"In 30 Jahren feiern wir dann ein Revival": Zum Start von "Toteninsel" sprechen wir mit den "Drei ???"-Darstellern über die Zukunft der Reihe
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt Film. Er vermisst die wöchentlichen Besuche in der Videothek, denn das ziellose Umherirren in den Gängen hat ihm Seherfahrungen wie "Donnie Darko" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" beschert.

„Die drei ??? - Toteninsel“ kommt endlich ins Kino. Passend zum Kinostart hat FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler Julius Weckauf (Justus), Nevio Wendt (Peter) und Levi Brandl (Bob) zum virtuellen Interview getroffen.

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Mit „Die drei ??? - Toteninsel“ erwartet uns ab dem 22. Januar 2026 das inzwischen dritte Leinwand-Abenteuer der Spürnasen aus Rocky Beach in neuer Besetzung. Und wie es der Name schon verrät, haben sich Regisseur Tim Dünschede und Drehbuchautor Anil Kizilbuga dieses Mal eine echte Highlight-Folge als Vorlage ausgesucht, denn dabei handelt es sich um den 100. Fall der Detektive.

Natürlich steht und fällt jedes neue Abenteuer des Trios auch mit der Besetzung. Passend zum Kino-Start von „Toteninsel“ hatte FILMSTARTS-Redakteur und „Die drei ???“-Fan Stefan Geisler die Gelegenheit, mit Julius Weckauf (Justus), Nevio Wendt (Peter) und Levi Brandl (Bob) über ihren Fragezeichen-Werdegang, Pläne für die Zukunft und gemeinsame Tattoos zu sprechen.

Leider lässt sich in verschriftlichen Interviews nur bedingt die Stimmung während des Gesprächs wiedergeben – in diesem Fall besonders bedauerlich, denn das Gespräch mit dem Trio gehörte zu den unterhaltsamsten Interview-Momenten, die ich bisher bei FILMSTARTS erlebt habe. Man merkt wirklich, dass die Drei während der Dreharbeiten gute Freunde geworden sind – was sich übrigens auch auf den Film überträgt.

Sind inzwischen eine richtig eingeschworene Truppe:  Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl Sony
Sind inzwischen eine richtig eingeschworene Truppe: Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl

FILMSTARTS: Ich habe letztes Jahr schon mit eurem Regisseur Tim Dünschede gesprochen und der hat mir erzählt, dass ihr euch zum Abschluss der Dreharbeiten habt tätowieren lassen?

Julius Weckauf: Richtig, alle auf die rechte Arschbacke. (lacht)

Levi Brandl: Stimmt, die Fragezeichen, aber nicht auf die Arschbacke. (lacht)

FILMSTARTS: Ja, auch in der entsprechenden Farbe oder nur Schwarz-Weiß?

Levi Brandl: Schwarz-weiß auf den rechten Knöchel, unten am Fuß.

FILMSTARTS: Das ist schon sehr stark. Was sind denn vor den Filmen eure Berührungspunkte mit den „Drei ???“ gewesen?

Julius Weckauf: Wenn ich früher bei einem Kumpel übernachtet habe, dann mussten wir meist eine halbe Stunde eher ins Bett, damit wir noch eine Folge hören durften. Aber das war so der einzige Berührungspunkt.

Nevio Wendt: Levi und ich sind beide ziemlich große Fans. Ich habe das von meiner Familie mitbekommen. Meine Eltern sind schon seit ihrer Kindheit große Fans. Wir haben einfach immer viel „Die drei ???“ gehört. Das war Bestandteil meiner Kindheit. Umso krasser ist es dann natürlich, selbst bei der Filmumsetzung mitmachen zu dürfen.

Levi Brandl: Ja, in diese Rollen schlüpfen zu dürfen, die man schon damals bei Oma auf Kassette gehört hat, das ist schon heftig.

FILMSTARTS: Wie seid ihr damals eigentlich zu den Fragezeichen geworden? Wie lief das Casting ab?

