"Sie haben immer wieder angerufen und es mir sehr schwer gemacht, Nein zu sagen": Dieser "Stranger Things"-Schurke lehnte seine ikonische Rolle zunächst ab
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Kaum zu glauben: Ein Darsteller wollte nicht die Rolle eines ikonischen "Stranger Things“-Schurke übernehmen – doch die Serienmache gaben nicht auf. Schließlich nahm er an und wurde von der Tiefe seiner Figur überrascht.

Viele kennen sein Gesicht, nur wenige seinen Namen. Gemeint ist Matthew Modine, der kein klassischer Hollywood-Star ist, sondern treffender als Schauspieler beschrieben werden kann, der hinter einer Rolle verschwindet. Seinen Durchbruch feierte er 1987 mit Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“, in dem er als Private Joker die Hölle des Krieges durchlebte.

Danach arbeitete er regelmäßig in sehr unterschiedlichen Produktionen, ohne sich je auf ein bestimmtes Image festzulegen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Robert Altmans Ensemblewerk „Short Cuts“ (1993) sowie Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ (2012) – Beispiele dafür, wie selbstverständlich Modine zwischen anspruchsvollem Autorenkino und großen Studiofilmen wechseln konnte.

Fürs Fans kaum vorstellbar: Matthew Modine wollte nicht bei "Stranger Things" mitspielen

Für ein modernes Publikum ist Modine heute jedoch vor allem ein Gesicht aus Hawkins: In der Netflix-Erfolgsserie „Stranger Things“ spielt er Dr. Martin Brenner, den Leiter eines geheimen Forschungsprogramms, das Kinder zu Versuchszwecken missbraucht. Brenner ist dabei weit mehr als ein eindimensionaler Gegenspieler. Er ist Kontrollfigur, Manipulator und zugleich die einzige Vaterfigur, die Eleven (Millie Bobby Brown, „Enola Holmes“) in ihrer Kindheit kennt. Genau diese widersprüchliche Beziehung bildet einen der emotionalen Grundpfeiler der Serie und prägt Elevens Entwicklung bis in die späteren Staffeln hinein.

Bemerkenswert ist, dass Modine diese prägende Rolle zunächst ablehnte. Im Interview mit The Guardian erzählte er offen von seiner Skepsis gegenüber dem Projekt: „Ich wollte es nicht machen. Die Duffer Brothers haben immer gesagt: ‚Er wird sehr wichtig sein.‘ Sie haben mir nie erzählt, dass er Kinder entführt.“ Nachdem er abgesagt hatte, gaben die Serienschöpfer jedoch nicht auf. „Sie haben immer wieder angerufen und es mir sehr schwer gemacht, Nein zu sagen.“

Matthew Modine als Dr. Brenner in Netflix
Matthew Modine als Dr. Brenner in "Stranger Things"

Am Ende überzeugte ihn ihre Leidenschaft für die Geschichte: „Ich habe auf ihre Begeisterung reagiert – und er wurde zu einer wirklich interessanten, komplexen Figur.“ Diese Komplexität war bis zum Serienende ein zentraler Bestandteil von Brenners Wirkung. Er ist kein klassischer Serienbösewicht, sondern eine Figur, deren Grausamkeit eng mit emotionaler Nähe verknüpft ist. Brenners sogenannte Fürsorge folgt stets einer eigenen Logik, die ihn in seinen Augen rechtfertigt – und ihn gerade deshalb so verstörend macht. Für viele Zuschauer*innen liegt genau darin der Reiz der Figur: Brenner ist jemand, den man ablehnt, aber nicht einfach abschütteln kann.

Modines Spiel trägt entscheidend dazu bei. Er verzichtet auf laute Gesten oder offensichtliche Bedrohung und setzt stattdessen auf Kontrolle, Ruhe und minimale Verschiebungen im Tonfall. Dadurch entsteht eine Spannung, die selbst in stillen Szenen spürbar bleibt. Brenner wirkt nie impulsiv, sondern kalkulierend – was ihn umso gefährlicher erscheinen lässt.

Diese Zurückhaltung hebt die Figur deutlich von anderen Antagonisten der Serie ab, die am Neujahrstag 2026 ihr Ende fand. Ein Ende, das nicht nur bei Netflix die Massen begeisterte, sondern auch in den US-Kinos! Doch ausgerechnet ein oft übersehenes Detail macht den Abschied von „Stranger Things“ noch emotionaler, als viele denken. Mehr dazu im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

Bemerkt? Dieses versteckte Detail in der letzten "Stranger Things"-Szene macht den Abschied noch viel emotionaler

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