"Ein Tiefpunkt": Dieses Historien-Epos ist der größte Flop in der Karriere von Richard Gere
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor rund 40 Jahren lag die Karriere von Richard Gere am Boden. Der größte Reinfall unter seinen zahlreichen 80er-Jahre-Flops ist dabei ein Bibel-Epos, das aus guten Gründen längst vergessen ist.

Paramount Pictures

Richard Gere ist bekannt dafür, mit seinen Filmen gern einmal streng ins Gericht zu gehen. So hat er beispielsweise ein riesiges Problem mit „Pretty Woman“, dem wohl immer noch bekanntesten und beliebtesten Film seiner Karriere. Auch „Ein Offizier und Gentleman“ – der zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1982 zählte – hätte er am liebsten rückwirkend aus seiner Vita getilgt

… und das, obwohl ihm zu diesem Zeitpunkt die größte Durststrecke noch bevorstand: Denn nach seinen beiden Durchbruchsfilmen (der andere ist „Ein Mann für gewisse Stunden“) waren die 1980er-Jahre für Gere zunächst vor allem von Flops geprägt.

Cotton Club“ von Francis Ford Coppola mag damals wie ein Prestigeprojekt angemutet haben, tatsächlich legte der Schöpfer der „Pate“-Trilogie mit dem Gangsterfilm aber eine kommerzielle Bruchlandung hin (mehr dazu hier). Auch Werke wie „Der Honorarkonsul“, „Gnadenlos“, „Power – Der Weg zum Ruhm“ oder „Miles From Home“ schmierten an den Kinokassen ab. Am schlechtesten schnitt aber wohl „König David“ (1985) ab, inszeniert vom späteren „Miss Daisy und ihr Chauffeur“-Macher Bruce Beresford.

König David
König David
Starttermin 4. Oktober 2013 | 1 Std. 54 Min.
Von Bruce Beresford
Mit Richard Gere, Edward Woodward, Alice Krige
Auf Paramount+ streamen

Gere verkörperte in dem Bibel-Epos die Titelrolle des biblischen Königs David, dessen Weg vom einfachen Hirten zum mächtigen Herrscher Israels erzählt wird. Überzeugt hat das nahezu niemanden: Die Fachpresse zerriss den Film überwiegend in der Luft, wobei besonders Geres vielfach als Fehlbesetzung und unfreiwillig komisch verspottete Performance ihr Fett wegbekam – die dem heute 76-Jährigen obendrein eine Nominierung für die Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler einbrachte.

Als wäre das alles nicht schlimm genug, erlitt der Film auch finanziell Schiffbruch: Produktionskosten von rund 21 Millionen US-Dollar stand ein mickriges Einspielergebnis von gerade einmal 5,1 Millionen entgegen.

Falls ihr nun neugierig geworden seid, könnt ihr „König David“ zurzeit im Abo von Paramount+ schauen, das auch als Amazon-Prime-Video-Channel verfügbar ist – mit einem 7-tägigen Probeabo ist das für Prime-Kunden sogar völlig kostenfrei:

Regisseur Beresford gab in einem Gespräch mit der Zeitschrift Signet unumwunden zu (via IMDb): „[...] Es gibt so viele Dinge, die an diesem Film falsch sind. […] Das Drehbuch hat uns nie wirklich gefallen, und wir haben die Freundschaft zwischen David und Jonathan nie richtig eingefangen. Es gab nicht genug Szenen zwischen ihnen. Und David selbst – ich denke, Richard Gere war fehlbesetzt. Er ist ein großartiger Schauspieler, aber in modernen Stoffen ist er deutlich besser aufgehoben.“

Auch Ed Limato, Geres langjähriger Agent, räumte später ein, dass es sich bei „König David“ um eine klare Fehlentscheidung gehandelt hatte. „Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen“, so Limato in einem Interview (via Far Out Magazine). „Ich denke, ‚König David‘ war ein Tiefpunkt. Richard wurde davon deprimiert. Irgendwann wurde ihm klar, dass es nichts mehr gab, was er wirklich machen wollte.“

Erst Anfang der 1990er-Jahre bekam Geres Karriere wieder spürbar Aufwind, dank „Pretty Woman“ und dem Thriller „Internal Affairs“. Doch eines ist dem „Hachiko“-Star bis heute nicht gelungen: für den Oscar nominiert zu werden! Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Gere für zwei Jahrzehnte von der Verleihung ausgeschlossen wurde. Den Grund erfahrt ihr hier:

Oscar-Verbot für Richard Gere: Darum durfte der "Pretty Woman"-Star 20 Jahre lang nicht an der Verleihung teilnehmen!

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