Ein düsterer Tonfall, realistische Kriegsszenarien und Spezialeffekte sowie ein radikal mutiges, unerwartetes Ende: Das ist der von Gareth Edwards („Godzilla“) inszenierte Sci-Fi-Actioner „Rogue One: A Star Wars Story“ von 2016. Für viele Kenner*innen des Sternenevangeliums und Kritiker*innen zählt der Film gar zu den besten von Disney produzierten Star-Wars-Filmen. Überzeugt zeigte sich auch Carsten Baumgardt in seiner FILMSTARTS-Kritik, in der er „Rogue One“ als „visuell beeindruckenden Kriegsfilm“ und Edwards als einen Filmemacher bezeichnete, der mit diesem Werk „etwas komplett Neues geschaffen“ habe.
Auch an der Kasse zündete „Rogue One“, der mit einem Einspielergebnis von über einer Milliarde Dollar zum weltweit zweiterfolgreichsten Film 2016 avancierte (hinter „The First Avenger: Civil War“). Doch hinter diesem Erfolg steckt ein ganz schönes Chaos rund um Nachdrehs und Skript-Anpassungen. Das bestätigte nun auch nochmal „Rogue One“-Star Mads Mikkelsen.
Umfangreiche Änderungen am "Rogue One"-Skript
„Es gab viele Änderungen in der Geschichte, sie ging hin und her“ sagte Mikkelsen, der in dem Film den Vater von Hauptfigur und Rebellin Jyn Erso (Felicity Jones) mimt, kürzlich in einem Variety-Interview. Und er fand noch deutlichere Worte: „Für einen Star-Wars-Film war das Skript überraschend unfertig.“
Der international als Bond-Schurke bekannt gewordene Schauspieler („James Bond 007: Casino Royale“) spielte mit seinen Äußerungen auf die Probleme bei der (Post-)Produktion von „Rogue One“ an. So war Disney selbst mit dem vorläufigen Endergebnis (sprich: dem Rohschnitt) alles andere als zufrieden und ordnete einen mehrwöchigen Nachdreh und Skript-Korrekturen an. Disney ließ z.B. das Ende überarbeiten und Teile des dritten Akts komplett neu schreiben.
Mikkelsen glaubt nicht, dass es überhaupt jemals eine endgültige, fertige Drehbuchfassung gegeben habe. „Ich denke, die Autoren und Verantwortlichen haben kontinuierlich daran gearbeitet, improvisiert und sind zurückgesprungen, um Szenen neu zu drehen. Und dann kamen sie mit einer besseren Idee.“
Das komplette Video-Interview könnt ihr euch hier anschauen, Mikkelsen spricht ab etwa vier Minuten und 18 Sekunden über „Rogue One“:
"Am Ende ein wirklich schöner Film"
Der Hollywood-Star ergänzte, dass Anpassungen für eine Figur wie seine noch bewältigbar waren: „Meine Figur hatte eine Mission und sie wusste, worin sie bestand.“ Der von Mikkelsen gespielte Wissenschaftler Galen Erso ist als Chefingenieur im „Todesstern-Projekt“ eingebunden – und baut bewusst eine Schwachstelle in die intergalaktische, zerstörerische Superwaffe ein. Darin besteht jene, von Mikkelsen angesprochene „Mission“.
Anders gestaltet sich die Lage laut Mikkelsen bei den Hauptfiguren (Jyn Erso und Rebellen-Offizier Cassian Andor). „Für die Helden des Films war es schwierig, nicht genau zu wissen, wie sich ihre Figuren weiterentwickeln und welche Änderungen sie durchlaufen würden.“ Trotz aller Unsicherheiten bezeichnete Mikkelsen „Rogue One“ als ein Werk, dass sich zu „einem wirklich schönen Film“ entwickelt habe.
Obwohl Gareth Edwards hohe Anerkennung für den ersten „A Star Wars Story“-Film genießt, möchte er nicht mehr zur Filmreihe rund um Luke Skywalker, Han Solo & Co. zurückkehren:
"Ich bin sehr froh, weiterziehen zu können": "Star Wars"-Regisseur möchte nicht mehr zum Sci-Fi-Franchise zurückkehren