Neben „Blood & Sinners“ (16 Nominierungen – ein Rekord!), „One Battle After Another“ (13 Nominierungen) sowie den jeweils neunfach nominierten „Marty Supreme“, „Sentimental Value“ und „Frankenstein“ zählt „Hamnet“ zu den großen Favoriten der am 15. März 2026 stattfindenden 98. Oscar-Verleihung. Das von Chloé Zhao („Nomadland“) inszenierte Drama kann u.a. in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Beste Hauptdarstellerin“ (Jessie Buckley) auf die begehrte Goldstatue hoffen.
Während auch FILMSTARTS-Redakteur Julius Vietzen über „Hamnet“ ins Schwärmen geriet, gibt es auch kritischere Stimmen – zu denen u. a. auch der Autor dieser Zeilen zählt, der die Verfilmung des Romans „Judith & Hamnet“ von Maggie O'Farrell für eine bleierne Mischung aus manipulationsfreudigem Prestigekino-Schwulst und seichter Shakespeare-Fan-Fiction hält. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft: „Herr der Ringe“-Ikone Ian McKellen steht dem Werk ebenfalls skeptisch gegenüber.
Und auch auf der diesjährigen Berlinale wurde der Film von der Website rausgegangen.de zum „Spalter“ erklärt – denn neben mehreren Menschen, die am Rande des roten Teppichs erklärten, wie sehr „Hamnet“ sie zum Weinen gebracht habe, gab es auch die Meinung von Tom Wlaschiha, bekannt als Jaquen H’ghar in „Game Of Thrones“ oder Dmitri Antonov aus „Stranger Things“.
Der erklärte kurzerhand, dass er den Film „richtig scheiße“ fand. „Der hat mich leider überhaupt nicht abgeholt“, so der „Frisch gepresst“-Darsteller weiter. „Ich fand das eine einzige Soße.“
Darum geht's in "Hamnet"
Im Mittelpunkt des mit zwei Golden Globes prämierten Historiendramas steht Agnes (Jessie Buckley), die Frau des aufstrebenden Dichters William Shakespeare (Paul Mescal). Während dieser in London an seiner Karriere arbeitet, zieht Agnes die gemeinsamen Kinder im ländlichen Stratford-upon-Avon groß. Doch im Jahr 1596 erkrankt der elfjährige Sohn Hamnet (Jacobi Jupe) überraschend an der Beulenpest und stirbt. Der Film schildert die darauffolgende Zeit der Trauer innerhalb der Familie und zeigt auf, wie dieser persönliche Schicksalsschlag schließlich die Entstehung von Shakespeares berühmtestem Theaterstück „Hamlet“ beeinflusst.
FILMSTARTS-Autor Michael Meyns spendierte dem Film in seiner Kritik übrigens hervorragende 4 von 5 Sternen: „Chloé Zhao zelebriert in ‚Hamnet‘ eine Trauerbewältigung der etwas anderen und unfassbar kraftvollen Art. Lose auf wahren Ereignissen im Leben von William Shakespeare basierend, nimmt sich der Stoff viele künstlerische Freiheiten, um vom Leben im späten 16. Jahrhundert zu erzählen. Zugleich offenbart er, welche kathartische Kraft in einem großen Kunstwerk stecken kann.“ Wenn ihr euch also euer eigenes Bild machen wollt: Der Film läuft noch immer in zahlreichen deutschen Kinos.
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