Mit diesem Film feierte Nicolas Cage seinen größten Triumph als Schauspieler: Nun erscheint sein womöglich bester Film erstmals in 4K im Heimkino
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Nicolas Cage zählt dieses Suchtdrama zu seinen Favoriten in seiner eigenen Vita: Das bitter-faszinierende, mit einem Oscar ausgezeichnete Filmdelirium „Leaving Las Vegas“ erhält endlich ein Heimkino-Upgrade.

Bei solch einer facettenreichen Karriere wie der von Nicolas Cage kann man ins Streiten kommen: Welcher Film ist sein bester?! Ist es eines seiner Blockbuster-Vergnügen der Marke „The Rock“ und „Face/Off“? Ist es eines seiner experimentelleren Werke, wie etwa die Meta-Tragikomödie „Adaption.“? Oder ist es einer der Filme, die Cage von seiner ruhigeren Seite zeigen – beispielsweise „Pig“?

Eins ist klar: Wer eine Nicolas-Cage-Bestenliste zusammenstellt, sollte auf keinen Fall „Leaving Las Vegas“ außer Acht lassen. Das Suchtdrama hat nicht bloß mit fünf Sternen in der FILMSTARTS-Kritik Meisterwerkstatus inne: Mike Figgis' auf Super-16-mm-Material gedrehter, soghafter Las-Vegas-Trip brachte Cage einen Oscar als bester Hauptdarsteller ein und wurde in drei weiteren Academy-Award-Kategorien nominiert.

Darüber hinaus zählte Cage „Leaving Las Vegas“ zu den fünf besten Drehbüchern, denen er sich annehmen durfte. Bald schon erhält das Drama, das somit als sehr guter Kandidat für den Spitzenplatz in einem Cage-Filmranking dasteht, endlich eine ihm gebührende Heimkino-Auswertung: Am 21. Mai 2026 erscheint „Leaving Las Vegas“ erstmals in Deutschland als 4K-Edition!

Die 4K-Edition ist auch bei Amazon* gelistet. Dort ist ebenfalls eine restaurierte Blu-ray-Neuauflage* vorrätig, die parallel zur 4K-Premiere erscheint.

Darum geht es in "Leaving Las Vegas"

Seine Alkoholsucht hat Ben Sanderson (Nicolas Cage) sowohl Karriere als auch sämtliches privates Glück gekostet. Nun beschließt der gescheiterte Drehbuchautor, nach Las Vegas zu fahren und dort all sein Leid hinter sich zu lassen: Er will sich in der Wüstenstadt der Sünde zu Tode trinken. Als er allerdings der vom Pech verfolgten Prostituierten Sera (Elisabeth Shue) begegnet, stützen sich die beiden verlorenen Seelen durch ein Irgendwas zwischen Freundschaft und Affäre. Dabei stellen sie einander strenge Regeln auf: Er darf sie nicht für ihre Arbeit schelten, sie ihm nicht seinen geplanten Suizid ausreden...

Ein höchstpersönlicher Strudel aus Leid und Laster

Regisseur und Drehbuchautor Mike Figgis inszenierte später auch den Thriller „Cold Creek Manor“ sowie das Splitscreen-Experiment „Timecode“, doch das kompromisslose Leidens-, Lust-, Laster- und Liebesdrama dürfte zweifelsohne sein namhaftestes Filmunterfangen sein. Neben reichhaltigem Lob seitens der Filmpresse und Anerkennung in Form von Branchenpreisen winkten „Leaving Las Vegas“ auch respektable Kinoeinnahmen: Bei einem Budget von rund vier Millionen Dollar kam weltweit ein Einspielergebnis von annähernd 50 Millionen Dollar zusammen!

Was angesichts Cages einnehmender, tragisch-faszinierender und leidenschaftlicher Performance sowie Figgis' bitter-berauschender Inszenierung zuweilen in Vergessenheit gerät: „Leaving Las Vegas“ basiert auf einem autobiografisch angehauchten Roman des Schriftstellers John O'Brien, der sich 1994 tragischerweise das Leben nahm.

Regisseur und Drehbuchautor Figgis erklärte, seiner Interpretation des Romans ebenfalls autobiografische Züge verliehen zu haben. Denn er litt unter manisch-depressiven Episoden und fand sein solche Phasen durchstehendes Ich in der Figur des Ben Sanderson wieder.

Falls ihr nach dem somit entstandenen, cineastischen Delirium etwas zur Aufmunterung benötigen solltet: Die Filme in unserem folgenden Heimkino-Tipp gleichen ebenfalls einem ganz speziellen Trip – sind aber deutlich fröhlicher...

Über 7 Stunden Kult pur: Diese Wahnsinnsfilme liebt man oder hasst man – jetzt endlich gibt es sie als Komplettbox im Heimkino

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