Das Ende und die Post-Credit-Szene von "Fallout: Staffel 2" erklärt – und was es für Staffel 3 bedeutet
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Seit „Silent Hill“ ihm gezeigt hat, dass es doch auch gute Videospieladaptionen geben kann, hält Gamer Markus sehnsüchtig Ausschau nach weiteren.

Mit Folge 8 ist die zweite Season von „Fallout“ jetzt auf Amazon Prime Video zu Ende gegangen. Im Finale der Sci-Fi-Videospieladaption werden schon die Weichen für Staffel 3 gestellt. Doch was hat es mit der Enklave, Liberty Prime und Co. auf sich?

Amazon Prime Video

Die achte und letzte Folge der zweiten „Fallout“-Staffel hat uns im postapokalyptischen New Vegas einen Showdown an mehreren Fronten geliefert. Dabei wurden viele Fragen zwar beantwortet, aber auch einige neue aufgeworfen, ganz davon abgesehen, dass sich bereits weitere große Konflikte anbahnen. Zum Glück ist eine dritte Staffel von „Fallout“ schon längst bestätigt. Doch wie geht es nach dem Ende von Season 2 darin weiter?

Steckt die Enklave hinter allem?

In der zweiten Staffel „Fallout“ wurde mehrfach darauf verwiesen, dass eine mysteriöse weitere Partei im Hintergrund die Fäden zieht und als Investor von Vault-Tec womöglich sogar über die Geschicke des Mega-Konzerns entscheidet. Und im Finale der Season verdichten sich die Hinweise darauf, dass es sich hierbei um die Enklave handelt, die auch aus den „Fallout“-Spielen bekannt ist.

Die Enklave ist eine Geheim-Gruppierung mit faschistoiden Tendenzen, die aus hohen Kreisen der US-Regierung hervorgegangen ist und sich als deren legitimer Nachfolger sieht. Die Mitglieder missbrauchen ihre Macht für ihre ganz eigene Agenda, die es vorsieht, dass alle Menschen, die nicht Teil der Enklave sind, ausgelöscht werden, und so eine neue Weltordnung unter Führung einer „reinen“ Gruppe „echter Menschen“ aufgebaut wird. Eine detailliertere Vorstellung der Enklave bekommt ihr in unserem folgenden Video:

Auch der letzte Präsident der Vereinigten Staaten, den wir in Folge 7 der zweiten „Fallout“-Staffel in einem Flashback zu Gesicht bekommen haben (gespielt von „Fallout“-Veteran Clancy Brown) war Teil der Enklave, die sich bereits vor dem Ende der Welt formiert hat. Im besagten Rückblick hat Cooper Howard (Walton Goggins) dem Staatsoberhaupt die Kalte Fusion übergeben, was erklärt, warum die Enklave ganz zu Beginn der Serie in Besitz der mächtigen Technologie war.

Denn in der allerersten Folge von „Fallout“ haben wir die Enklave bereits kurz zu Gesicht bekommen, als Dr. Wilzig (Michael Emerson) von dort flieht und die Kalte Fusion ins Ödland schmuggelt. Wilzigs kurzer Auftritt in einem anderen Flashback in Staffel 2 hat ebenfalls nahegelegt, dass die Enklave Vault-Tec zu ihren Gunsten manipuliert und Coopers Frau Barb (Frances Turner) dazu gedrängt hat, mit dem Konzern den Nuklearkrieg zu starten.

In der dritten „Fallout“-Staffel werden die Enklave und ihre wahren Absichten dann sehr wahrscheinlich einen größeren Raum einnehmen, sodass wir hier sogar mehr über sie erfahren könnten als in der Videospielvorlage. Zumal ihre Machenschaften direkt mit dem Treiben anderer Figuren der Serie verknüpft zu sein scheinen...

Was ist Hanks Plan?

Den Großteil der zweiten „Fallout“-Staffel hat Ex-Vault-Tec-Mitarbeiter Hank MacLean (Kyle MacLachlan) damit zugebracht, experimentelle Gerätschaften zur Gedankenkontrolle zu perfektionieren und großflächig anzuwenden. Die Technik stammt zwar ursprünglich von RobCo-Chef Robert House (Justin Theroux) – der in der Welt von „Fallout“ vor allem sein eigenes Ding durchzieht –, doch wie es aussieht, werkelt Hank an deren Weiterentwicklung wohl im Sinne der Enklave.