Levi Brandl: 2021 war das Casting, noch zur Coronazeit, krass, da war ich 12. Von Februar bis Juni. Es begann mit einem E-Casting und ich kam immer eine Runde weiter (bei mir insgesamt 10 Runden). Nach drei Runden, mit weiteren Szenen, gab es dann einen Online-Call mit Tim, dem Regisseur. Und für die Konstellations-Castings bin ich nach Berlin gefahren. Dabei haben wir drei uns das erste Mal gesehen. Und ich hatte schon das Gefühl, dass es da gleich gefunkt hat. (lacht)

Nevio Wendt: Oha, gefunkt sogar! (lacht) Bei mir war es ähnlich. Ich habe erst ein elektronisches Casting aufgenommen und hatte dann einen Video-Call, wo auch Tim [Dünschede], der Regisseur, schon dabei war. Und dann gab es das Casting, bei dem wir in verschiedenen Konstellationen gespielt hat. Levi hat dann mit verschiedenen Peters gespielt, ich mit verschiedenen Bobs usw.

Später kam dann der Anruf, dass ich die Rolle bekommen habe. Anschließend ging es los mit den Proben. Wir hatten etwa ein Probenwochenende vor den Dreharbeiten in Rumänien zum ersten Teil – und da hat es dann gleich super funktioniert. Wir haben uns direkt super verstanden und da angeknüpft, wo wir während des Castings aufgehört hatten.

Julius Weckauf: Ich hatte Glück. Ich wurde direkt angefragt und war dann relativ schnell im Boot. Und durfte dann diese coolen Typen hier kennenlernen.

Die drei ??? - Toteninsel
Die drei ??? - Toteninsel
Von Tim Dünschede
Mit Julius Weckauf, Nevio Wendt, Levi Brandl
Starttermin 22. Januar 2026
User-Wertung
3,6
Filmstarts
3,0
Vorführungen (54)

FILMSTARTS: Spürt ihr eigentlich einen besonderen Druck vonseiten der Fans?

Nevio Wendt: Wir wussten, dass es da eine ziemlich eingeschworene Community gibt. Jeder Fan bringt seine eigene Vorstellung von den Fragezeichen mit. Logischerweise gibt es da nachvollziehbare Schwierigkeiten bei einer Neuinterpretation. Als der erste Trailer veröffentlicht wurde, gab es schon ziemlich viel Kritik. Das war damals für viele die erste Möglichkeit, uns in diesen Rollen zu sehen – und da waren Teile des Fanlagers schon unzufrieden. Das war aber auch zu erwarten. Wir waren da noch relativ jung und wahrscheinlich stellen sich die meisten die Detektive aus Rocky Beach etwas älter vor.

Für uns war aber von Anfang an klar, dass wir niemandem etwas wegnehmen wollen. Wir planen überhaupt nicht, „Die drei ???“ als Hörspielserie oder Buchserie zu ersetzen. Das ist sowieso unmöglich. Wir liefern einfach unseren eigenen Ansatz und hoffen, dass wir damit das Publikum unterhalten können. Und vielleicht hat dadurch auch eine jüngere Generation Zugang zu den Kult-Ermittlern gefunden. Trotzdem war es uns immer wichtig, die Vorlage zu ehren.

Levi Brandl: Auf jeden Fall – man merkt schon, dass da Profis am Werk waren. Aber ich kann mich tatsächlich auch noch erstaunlich gut an den ersten Trailer erinnern. Da gab es dann so ein paar unangenehme Kommentare. Und ich wusste gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Das hat mich dann schon beschäftigt, weil wir doch eigentlich einen coolen Film gedreht hatten. Aber letztlich ist alles gut ausgegangen.

Nevio Wendt: Als der Film dann herauskam, wurde er ja sehr gut aufgenommen. Und auch die Fans waren zufrieden, was eigentlich die größte Ehre ist. Und wir konnten auch neue Leute damit ansprechen.

FILMSTARTS: Vielleicht liegt es ein wenig an den alten Filmen „Das Geheimnis der Geisterinsel“ und „Das verfluchte Schloss“, die ja nicht gerade den besten Ruf genießen. Aber ich finde auch, dass ihr die Figuren schon angemessen verkörpert habt.

