David Lynchs surreales Meisterwerk kommt zurück ins Kino: Deutscher Trailer zur Wiederaufführung von "Lost Highway"
Thorsten Hanisch
Thorsten Hanisch
Hat schon im Mutterleib Filme geguckt und darüber geschrieben. Nach der Geburt einfach weitergemacht. Liebt: seltsames Zeug („Beyond the Black Rainbow“, „Tetsuo – The Iron Man“), hasst: langweiliges Zeug (Marvel, Star Wars)

In der Reihe „Best Of Cinema“ kehren Filmklassiker auf die große Leinwand zurück. Nun können sich Fans des 2025 verstorbenen Regie-Großmeisters David Lynch freuen, denn am 3. Februar 2026 ist sein grandioser Höllentrip „Lost Highway“ an der Reihe:

Sämtliche Inhaltsangaben auf Filmwebseiten oder DVD-Covern kann man getrost als hilflose Versuche werten, diesen so rätselhaften wie faszinierenden Trip in menschliche Abgründe irgendwie mit Worten zu greifen. Aber um Filmfans, die noch nicht mit diesem Werk des einzigartigen Filmkünstlers David Lynch in Berührung gekommen sind, zumindest ein paar Anhaltspunkte zu geben, nun der Versuch einer Plot-Zusammenfassung von „Lost Highway“:

„Lost Highway“ erzählt von Saxofonist Fred Madison (Bill Pullman), der mit seiner Frau Renée (Patricia Arquette) in einem Haus lebt, dessen karge Einrichtung ihr Eheleben reflektiert: Die Leidenschaft ist erloschen, Fred schafft es nicht mehr Renée zu befriedigen. Renée ist nicht ehrlich zu Fred und betrügt ihn wahrscheinlich, ihr Ehemann ist dementsprechend misstrauisch.

Eines Tages liegt eine unbeschriftete Videokassette vor der Tür. Auf ihr findet sich eine Aufnahme der Außenansicht ihres Hauses. Am nächsten Morgen finden sie ein weiteres Video – dieses Mal ist verstörenderweise das Innere ihres Hauses zu sehen und wie das Ehepaar im Bett liegt und schläft!

Lost Highway
Lost Highway
Starttermin 10. April 1997 | 2 Std. 15 Min.
Von David Lynch
Mit Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
4,1
Filmstarts
5,0

Kurze Zeit später erscheint auf einer Party eines Freundes von Renée ein mysteriöser Mann (Robert Blake, im Abspann „Mystery Man“ genannt), der optisch an die Mephisto-Figur aus der Faust-Sage erinnert und von sich behauptet gleichzeitig an mehreren Orten zu sein und das, indem er Fred bei sich zu Hause anrufen lässt, auf eindringliche Weise unter Beweis stellt.

Wieder bei sich angekommen, glaubt Fred, dass jemand im Haus ist, aber es ist niemand zu sehen, dafür verschwindet er plötzlich, worauf Renée ihn sucht. Eine Situation wie aus einem Traum, den Fred einen Tag davor geträumt hatte. In der darauffolgenden Szene schaut sich Fred eine weitere Aufnahme an. Es ist zu sehen, wie jemand die Treppe hinaufgeht und das Schlafzimmer filmt, in dem Fred über die zerstückelter Leiche seine Frau kniet und ihren Namen ruft.

Plötzlich sitzt Fred im Polizeirevier und wird von Polizisten verhört, die ihn für den Mörder seiner Frau halten, doch er kann sich an nichts erinnern. Dennoch wird er zum Tode verurteilt und in eine Zelle gesteckt, in der er kollabiert. Doch am nächsten Tag ist nicht mehr Fred in der Zelle, sondern ein junger Mann namens Pete Dayton (Balthazar Getty)…

Mehr als nur ein Genrefilm

Und das waren gerade mal die ersten 50 von insgesamt 135 Minuten! Schwere, verkopfte Kost ist das aber dennoch nicht unbedingt, sondern einfach ein Film, der von Freiheit durchdrungen ist: Im Kern hat man es hier mit einem klassischem Film Noir zu tun, aber Lynch bricht Erzähl-Konventionen auf und unterwirft seiner Geschichte einer traumgleichen, von psychoanalytischen Mustern unterfütterten Logik, wodurch aus seinem Film weit mehr, als „nur“ ein Krimi wird, der sich um unterdrückte Gefühle, Eifersucht, Identität und eine abgründige Femme Fatale dreht.

„Lost Highway“ ist ein Genre-Film, der sein Genre auf eine andere, audiovisuell enorm ausgefeilt inszenierte, Ebene hievt und dabei eindrucksvoll vor Augen führt, dass Film weit mehr sein kann, als nur die Bebilderung von Text. Oder, anders formuliert: Man weiß auch nach dem Abspann nicht, wer der Mystery Man ist, aber vergessen wird man ihn nie wieder!

DIE "BEST OF CINEMA"-REIHE – PRÄSENTIERT VON FILMSTARTS

In einer makellosen 4K-Restaurierung kommt dieses Meisterwerk nun im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe zurück auf die Leinwand, die wir als offizieller Medienpartner unterstützen: „Lost Highway“ ist am 3. Februar 2026 wieder im Kino zu sehen. Und nur im Kino mit sattem Dolby-Sound kann sich der ganze Sog dieses filmischen Trips entfalten.

Wenn ihr Kinokarten für die Wiederaufführung von „Lost Highway“ gewinnen wollt, nehmt einfach an unserem FILMSTARTS-Gewinnspiel auf Instagram teil. Wir verlosen gemeinsam mit Studiocanal insgesamt zehnmal zwei Tickets. Die Gewinner*innen werden unter allen Kommentaren ermittelt, die bis zum 26. Januar 2026 um 23:59 Uhr gepostet wurden.

Und welche Filme euch darüber hinaus noch in der „Best Of Cinema“-Reihe erwarten, erfahrt ihr hier:

Epischer Trailer kündigt den besten "John Wick"-Film von allen und jede Menge Meisterwerke an – die 2026 ihr Kino-Comeback feiern!

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