Er möchte die von Gewalt geprägten Menschen des Ödlandes mit den Chips befrieden und so Auseinandersetzungen und Kriegen ein Ende bereiten – wobei die Testsubjekte aber ihren freien Willen, ihre Erinnerungen und somit ihre eigene Persönlichkeit verlieren. Stattdessen werden sie mit der durch und durch freundlichen und harmlosen Persönlichkeit der Kongressabgeordneten Diane Welch (Martha Kelly) gespeist, deren abgetrennter Kopf zu diesem Zweck in der Vault-Tec-Zentrale in Las Vegas aufbewahrt und am Leben gehalten wurde.

Muss für Hanks Pläne mit ihrer friedfertigen Persönlichkeit herhalten: Diane Welch (Martha Kelly) Amazon Prime Video
Muss für Hanks Pläne mit ihrer friedfertigen Persönlichkeit herhalten: Diane Welch (Martha Kelly)

Hanks Tochter Lucy (Ella Purnell) möchte den unmenschlichen Experimenten ihres Vaters jedoch ein Ende bereiten, kommt dafür aber zu spät. Zwar gelingt es ihr (mit Unterstützung des Ghuls), Hank abzuführen und ihm selbst einen Gedankenkontrolle-Chip zu verpassen. Doch enthüllt Hank, dass er bereits viele weitere Leute im Ödland platziert hat, die mit der Technologie ausgestattet sind und Geheimbefehle befolgen, die laut Hank schon vor Jahrhunderten formuliert wurden. Bevor Hank hier aber mehr verraten kann, aktiviert er seinen eigenen Chip und löscht damit seine Erinnerungen.

Was ist Phase 2?

Womöglich ist all das Teil des Plans der Enklave, die Kontrolle über das Ödland zu erlangen. Und womöglich ist es genau dieser Plan, der nun in Phase 2 startet und damit auch bei den Handlungsbögen von Vault-Bewohnerin Steph (Annabel O'Hagan) und Lucys Bruder Norm (Moises Arias) eine Rolle spielt. Die in ihrem Vault belagerte Steph, von der wir erfahren haben, dass sie auch schon vor der Atom-Apokalypse gelebt und sogar mit Hank verheiratet war (!), schickt mithilfe eines geheimen Pip-Boys von Hank nämlich eine Nachricht an die Enklave, in der sie das Einleiten von Phase 2 ordert.

Von einer solchen zweiten Phase war auch bei Norm und den aufgetauten loyalen Vault-Tec-Mitarbeiter*innen aus Vault 31 die Rede. Hier geht es augenscheinlich darum, eine Gruppe von zukünftigen Vault-Tec-Führungskräften die Geschicke der Menschheit in der postnuklearen Zukunft lenken zu lassen – und das unter Zuhilfenahme des sogenannten Forced Evolutionary Virus (FEV), einer Biowaffe, die auch in den „Fallout“-Spiele zu verschiedenen Zwecken eingesetzt wurde (unter anderem von der Enklave).

Fallout
Fallout
Starttermin 2024-04-11
Serie: Fallout
Mit Ella Purnell, Aaron Moten, Walton Goggins
User-Wertung
4,1
Im Stream

Hinter all dem könnte aber in der Tat der viel größere Plan der Enklave stecken, die Vault-Tec ja offenbar ohnehin kontrolliert hat. Auch Norm dürfte nach dem Tod (fast) aller Management-Personen weitere Nachforschungen anstellen und neue Erkenntnisse zu Tage fördern. Es wirkt jedenfalls ganz so, als würden viele der voneinander zunächst losgelöst scheinenden Geschehnisse in der zweiten „Fallout“-Staffel doch enger zusammenhängen.

Krieg zwischen der Legion und der New California Republic – mit größerer Rolle für Macauley Culkin?

Weit weniger rätselhaft ist der Konflikt, der sich jetzt in New Vegas zusammenbraut. Die Überbleibsel der New California Republic sind in der einstigen Glücksspiel-Metropole angerückt, um für Recht und Ordnung zu sorgen – und haben dabei kurzerhand Maximus (Aaron Moten) das Leben gerettet, der nach einem tapferen Kampf beinahe doch noch von den (wohl einst von der Enklave losgelassenen und womöglich mittels des FEV kreierten) Todeskrallen übermannt wurde.

