldaña] in Teil 1, Teil 2 und Teil 3 gesehen hat – ich meine, sie geht in diesem Film so tief. Sie hat mich so oft zum Weinen gebracht. Die Tiefe der Gefühle und die Performance mit ihrem gesamten Körper“, schwärmte die Varang-Darstellerin von ihrer Kollegin. „Und Sigourney Weaver ist die Teenagerin des Jahres! Können wir also bitte diese Leistungen würdigen und feiern? Das ist einfach so wichtig!“

Zoe Saldaña revanchierte sich für dieses überschwänglichen Lob jedoch direkt: „Sie macht hier gerade Werbung für uns, dabei realisiert sie nicht, dass sie gerade den ikonischsten Bösewicht erschaffen hat! Wirklich den ikonischsten!“

Zoe Saldaña war "traurig", weil sie nicht für einen Oscar nominiert wurde

Anschließend ging die Neytiri-Darstellerin dann aber auch noch auf ihre eigenen Gefühle zu der Sache ein: „Als der erste Avatar damals 2009 rausgekommen ist, war ich sehr traurig, weil das komplett übersehen wurde. Es gibt dieses tiefe Verständnis dafür, dass man alte Gewohnheiten nur schwer ablegen kann. Und sobald man erst einmal daran gewöhnt ist, Kunst und Kino auf eine bestimmte Weise zu sehen, ist es sehr schwer eine andere Form zu sehen und zu verstehen, dass es eigentlich dasselbe ist.“

Doch so langsam scheint sich etwas zu tun, findet Saldaña: „Diese Technologie um das Geschichtenerzählen zu verbessern, um daraus eine sinnlichere Erfahrung zu machen, ist nur der nächste Schritt für unsere Kunstform. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass das langsam verstanden wird. […] Dass es bei Performance Capture in Wahrheit nur um den Beitrag des Schauspielers zum Geschichtenerzählen geht.“

Sam Worthington: "Die Anerkennung bei den Oscars wird kommen!"

Und Sam Worthington und Stephen Lang schienen da ganz ähnlicher Meinung zu sein: „Sogar einige Schauspieler, die ich kenne, brauchten ein bisschen um zu verstehen, wie dieser Prozess funktioniert. Und die Anerkennung [in Form von Oscars] wird kommen, je mehr wir uns öffnen und sobald die Leute keine Angst mehr davor haben, was wir hier tun. Es ist immer noch Schauspielern. Ganz grundlegendes Schauspielern“, erklärte so etwa Worthington.

Stephen Lang führte diesen Gedanken im Interview weiter aus: Durch die Geheimhaltung um Performance Capture, die erst mit der kürzlich erschienenen Dokumentation „Fire And Water: Die Enstehung der Avatar Filme“ offiziell durchbrochen wurde, herrsche ein großes Missverständnis, wie der ganze Prozess überhaupt funktioniere.

„Es wurde immer als eine Art menschliches Storyboard betrachtet. Als würden wir den Animatoren dabei helfen, die Figuren zum Leben zu erwecken. Aber das trifft es überhaupt nicht. Wenn man sich die Szenen von den Dreharbeiten und im Film Seite an Seite anschaut, dann sieht man, dass die Figuren im Film das direkte Spiegelbild davon sind“, so Lang.

Wie wichtig sind Filmpreise wirklich?

Für den Quaritch-Darsteller sind die Oscars jedoch nicht das wichtigste: „Es geht mir nicht um Filmpreise. Das ist ein wunderbarer Nebeneffekt von jedem großartigen Werk. Das Problem ist: Wenn man fünf Filmpreise zu vergeben hat, gibt es garantiert 15 Performances, die den Preis verdient hätten. Daher muss man irgendwie aussieben.“

Und das scheint auch Sam Worthington ähnlich zu sehen: „Für mich wäre die wahre Anerkennung, wenn sich [durch die ‚Avatar‘-Filme] ein bisschen was verschiebt. Es wäre großartig, wenn andere Filmemacher die Werkzeuge aufnehmen, die [James Cameron] erschaffen hat und verstehen, welche Geschichten sie damit erzählen könnten. Das wäre für mich die Anerkennung in Hollywood.“

„Avatar 3: Fire And Ash“ läuft ab dem 17. Dezember 2025 in den deutschen Kinos. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild davon, ob die Performance im Film Oscar-würdig sind oder nicht. Zumindest in Sachen Budget und Bildgewalt spielt der Film auf jeden Fall in der obersten Liga mit:

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