Heute Abend streamen: Ein absoluter Gute-Laune-Film mit Mega-Cast – der in den USA nur geschnitten in den Kinos lief
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Filme, Serien, Videospiele. Markus brennt schon seit Kindertagen für so ziemlich alles, was über Bildschirme und Leinwände flimmert.

Obwohl Richard Curtis mit „Tatsächlich... Liebe“ einen echten Kult-Hit geschaffen hat, ging seine nächste Regiearbeit „Radio Rock Revolution“ im Jahr 2009 ziemlich baden. Völlig zu Unrecht, findet FILMSTARTS-Redakteur Markus Trutt.

Mr. Bean“, „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Bridget Jones“, „Notting Hill“ und, und, und. Richard Curtis war als (Co-)Autor für so einige britische Kult-Komödien und/oder -Romanzen verantwortlich. Und auch sein Regiedebüt im Jahr 2003 schlug große Wellen: Die herrliche episodische Weihnachts-RomCom „Tatsächlich... Liebe“ gehört für viele Film-Fans (den Autor dieser Zeilen mit eingeschlossen) seitdem fest zum Feiertagsprogramm.

Als Curtis sechs Jahre danach erneut auf dem Regiestuhl Platz nahm, war das allerdings von weit weniger Erfolg gekrönt. Seine Tragikomödie „Radio Rock Revolution“ konnte bei einem Produktionsbudget von rund 50 Millionen Dollar weltweit nur 36,6 Millionen Dollar einspielen. Die schlechte Performance und Kritik zur Laufzeit führten sogar dazu, dass der Film für seine Veröffentlichung in den USA um ganze 20 Minuten gekürzt wurde.

Wir haben damals zum Glück die vollständige Fassung in unseren Kinos und später auch im Heimkino bekommen. Aktuell ist „Radio Rock Revolution“ zwar leider in keinem der großen Streaming-Abos enthalten, kann aber natürlich auf Blu-ray und DVD* erworben werden. Alternativ könnt ihr den Film bei Amazon Prime Video leihen und kaufen oder derzeit auch über den Prime-Video-Channel ALLSTARS streamen, der sieben Tage lang kostenlos getestet werden kann. Vom Flop-Ergebnis bei der Kinoauswertung sollte man sich hier auf keinen Fall abschrecken lassen: Das Anschauen lohnt sich!

Darum geht's in "Radio Rock Revolution"

In den 1960er Jahren hält die BBC in Großbritannien das unangefochtene Monopol, wenn es um die Sendung von Radio- und Musikprogrammen geht. Wer auf musikalische Diversität abseits des regulierten Mainstream-Programms aus ist, schaut lange Zeit in die Röhre. Doch um dem zu begegnen, haben es sich Piraten-Radiostationen zur Aufgabe gemacht, von Schiffen in internationalen Gewässern aus die Massen mit Rock- und Pop-Songs zu versorgen, die nicht bei der BBC laufen.

Ein solcher Sender ist auch Radio Rock, der vom exzentrischen Quentin (Bill Nighy) geführt wird. Dessen Crew bekommt eines Tages unerwartet Zuwachs, als Quentins Patenkind Carl (Tom Sturridge) nach seinem Rauswurf aus der Schule auf das Schiff geschickt wird. Inmitten der freigeistigen Besatzung um die rivalisierenden DJs The Count (Philip Seymour Hoffman) und Gavin (Rhys Ifans), vor allem aber in Gesellschaft von Quentins Nichte Marianne (Talulah Riley), fühlt sich Carl bald pudelwohl. Doch auf dem britischen Festland arbeitet die Regierung bereits mit Hochdruck daran, den Piratensendern ein für alle Mal den Saft abzudrehen...

Feel-Good-Komödie mit britischem All-Star-Cast

Dieses Schiff möchte man am liebsten gar nicht mehr verlassen! Begleitet von schmissigen Hits der Musikgeschichte und garniert mit jeder Menge 60er-Jahre-Nostalgie, verbreitet das chaotisch-schräge Radio-Rock-Team von Minute 1 an selbst (wenn nicht gar gerade) mit ihren Kabbeleien eine derart einnehmende Gute-Laune- und Anarcho-Stimmung, dass man sich wünschte, selbst auf dem Kahn mitschippern zu können. Dass das Figurenensemble dabei so gut funktioniert, ist abseits der gewohnt geschliffenen Dialoge von Richard Curtis nicht zuletzt natürlich dem mit Stars vollgestopften Cast zu verdanken.

Neben „The Sandman“-Hauptdarsteller Tom Sturridge in jungen Jahren geben sich hier so unter anderem Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman („Capote“), „Tatsächlich... Liebe“-Szenendieb Bill Nighy, „Notting Hill“-Fanliebling Rhys Ifans, Kult-Comedian und zukünftiger Serien-Hagrid Nick Frost („Shaun Of The Dead“) sowie Kenneth Branagh („Mord im Orient-Express“) und Emma Thompson („Saving Mr. Banks“) die Ehre – um nur einige zu nennen.

Sie alle machen aus „Radio Rock Revolution“ einen leichtfüßigen Spaß, bei dem aber dennoch nicht unter den Tisch gekehrt wird, mit welchem aus heutiger Sicht absurden Gegenwind die damals tatsächlich existierenden Piratensender zu kämpfen hatten. Eine spannende Geschichtsstunde, eingebettet in eine bunte Retro-Party zum Mits(w)ingen!

Und apropos Tanzen: Was Hugh Grant bis heute an seiner wahrscheinlich legendärsten Szene aus „Tatsächlich... Liebe“ auszusetzen hat, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Ich wusste, dass ich es hassen würde": Hugh Grant schimpft über eine der besten "Tatsächlich... Liebe"-Szenen

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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