Leonardo DiCaprio schließt diesen Schritt für sich zwar aus guten Gründen aus – die meisten Hollywood-Stars verschlägt es aber irgendwann wenigstens einmal hinter die Kamera. Nicht annähernd allen ist es dabei gelungen, sich eine so beständige Regie-Karriere aufzubauen wie Clint Eastwood (je ein Oscar für „Erbarmungslos“ und „Million Dollar Baby“) – doch auch Größen wie Mel Gibson („Braveheart“), Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“), George Clooney („Good Night, And Good Luck“) oder Greta Gerwig („Barbie“) haben ihr Talent als Filmemacher*innen erfolgreich unter Beweis stellen können.
In diesem Artikel soll es allerdings um eine Schauspielerin gehen, die bisher nur zwei Filme als Regisseurin verantwortet hat – und in beiden Fällen auf die Nase fiel. Die Rede ist von Meg Ryan, die vor allem dank RomCom-Hits wie „Harry und Sally“, „Schlaflos in Seattle“ oder „E-Mail für Dich“ zu einem der größten Stars der 1990er-Jahre wurde.
Ihr Regiedebüt nahm sie aber erst im Jahr 2015 in Angriff – und wagte sich damit auf ganz anderes Terrain: Mit „Ithaca“ verfilmte sie den Roman „The Human Comedy“ von William Saroyan, der bereits 1943 mit Mickey Rooney in der Hauptrolle unter dem Titel „Und das Leben geht weiter“ verfilmt wurde.
„Ithaca“ spielt in der gleichnamigen Kleinstadt im US-Bundesstaat New York zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Da sein Vater tot ist und sein Bruder Marcus (Jack Quaid) an der Front kämpft, muss der 14-jährige Homer Macauley (Alex Neustaedter) als Telegrammbote für den Familienunterhalt sorgen. Mit Unterstützung des Telegrafisten Willie Grogan (Sam Shepard) sowie seines Mentors Tom Spangler (Hamish Linklater) überbringt er Nachrichten an die Bewohner*innen seines Heimatortes – meist sind es Todesmeldungen...
Der Film ist ein echtes Familien- und Freundestreffen: So ist Meg Ryan selbst als Mutter Kate Macauley mit von der Partie, während Marcus von ihrem eigenen Sohn Jack Quaid gespielt wird. Die Musik steuerte ihr damaliger Partner John Mellencamp bei, und sogar Tom Hanks – mit dem Ryan einige ihrer größten Erfolge drehte – ließ sich zu einem Cameo-Auftritt als Matthew Macauley überreden, dem verstorbenen Vater von Marcus und Homer.
"Ithaca" ist in Deutschland nie erschienen
Geholfen hat all das jedoch wenig: Die Fachpresse reagierte überwiegend negativ auf die Mischung aus Weltkriegsdrama und Coming-of-Age-Film – so zählt die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes gerade einmal 24 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen.
Nach seiner Premiere im Rahmen des Middleburg Film Festival erhielt er nur einen begrenzten Kinostart in den USA, in den meisten anderen Ländern kam er gar nicht erst auf die Leinwand. In Deutschland ist er offiziell bisher überhaupt nicht erschienen – so existiert weder eine Heimkino-Veröffentlichung noch ist er im Streaming abrufbar. Folglich ist „Ithaca“ nach gerade einmal elf Jahren schon gänzlich in Vergessenheit geraten.
2023 legte Meg Ryan übrigens mit der Nora-Ephron-Hommage „What Happens Later“ mit sich selbst und David Duchovny in den Hauptrollen nach – doch auch diesmal war ihr kein Erfolg beschieden.
Auch eine andere Star-Schauspielerin debütierte übrigens mit einem Kriegsfilm – und auch für sie lief es nicht besonders gut. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Mit diesem Kriegsfilm gab eine Hollywood-Ikone ihr Regiedebüt: Er floppte an den Kinokassen und ist 15 Jahre später völlig vergessen!