Heute Abend streamen: Ein aufregendes, schönes Abenteuer vor starker Naturkulisse
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.

Ein tierischer Darsteller aus „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Sag niemals nie“-Mime Klaus Maria Brandauer und „Before Sunrise“-Star Ethan Hawke in einem Paradebeispiel dafür, wie toll Disney-Abenteuerkino sein kann: Streamt doch mal „Wolfsblut“!

Anfang der 1990er trafen zwei Namen aufeinander, die untrennbar mit dem Selbstbild der USA verbunden sind: Jack London, der mit seinen Abenteuerromanen weiten, wilden Teilen der USA aufregende und durchaus romantisierte Identitäten verliehen hat. Und Walt Disney, der mit seinem Traditionsstudio den amerikanischen Traum vorgelebt und die US-Popkultur transformiert hat.

Denn 1991 brachte Walt Disney Pictures die vielleicht schönste aller Jack-London-Verfilmungen ins Kino: „Wolfsblut“ ist ein mit „Der Club der toten Dichter“- und „Training Day“-Star Ethan Hawke besetztes, vor atemberaubender Naturkulisse gedrehtes Historien-Abenteuer über Mut, Freundschaft und Überlebenswillen. Wenn ihr nun neugierig geworden seid: Der 14 Millionen Dollar teure Kassenschlager „Wolfsblut“ ist bei Disney+ abrufbar!

Darum geht es in "Wolfsblut"

Alaska gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Der Goldrausch zieht Menschen jeglichen Alters mit dem Versprechen, durch harte Arbeit und ein Quäntchen Glück reich zu werden, in den Norden. Unter ihnen ist der junge Jack Conroy (Ethan Hawke), der durch die unwegsame Wildnis stapft, um die Goldmine seines Vaters zu finden. Währenddessen lernt er den erfahrenen Trapper Alex Larson (Klaus Maria Brandauer) kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt.

Als sie unterwegs einem halbwilden Hund begegnen, erweist sich dies als Segen. Denn der Wolfsblut getaufte Fellträger rettet Jack mutig vor einem aggressiven Bären und wird alsbald zum Begleiter des jungen Abenteurers. Dann wirft aber der skrupellose Spieler und Tierquäler Beauty Smith (James Remar) ein Auge auf Wolfsblut...

Starke Bilder und große Emotionen

Neben Hawke, „The Warriors“-Darsteller Remar und „Jenseits von Afrika“-Mime Brandauer spielt noch jemand in „Wolfsblut“ mit, den man aus anderen, sehenswerten Titeln kennen könnte: Die Titelfigur wird vom professionell abgerichteten Wolfshund Jed dargeboten, der schon im Sci-Fi-Horror-Meilenstein „Das Ding aus einer anderen Welt“ und dem sträflich unterschätzten, fesselnden Disney-Abenteuerdrama „Die Abenteuer der Natty Gann“ glänzte.

Was „Die Abenteuer der Natty Gann“ und den bekannteren „Wolfsblut“ eint: Beide Filme haben niedlich-rührende Szenen über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die wohl die Disney-Entscheidungsträger für diese Stoffe begeistert haben dürften. Dennoch darf man diese Filme keinesfalls mit kindlicheren Disney-Abenteuern wie „Snow Dogs“ gleichsetzen, geschweige denn mit den zahlreichen „Air Bud“-Ablegern:

Diese Historien-Abenteuer vereinen bewegende Erzählungen über Durchhaltevermögen und Zusammenhalt angesichts harscher Herausforderungen mit packenden Passagen, die sich menschlicher Gier und (vergleichsweise realistisch) den Tücken der Wildnis widmen.

Wolfsblut
Wolfsblut
Starttermin 17. Januar 1991 | 1 Std. 47 Min.
Von Randal Kleiser
Mit Ethan Hawke, Klaus Maria Brandauer, Seymour Cassel
User-Wertung
3,2
Auf Disney+ streamen

So gehören zu den Höhepunkten der vor imposanten Yukon-Landschaften gedrehten Disney-Adaption des Jack-London-Buchklassikers die mit guten Stunts und raffinierten Schnitten umgesetzte Bärenattacke sowie eine suspensevolle Sequenz, in der ein lechzendes Wolfsrudel Trappern auflauert – inklusive fatalem Ausgang, der sich zwar im Off abspielt, doch durch eine schmerzhaft-grausige Soundkulisse verdeutlicht wird.

Zwei Komponisten, eine gute Klangwelt

Neben den überwältigenden Naturaufnahmen von „Zimmer mit Aussicht“-Kameramann Tony Pierce-Roberts sowie der überzeugenden Verbindung zwischen Hawke und seinem tierischen Co-Star bleibt die „Wolfsblut“-Filmmusik in Erinnerung. Das ist durchaus eine Überraschung, denn hinter den Kulissen war sie Anlass für Unstimmigkeiten zwischen Regisseur Randal Kleiser („Grease“) und Disney.

Innerhalb der Disney-Studios nahm man Anstoß daran, wie der mit Kleiser befreundete Komponist Basil Poledouris akustische Americana-Versatzstücke nostalgisch, romantisch und voller Abenteuerlust abwandelte. Deshalb bat man ihn erst um eine Überarbeitung seines Scores und heuerte dann Hans Zimmer an, um Poledouris' Arbeit zu ersetzen. Letztendlich landeten aber sehr wohl größtenteils Poledouris' Stücke im Film, und nur eine kleine, ergänzende Handvoll an Kompositionen Zimmers, der Drums, Stakkato-Rhythmen und Synthie-Klänge mit einer Annäherung an Poledouris vereinte.

Zustande kam so ein melodramatisch-effektreicher, nicht zu dick aufgetragener und sich trotzdem nicht um falsche Zurückhaltung scherender Score, der super zu den starken Naturbildern und der zeitlosen Abenteuerstory passt. Und noch mehr tierische Spannung vor kühler, eindringlicher Kulisse stellen wir euch im folgenden Streaming-Tipp vor:

Streaming-Tipp: Ein "Fast & Furious"-Star friert im ewigen Eis – und echt süße Hunde haben das Abenteuer ihres Lebens

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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