Nevio Wendt: Ich finde das Misstrauen aber auch völlig gerechtfertigt. Als Fan ist man natürlich erst einmal skeptisch, wenn es um eine Reihe geht, die einem sehr am Herzen liegt. Das ist vollkommen nachvollziehbar und da sollte man auch niemandem böse sein. Ich glaube, es ist einfach wichtig, dass man so einer Neuinterpretation eine faire Chance gibt. Aber es ist auch völlig in Ordnung, wenn nicht jeder etwas damit anfangen kann.

Auch in ihrem neuen Fall müssen die Detektive wieder jede Menge Herausforderungen meistern Sony
Auch in ihrem neuen Fall müssen die Detektive wieder jede Menge Herausforderungen meistern

FILMSTARTS: Justus, Peter und Bob wurden ja im Laufe der Jahre klare Charaktereigenschaften zugeschrieben. Habt ihr euch bei der Figurengestaltung eigentlich so gewisse Freiheiten genommen oder doch eher klassisch an die Vorlage gehalten?

Julius Weckauf: Wir waren schon relativ klassisch unterwegs, oder? Wir haben uns angeschaut, welche Eigenschaften die Figuren haben, und haben dann überlegt, wie wir das umgesetzt bekommen. Ich habe zum Beispiel wahnsinnig viel gegessen, aber wirklich schlauer bin ich dadurch leider nicht geworden (lacht)

Levi Brandl: Uns wurde schon viel vorgegeben mit dem Kostüm und mit dem Make-up. Ich hatte mir beispielsweise für Bob überlegt, dass der Locken bekommt – so hatte ich ihn mir immer vorgestellt. Und vielleicht einen Ohrring oder zumindest etwas in die Richtung. Das wurde letztlich aber nicht umgesetzt.

FILMSTARTS: Das ist gar kein schlechter Gedanke. Schließlich sind viele Figuren in der Verfilmung modernisiert worden. Nur die Fragezeichen sind verhältnismäßig klassisch geblieben.

Nevio Wendt: Ich habe mich in der Vorbereitung auf das gestützt, was an Stoff da ist. Also natürlich die Bücher und die Hörspiele. Ich glaube, das war bei den anderen beiden genauso. Aber man bringt ganz automatisch ein wenig von sich selbst mit rein. Dagegen kann man nichts machen. Und letztlich ist die Mischung doch ganz vernünftig gelungen...

FILMSTARTS: Wie war denn die Arbeit am Set? Habt ihr euch strikt ans Skript gehalten oder konntet ihr auch eigene Ideen einbringen und ein bisschen improvisieren?

Levi Brandl: Da hatten wir sehr viel Freiheiten. Es gab natürlich immer ein paar vorgegebene Sätze, bei denen man nicht improvisieren kann. Aber wir haben uns die Sätze oft auch so mundgerecht gemacht, dass sie einfacher von den Lippen gingen. Da waren teilweise echte Zungenbrecher dabei.

Nevio Wendt: Das wirkt dann auch viel natürlicher, als wenn man die Sätze einfach nachspricht. Wir sind einfach ein Film und kein Hörspiel, das ist ein Unterschied. Und wenn wir die Sätze genauso sagen, wie sie im Hörspiel vorkommen, würde sich das wahrscheinlich komisch anhören. Es muss sich immer organisch und natürlich anfühlen.

FILMSTARTS: Man merkt euch richtig an, dass ihr auch während der Dreharbeiten zusammengewachsen seid. Gerade im dritten Teil gibt es eine wirklich schöne Gruppenszene – als ihr Wiedersehen auf der Toteninsel feiert.

Nevio Wendt: Ja, definitiv. Die Drehzeiten schweißen brutal zusammen. Wir haben uns auch schon während der Dreharbeiten zum ersten Teil gut verstanden und haben im Anschluss weiter Kontakt gehalten. Und gerade die langen Dreharbeiten zum zweiten und dritten Teil. Das ist so eine intensive Zeit. Du verbringst wirklich jeden Tag zusammen und erlebst gemeinsam tolle Sachen, musst aber auch mal stressige Situationen durchstehen. Das gehört auch irgendwie dazu.

In Rocky Beach warten immer neue Abenteuer Sony
In Rocky Beach warten immer neue Abenteuer

FILMSTARTS: Wie lange haben denn die Dreharbeiten für „Der Karpatenhund“ und „Die Toteninsel“ gedauert? Beide Filme wurden ja am Stück gedreht.

