Heute erstmals im TV: Oscarprämiertes Schauspielkino mit reihenweise Stars von "Hamnet" über "Fargo" bis James Bond
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kubes aktuelle Lieblingsfilme sind "Train Dreams", "Hamnet", "Song Sung Blue" und "Sentimental Value".

Viel Action solltet ihr nicht erwarten, wenn ihr am Abend die Free-TV-Premiere von „Die Aussprache“ einschaltet. Stattdessen gibt es aber ein sehr prominentes Ensemble an größtenteils weiblichen Stars zu bestaunen. Alles ohne Werbung!

Neben einer berührenden und zum Nachdenken anregenden wahren Geschichte bietet „Die Aussprache“ eine grandiose Besetzung. Falls ihr die wichtigsten Stars im Trailer noch nicht alle erkannt haben solltet, zählen wir sie euch etwas weiter unten in diesem Artikel auf. Hier kommen jetzt aber erst einmal die Daten und Fakten zur ersten Ausstrahlung des Films im Free-TV:

Die Aussprache“ läuft am heutigen 9. März 2026 um 21.50 Uhr auf arte. Zudem steht der Film bereits jetzt als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ könnt ihr den FSK-12-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen des Flatrate-Programms von Amazon Prime Video streamen. Wer kein solches Abo hat, ist für ein paar Euro dort oder bei anderen Anbietern mit einem Video-on-Demand dabei:

Basierend auf einer wahren Geschichte

2018 veröffentlichte die Schriftstellerin Miriam Toews ihren Roman „Die Aussprache“ (Originaltitel wie beim Film: „Women Talking“). Die fiktionale Handlung basiert auf realen Ereignissen in einer mennonitischen Kolonie in Bolivien. Erzählt wird von einem geheimen Treffen verschiedener Frauen einer abgekapselt von der modernen Welt lebenden religiösen Gruppe, die sexuelle Übergriffe durch männliche Gemeindemitglieder erlitten hat. Das Buch avancierte zum Bestseller und ist auch in deutscher Übersetzung erhältlich.

Brad Pitts Produktionsgesellschaft Plan B Entertainment erwarb die Rechte zur Verfilmung. Für die Drehbuchadaption und anschließende Inszenierung wurde die früher als Schauspielerin („eXistenZ“, „Dawn Of The Dead“) erfolgreiche, seit einigen Jahren aber ausschließlich als Regisseurin und Autorin („An ihrer Seite“) tätige Sarah Polley verpflichtet. Bei den Academy Awards 2023 gewann die Kanadierin mit ihrem Skript für „Die Aussprache“ den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.

Für die Hauptrollen hatte die Filmemacherin einen sehr prominenten Cast vor der Kamera. So sind unter anderem Rooney Mara („Verblendung“), Claire Foy aus dem Netflix-Serien-Hit „The Crown“, die aktuell mit „Hamnet“ in den Kinos begeisternde Jessie Buckley und die vierfache Oscarpreisträgerin Frances McDormand („Fargo“) dabei. Die größte der wenigen männlichen Rollen im Film spielt Ben Whishaw, der Q aus den James-Bond-Streifen mit Daniel Craig.

Über das Ergebnis ihrer aller Arbeit kann man so empfinden wie Lucas Barwenczik, der Autor unserer 2,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik. Er analysiert, dass „Die Aussprache“ eine Aneinanderreihung großer Schauspielmomente sei, die einander aber eher behindern als ergänzen würden. Zudem sei das Werk eine Ansammlung kleiner, zaudernder Antworten auf viel zu große Fragen. Man kann das Ganze aber auch sehen wie der Verfasser dieses Artikels, der von dem Gezeigten und Gesagten über die gesamte Laufzeit von guten 100 Minuten gefesselt war und sich gedanklich noch tagelang mit den Charakteren und ihren Gesprächen auseinandersetzte. Am besten ihr macht euch selbst ein Bild und schaltet am Abend einfach mal rein.

Die Aussprache
Die Aussprache
Starttermin 9. Februar 2023 | 1 Std. 44 Min.
Von Sarah Polley
Mit Rooney Mara, Claire Foy, Jessie Buckley
User-Wertung
2,9
Filmstarts
2,5

"Die Aussprache": Das ist die Story

2010: In einer von der Außenwelt isolierten Religionsgemeinschaft wacht die junge Ona (Rooney Mara) allein in ihrem Bett auf. Sie ist übersät von blauen Flecken und Wunden an ihren Hüften, Oberschenkeln und dem Intimbereich – Verletzungen, die sie durch eine brutale Vergewaltigung erlitten haben muss. Daraufhin entdecken die Frauen und Mädchen ihrer Kolonie, dass diverse Männer des Dorfes über einen längeren Zeitraum ein Betäubungsmittel für Vieh verwendet haben, um zahlreiche von ihnen bewusstlos zu machen und sich sexuell an ihnen zu vergehen.

Die betroffenen Frauen melden diese Verbrechen, woraufhin die Täter identifiziert, festgenommen und in einer etwas entfernten Stadt inhaftiert werden. Die meisten der verbliebenen Männer der Gemeinde reisen nun zusammen dorthin, um eine Kaution für ihre Glaubensbrüder aufzutreiben und sie heimzubringen. Derweil bleiben die Frauen allein zurück. Im Geheimen wollen sie entscheiden, wie sie weiter vorgehen. Dabei diskutieren sie drei Möglichkeiten: zu bleiben und nichts zu unternehmen, zu bleiben und sich zu widersetzen oder ihrer Heimat und ihrem bisherigen Leben für immer den Rücken zu kehren.

Einige der Frauen befürchten, dass jeglicher Akt des Widerstandes ihre spätere Aufnahme in das Himmelsreich Gottes gefährden könnte. Andere sind der Überzeugung, dass sie in der Welt da draußen niemals allein überleben könnten und deshalb bei ihren Männern bleiben sowie ihnen verzeihen sollten. Ein paar der Misshandelten sehen jedoch keine andere Möglichkeit, als aktive Maßnahmen zu ergreifen, um dem Terror endlich und endgültig zu entkommen…

Wenn in der nächsten Woche die Oscars verliehen werden, haben „Hamnet“ und seine Hauptdarstellerin Jessie Buckley beste Chancen auf Statuen. Denn offenbar lieben alle das Historiendrama – alle bis auf einen, wie ihr im folgenden Artikel erfahrt:

"Eine einzige Soße": "Game Of Thrones"-Star schießt gegen aktuellen Oscar-Favoriten

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