Zeitgleich macht sich aber Caesar’s Legion auf den Weg, New Vegas einzunehmen, nachdem ihr kleiner interner Bürgerkrieg offenbar ein Ende gefunden hat. Die Truppen sind nun unter dem neuen Anführer Lacerta Legate (Macauley Culkin) vereint, der sich die Nachfolge des vorherigen Kaisers erschlichen hat, welcher eigentlich kein Erbe nach seinem Tod, sondern das Ende der Legion gewünscht hat. Damit dürften wir in der dritten Staffel noch mehr vom einstigen „Kevin - Allein zu Haus“-Kinderstar Macauley Culkin in der Rolle zu sehen bekommen. Vor allem aber wird die schon lange schwelende Feindschaft zwischen der NCR und der Legion nun in Vegas zu einem offenen Krieg ausbrechen.

Der neue Kaiser der Legion: Lacerta Legate (Macauley Culkin) Amazon Prime Video
Der neue Kaiser der Legion: Lacerta Legate (Macauley Culkin)

Mittendrin stecken dann wohl auch Lucy und Maximus, die endlich wiedervereint sind, und nun eventuell dem NCR unter die Arme greifen könnten. Spannend wird dabei auch zu sehen sein, welche Rolle Robert House im weiteren Schicksal „seiner“ Stadt New Vegas spielen wird. Zwar hat es den Anschein, als hätte der Ghul das in ein Computer eingespeiste Bewusstsein von House erst einmal abgeschaltet, doch flackert sein Gesicht auf dem Bildschirm kurz noch einmal auf. So leicht dürfte sich der hochintelligente Technik-Pionier jedenfalls nicht geschlagen geben.

Geht es in "Fallout: Staffel 3" mit dem Ghul nach Colorado?

Der Ghul begibt sich indes auf eine ganz andere Mission. Zwar musste er feststellen, dass seine Frau und seine Tochter nicht (mehr?) in ihren Kältekapseln in der Vault-Tec-Einrichtung in Las Vegas waren. Doch dank einer dort gefundenen Postkarte, die auf ihren Aufenthaltsort verweist, schöpft der Ghul neue Hoffnung, dass seine Familie noch am Leben ist.

Also macht er sich nun auf, ins ferne Colorado, um sie ausfindig zu machen. Aus den „Fallout“-Spielen wissen wir, dass sich in den Bergen von Colorado Vault 0 befindet, eine geheime Basis, in der das Bewusstsein der intelligentesten Genies der Menschheit in einen Supercomputer namens Calculator hochgeladen wurden – was wohl nicht ganz zufällig an die Methoden von Robert House erinnert, sich über seinen Tod hinaus am Leben zu halten.

Die Abspannszene von "Fallout: Staffel 2": Was ist Liberty Prime Alpha?

Doch mit der Abreise des Ghuls endet die zweite Staffel von „Fallout“ noch nicht. Tatsächlich folgt nach dem Abspann noch eine Szene, die uns zurück zur Stählernen Bruderschaft führt. Hier dauern die Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Fraktionen offenbar weiterhin an. Fraktions-Anführer Quintus (Michael Cristofer), der die zersplitterte Bruderschaft eigentlich gegen das sogenannte Commonwealth einen wollte, hat davon nun aber die Nase voll und erklärt unheilvoll: „Quintus der Einiger ist tot. Quintus der Zerstörer ist geboren.“

Dabei enthüllt er Baupläne für den sogenannten Liberty Prime Alpha – der ebenfalls schon in den „Fallout“-Spielen vorkam. Beim Liberty Prime handelt es sich um einen gigantischen Kampfroboter, der ursprünglich vom US-Militär schon vor der Apokalypse entwickelt wurde. Quintus scheint nun selbst einen solchen mächtigen Roboter nutzen zu wollen, um seine Gegner ein für alle Mal zu zerschlagen.

Die Liberty-Prime-Pläne in der Post-Credit-Szene von Amazon Prime Video
Die Liberty-Prime-Pläne in der Post-Credit-Szene von "Fallout: Staffel 2"

Ob sein Vorhaben gelingt, erfahren wir dann wahrscheinlich in der dritten Staffel von „Fallout“ – bei der bislang noch unklar ist, wann sie bei Amazon Prime Video erscheint. Wir rechnen derzeit mit einem Release Ende 2027 oder Anfang 2028. Was euch derweil in diesem Monat noch so an Streaming-Neuheiten im Prime-Video-Abo erwartet, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Neu auf Amazon Prime Video im Februar 2026: Der beste Sci-Fi-Film 2023, die blutige Antwort auf "Fluch der Karibik" und noch viel mehr

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren