Die „Scream“-Reihe begann 1996 mit unerwartetem Erfolg: Der von Wes Craven inszenierte und von Kevin Williamson verfasste Slasher attackierte Genreklischees, verneigte sich zugleich aber vor dieser speziellen Horror-Unterart – und stieß damit auf überragende Publikumsresonanz. Der humorvolle Ex-Index-Schocker spielte weltweit mehr als das Elffache seines Budgets von rund 14,5 Millionen Dollar ein und begründete somit ein neues, ikonisches Franchise.
Lange Zeit waren sich jedoch viele Fans einig, dass es einen deutlichen Schwachpunkt hat: „Scream 3“ aus dem Jahr 2000 wird oftmals aufgrund eines gesunkenen Gewaltgrads, seines auf Leichtfüßigkeit setzenden Humors und einer seifenopernartigen Auflösung harsch kritisiert. Doch wie es sich für Filmreihen gehört: Jeder gescholtene Eintrag hat seine eigene, eifrige Fangemeinde, so auch „Scream 3“.
Falls ihr den Film nun nachholen oder eure Erinnerung an ihn auffrischen wollt, um euch euer eigenes (Neu-)Urteil zu fällen: „Scream 3“ läuft heute, am 10. März 2026, ab 22.35 Uhr bei Kabel eins. Darüber hinaus ist er auf vielen Plattformen als Leih- und Kauf-VOD erhältlich, etwa bei Amazon Prime Video:
Derzeit ist „Scream 3“ zudem bei joyn* abrufbar und beim Prime-Video-Channel Home Of Horror* im Abo enthalten, ebenso wie bei Paramount+*!
Darum geht es in "Scream 3"
Nachdem Sidney Prescott (Neve Campbell) zwei Mordserien überlebte, hat sie sich für ein zurückgezogenes Leben unter neuem Namen entschieden. Ihre grausigen Erfahrungen nutzt sie, um misshandelten Frauen als Telefonberaterin zur Seite zu stehen. Derweil wird in Hollywood ein dritter Film in der einst als True-Crime-Horror-Reihe begonnenen, allmählich ins Alberne abdrehenden Slasher-Saga „Stab“ gedreht.
Am Set dient Dewey Riley (David Arquette) als Berater, da er bei der Aufklärung der ursprünglichen Ghostface-Morde (und somit bei der „Stab“-Inspirationsquelle) eine entscheidende Rolle gespielt hat. Als jedoch ein maskierter Killer die Besetzung des Films heimsucht, tun sich Dewey, Sidney und Newsreporterin Gale Weathers (Courtney Cox) einmal mehr zusammen, um wieder einem Maskenmörder auf die Schliche zu kommen. Dabei erhalten sie unter anderem Hilfe vom Cop Mark Kincaid (Patrick Dempsey). Gemeinsam stoßen sie auf finstere Hollywood-Geheimnisse...
Zu zart oder so böse, wie damals möglich?
Im ewigen Streit, ob der dritte „Scream“-Streich ein Ausrutscher nach unten ist, hat der Verfasser dieses Artikels eine deutliche Meinung: Ja! „Scream 3“ war für mich bis vor wenigen Tagen der klare Tiefpunkt der Reihe. „Scream 7“ hat ihm zwar die rote Laterne weggeschnappt, dennoch leidet der 161,8 Millionen Dollar Einnahmen schwere Horror-Hit in meinen Augen unter schwammigen Dialogen, einem konfus-haarsträubenden Schlussakt und mangelndem Biss.
Das gilt nicht nur hinsichtlich der Kills, sondern vor allem im Hinblick auf die für die „Scream“-Reihe essentiellen Metakommentare: „Scream 3“-Drehbuchautor Ehren Kruger hat wenig über die Herausforderungen und Schwachstellen von Trilogieabschlüssen zu sagen, wendet aber dennoch viel Zeit dafür auf. Und seine Seitenhiebe auf die Filmindustrie sind handzahm: Es wird zwar davon gesprochen, dass mächtige Produzenten junge Schauspielerinnen wie Vieh behandeln (und noch viel schlimmer), jedoch verschwindet jegliche Schärfe dieser Kritik hinter der glitschig-seifigen Umsetzung rund um Verschwörungen und abrupt in den „Scream“-Kanon gedrungene, bis dahin unbekannte Verwandtschaft.
Die „Scream 3“-Pro-Seite kontert diese Kritik am Slasherspaß damit, wie ungeheuerlich viel Schneid es den Verantwortlichen hinter dem Horror-Kassenschlager gekostet haben muss, in einem Projekt des Hauses Dimension Films diese Themen anzugehen. Schließlich standen hinter dem Label der in Ungnade gefallene Bob Weinstein und der seither als mehrfacher Sexualstraftäter verurteilte Harvey Weinstein, dessen Taten lange ein offenes Branchengeheimnis waren.
Auch die kleine, wenngleich pointierte Rolle von „Star Wars“-Veteranin Carrie Fisher und das ironisch-anstrengende Auftreten der komödiantischen Schauspielgröße Parker Posey gelten als deutliche Pluspunkte des Films. Ich würde fast sagen „Na, wem das reicht...“, trotzdem weiß ich durch andere, von mir geliebte Filme: Ja, manchmal sind es die kleinen Aspekte, die einen Film veredeln. Auch in einer Welt, in der „Scream 7“ existiert, wird Teil 3 daher ein Spalter bleiben...
Ob der dritte Teil einer anderen Horror-Saga die Fangemeinde ähnlich spalten wird? Das wird sich zeigen müssen. Eins ist allerdings bereits klar: Hinter den Kulissen kommt es zu großen Umwälzungen, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:
Über 130 Millionen Dollar Einspiel! Horror-Highlight von 2024 wird fortgesetzt – aber mit einer großen Änderung*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.