Rocky erklärt: Der "Der Astronaut - Project Hail Mary"-Schöpfer verrät uns, wie der Fanliebling entstanden ist
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Filme, Serien, Videospiele. Markus brennt schon seit Kindertagen für so ziemlich alles, was über Bildschirme und Leinwände flimmert.

Achtung, es folgen leichte Spoiler zum Auftauchen einer bestimmten Figur in „Der Astronaut - Project Hail Mary“! Alien Rocky ist zweifellos das Herz des Sci-Fi-Abenteuers. Roman-Autor Andy Weir hat uns die steinige Krabbe näher erläutert.

Die Trailer zu „Der Astronaut - Project Hail Mary“ haben es bereits vorweggenommen: Auf seiner Mission, eine Lösung für den Energieverlust der Sonne zu finden, macht Wissenschaftler Ryland Grace (Ryan Gosling) bald Bekanntschaft mit einer außerirdischen Lebensform – die sich genau dasselbe Ziel für ihr Sonnensystem gesetzt hat und von Grace wegen ihres felsigen Aussehens liebevoll Rocky getauft wird.

Schnell freunden sich die beiden ungleichen Raumfahrer an, um die Mammutaufgabe gemeinsam anzugehen. Doch das ist gar nicht so leicht, unterscheidet sich Rocky in Aussehen, Verhalten und Sprache doch grundlegend von uns Menschen. Und genau das war eine ganz bewusste Entscheidung von Andy Weir, aus dessen Feder die Romanvorlage zu „Der Astronaut“* stammt. Wie er uns im ausführlichen Interview verraten hat, wollte Weir unbedingt gängige Klischees für die Darstellung von außerirdischem Leben vermeiden und das Ganze vielmehr – wie generell für sein Schaffen prägend – sehr wissenschaftlich angehen.

Rocky sollte ein besonders außerirdischer Außerirdischer werden

Rocky sollte daher auf gar keinen Fall aussehen wie ein Mensch, sondern ein durch und durch fremdartiges Wesen sein, das in einer zu unserer Umwelt völlig inkompatiblen Umgebung lebt. Dafür hat Weir für Rockys Heimat eine gesamte Biosphäre erschaffen, basierend auf dem, was über Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bekannt ist.

Das stand dann auch im direkten Zusammenhang mit Rockys Biologie. Denn um sich an seine Umwelt anzupassen und vor Infektionen zu schützen, sind die Körper von Eridianern wie Rocky selbst noch einmal fast vollständig von der Umgebung abgeschlossene Biosphären. Geöffnet werden diese nur für Nahrung und Abfall. Und sie atmen auch nicht wie wir ganz herkömmlich ein und aus.

Andy Weir verrät: Darum sieht Rocky aus wie ein Stein

„Ihre Atmung ist intern. Es gibt nur ein paar Kilogramm echtes biologisches Material in einem Eridianer, die anderen über 300 Kilogramm sind Strukturen, die diese Zellen aufgebaut haben“, führte Andy Weir im Gespräch mit FILMSTARTS dazu weiter aus und begründete damit dann direkt auch das felsige Äußere von Rocky: „Darum ist die Haut wie Stein, sie ist mineralisiert, und die Blutgefäße sind wie Röhren, während die Muskeln wie mit Wasser gefüllte Säcke sind, die sich ausdehnen und zusammenziehen können.“

Hinter Rockys steinernem Äußeren steckt ein durchdachtes (und herzensgutes) Alien. Amazon MGM
Hinter Rockys steinernem Äußeren steckt ein durchdachtes (und herzensgutes) Alien.

Dieser Aufbau bedingt laut Weir dann wiederum auch die spezielle Form der Kommunikation bei Rockys Spezies über ganz besondere Töne: „Jeder Laut muss intern erzeugt werden. Ich entschied, dass sie Luftblasen haben, die sie über Stimmbänder hin- und herschieben. Da bei ihnen alles in Fünfergruppen vorkommt, haben sie fünf Stimmbänder. So können sie Akkorde mit bis zu fünf Tönen erzeugen.“

Rocky ist fast komplett handgemacht!

Man sieht also: Andy Weir hat sich sehr viele Gedanken gemacht, um aus Rocky ein zwar durch und durch außerirdisches, aber dennoch auch realistisch anmutendes Alien zu machen. Und um dem Rechnung zu tragen, ist auch in die Umsetzung bei der Verfilmung von „Der Astronaut - Project Hail Mary“ viel akribische Arbeit geflossen. Tatsächlich bestätigte uns Weir, dass Rocky abgesehen von ein paar CGI-Ergänzungen größtenteils handgemacht ist und als Puppe somit tatsächlich am Set als Spielpartner für Ryan Gosling dienen konnte.

Dabei gab es verschiedene Versionen von Rocky für unterschiedliche Zwecke, etwa für schnellere Bewegungen oder feinere Gestik. Gesteuert wurden diese von einem fünfköpfigen Team, etwa über Stäbe, mit denen die Arme bewegt wurden, oder auch über Motoren im Inneren für verschiedenste andere Funktionen.

Die herzerwärmende Beziehung von Rocky und Ryland Grace bildet ohne Frage das emotionale Zentrum von „Der Astronaut - Project Hail Mary“. Warum sich das Sci-Fi-Abenteuer sonst noch lohnt, erfahrt ihr in unserer Video-Kritik zum Film:

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