Die Liste der Hollywood-Stars, die sich irgendwann auch hinter der Kamera versucht haben, ist lang. Clint Eastwood mag zwar einer der wenigen sein, dessen Regie-Karriere sich als mindestens genauso beständig erwiesen hat wie seine Schauspiel-Laufbahn – doch auch Größen wie Mel Gibson („Braveheart“), Jodie Foster („Das Wunderkind Tate“), Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“), George Clooney („Good Night, And Good Luck“), Greta Gerwig („Barbie“) oder Sean Penn („Into The Wild“) haben bereits erfolgreich ihr Talent als Filmemacher*innen unter Beweis gestellt.
2011 brachte auch Angelina Jolie ihren ersten Spielfilm auf die Leinwand (nachdem sie vier Jahre zuvor bereits die Dokumentation „A Place In Time“ verantwortet hatte). Für ihr Debüt suchte sich die auch für ihr humanitäres Engagement bekannte Lara-Croft-Darstellerin dabei einen schweren Stoff aus: „In The Land Of Blood And Honey“ ist vor dem Hintergrund des Bosnienkrieges in den 1990er-Jahren angesiedelt.
Das ist "In The Land Of Blood And Honey"
Im Mittelpunkt steht die tragische Liebe zwischen der bosnischen Muslimin Ajla (Zana Marjanović) und dem Serben Danijel (Goran Kostić), die sich mit Beginn der Kämpfe zwischen auf entgegengesetzten Seiten der Frontlinie wiederfinden: sie als Gefangene in einem Lager, er als der befehlshabende Offizier.
Danijel tut alles in seiner Macht stehende, um seine frühere Geliebte vor den systematischen Misshandlungen der übrigen Soldaten zu schützen. Zugleich steht er aber auch unter dem Druck seines Vaters, dem General Nebojša Vukojević (Rade Šerbedžija). Obwohl sich Ajla und Danijel noch immer zueinander hingezogen fühlen, wird ihre Beziehung durch gegenseitiges Misstrauen und die Gewalt des Lageralltags zerrüttet...
Jolie mag mit „In The Land Of Blood And Honey“ gute Absichten verfolgt haben – doch das Ergebnis entpuppte sich als Fehlschlag. Bei einem Budget von 14 Millionen US-Dollar konnte das Kriegsdrama weltweit gerade einmal 1,1 Millionen erwirtschaften – ein kolossaler Flop! Die Kritiken fielen durchmischt aus, wobei weitgehend Konsens darüber herrschte, dass die Verbindung von melodramatischer Liebesgeschichte und den realen Schrecken des Genozids in Bosnien nicht ganz aufging. In unserer 2-Sterne-Rezension heißt es so etwa:
„‚In The Land Of Blood And Honey‘ ist ein durchaus diskussionswürdiger, aber künstlerisch missglückter Film über ein wichtiges Thema. Denn so sehr er uns an Dinge erinnert, die wir nicht vergessen sollten, so wenig hilft er uns, diese Dinge zu verstehen.“
Trotz des Dämpfers wagte sich Jolie nur drei Jahre später für das Weltkriegs-Epos „Unbroken“ erneut auf den Regiestuhl – diesmal deutlich erfolgreicher. Es folgten das Ehedrama „By The Sea“ (mit Brad Pitt), die Filmbiografie „Der weite Weg der Hoffnung“ sowie im Jahr 2024 „Without Blood“, mit dem sie einen weiteren Kriegsfilm inszenierte.
Eine 2025 verstorbene Hollywood-Legende hatte übrigens mehr Glück mit ihrem Regiedebüt – schließlich räumte es direkt den Oscar als Bester Film ab! Um welchen zu Unrecht vergessenen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 44 Jahren gewann er den wichtigsten Oscar, doch heute ist er fast vergessen: Mit diesem Film gab eine absolute Hollywood-Ikone ihr Regiedebüt!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.