Levi Brandl: Fünf Monate auf jeden Fall.

Nevio Wendt: Und beim ersten Teil waren es so ungefähr 10 Wochen in Rumänien.

FILMSTARTS: Wie hat sich das mit der Schule vereinbaren lassen?

Julius Weckauf: Ich habe im Januar mit der Schule aufgehört. Nach Gran Canaria war es für mich schwer, Schule und alles andere unter einen Hut zu bringen. (lacht) Am Ende hatte ich einfach nicht mehr die richtige Motivation und habe mich entschieden, damit aufzuhören.

Levi Brandl: Also ich bin da vor Ort auf eine deutsche Schule gegangen, so oft ich konnte. Zusätzlich hab ich Online-Nachhilfe bekommen und hatte einen deutschen Lehrer, der mir Nachhilfeunterricht in diversen Fächern gegeben hat. Ich habe da dann auch drei Prüfungen geschrieben und ein Zeugnis bekommen. Das wurde dann von meiner Schule akzeptiert und dann bin ich auf Probe versetzt worden.

Nevio Wendt: Bei mir war es eigentlich relativ entspannt. Ich habe das Glück, dass meine Schule das unterstützt hat. Das war in der elften Klasse – und damit war es noch nicht abiturrelevant. Ich war dann gewissermaßen selbst dafür zuständig, mir den verpassten Stoff anzueignen. Als ich wieder in der zwölften Klasse eingestiegen bin, konnte ich ganz normal weitermachen. Das hat gut funktioniert, weil da ohnehin noch einmal viel wiederholt wird.

FILMSTARTS: Inzwischen ist ja auch schon 3 Jahre her, dass „Das Erbe des Drachen“ in die Kinos gekommen ist. Ihr seid aktuell in einem Alter, mit dem ihr noch mindestens ein bis zwei Filme machen könntet. Habt ihr überhaupt noch Lust auf die Rollen?

Julius Weckauf: Auf keinen Fall, das tue ich mir doch nicht mehr an. Um Gottes willen, mit den Zweien nie wieder. (lacht) Nein, natürlich hätte ich mega Bock.

Nevio Wendt: Also ich hätte auf jeden Fall Lust. Allein um noch einmal Zeit mit den Jungs zu verbringen. Und die Rollen haben uns und unsere Jugend natürlich auch stark geprägt.

Levi Brandl: Es wäre ein Traum, mit dem Duo nochmal einen Film machen zu dürfen.

FILMSTARTS: Und rein theoretisch gibt es ja auch die Rocky Beach Graphic Novel – und inzwischen auch einen Roman. Da sind die Drei Fragezeichen dann schon deutlich älter. Also theoretisch könnt ihr die Rollen einfach die nächsten 40 Jahre spielen.

Nevio Wendt: Aber da sind die dann doch so richtig abgewrackt, oder?

FILMSTARTS: Eigentlich nur Justus, also dementsprechend Julius.

Nevio Wendt: Also Julius, du hast jetzt 20 Jahre, dich auf die Rolle vorzubereiten.

Julius Weckauf: Ich wäre da sofort dabei! In 30 Jahren feiern wir dann ein Revival und ich hole die Jungs dann aus der Kneipe ab – und wir lösen noch einmal einen Fall. Das wäre doch mega. Ich glaube, das würde gut ankommen.

FILMSTARTS: Das wäre absolut fantastisch. Zum Abschluss noch: Habt ihr eine Lieblingsfolge?

Levi Brandl: Folge 125 – „Feuermond“. Eigentlich aber alle Folgen mit Victor Hugenay – und natürlich „Toteninsel“.

Julius Weckauf: Bei mir ist es dann wahrscheinlich „Toteninsel“.

Nevio Wendt: Ich finde die Frage immer schwierig, weil es viele Folgen gibt, die ich sehr gerne mag. Ich bin eher Fan der alten Hörspiele, zum Beispiel „Der rasende Löwe“. Das ist eine absolute Kindheitsfolge von mir. „Die bedrohte Ranch“ und „Nacht in Angst“ finde ich auch sehr cool.

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