Erst kürzlich haben wir einen Artikel über den mutmaßlich größten Flop der Kinogeschichte veröffentlicht, der es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat: „Die Piratenbraut“. Der 1995 veröffentlichte Film spielte bei einem Budget von 115 Millionen US-Dollar gerade einmal 10 Millionen ein – ein beispielloses Verlustgeschäft, das sogar das Ende der zuständigen Produktionsfirma bedeutete. Wenig überraschend war der Piratenfilm für Hollywood danach erst einmal gestorben, zumal das Genre seine Blütezeit ohnehin in den 1930er- bis 1950er-Jahren erlebte.
Erst acht Jahre später wagte sich wieder ein großes Studio an ein Seeräuber-Abenteuer – und ging damit ein gewaltiges Risiko ein: Stolze 140 Millionen US-Dollar wanderten in die Verfilmung einer beliebten Disneyland-Attraktion – ihr Name: „Pirates Of The Caribbean“.
Obwohl mit Jerry Bruckheimer („Top Gun“, „Armageddon“) ein erfolgsverwöhnter Produzent für das Projekt verantwortlich zeichnete, herrschte große Skepsis, ob sich Disney mit diesem Vorhaben nicht vergallopiert haben könnte. Aber Pustekuchen!
Bereits der erste kurze Teaser weckte die Neugier des Pubikums, obwohl darin nur ein einziges Bild aus dem Film zu sehen war: ein skelettierter Fuß, der über den Meeresboden schreitet. Ansonsten bestand der Trailer vor allem aus einer Abfolge von Landschaftsaufnahmen: Palmen im Sturm, Wellen, Haie, ein Sonnenuntergang und ein Archipel, das die Form eines Schädels annimmt.
Gerade weil so wenig gezeigt wurde, wollten die Zuschauer*innen unbedingt wissen, was sich hinter diesen Motiven und dem Titel „Pirates Of The Caribbean bzw. „Fluch der Karibik“ im Deutschen wohl verbergen mag – zumal das etwa einminütige Video zusätzlich mit einigen großen Namen lockte: Superstar Johnny Depp („Edward mit den Scherenhänden“) in der Hauptrolle, flankiert von „Herr der Ringe“-Darsteller Orlando Bloom und Oscar-Preisträger Geoffrey Rush („Shine - Der Weg ins Licht“).
Es muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnt werden, dass die Rechnung des Mäusehauses vollends aufgegangen ist. Als „Fluch der Karibik“ in die Kinos kam, sprengte er alle Erwartungen – mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 654 Millionen US-Dollar wurde er zum vierterfolgreichsten Blockbuster des Jahres 2003, nur übertroffen von „Matrix Reloaded“, „Findet Nemo“ und „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“.
Obwohl sich die Studio-Verantwortlichen anfangs nicht sicher waren, ob Johnny Depps exaltierte Darstellung des Captain Jack Sparrow bei den Zuschauer*innen wirklich gut ankommen würde (zwischenzeitlich stand sogar die Möglichkeit im Raum, ihn zu ersetzen), wurde der exzentrische Pirat zur absoluten Paraderolle des heute 62-Jährigen. Drei Jahre später kam die erste Fortsetzung in die Kinos, die den Erfolg des ersten Teils sogar bei Weitem übertraf – „Fluch der Karibik 2“, wie der Vorgänger inszeniert von Gore Verbinski, sprengte die magische Milliardengrenze am Box Office und wurde damit zum größten Leinwand-Hit des Jahres.
Der nur ein Jahr später erschienene dritte Teil konnte diesen Triumph wiederholen, und bis 2017 kamen noch zwei weitere „Fluch der Karibik“-Filme in die Kinos. Seitdem die Karriere von Johnny Depp im Zuge seines Rechtsstreits mit Ex-Frau Amber Heard einen heftigen Imageschaden erlitt, ist die Zukunft des Franchises allerdings ungeklärt. Über den aktuellen Stand informiert euch der nachfolgende Artikel:
"Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen": Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer gibt Update zu "Fluch der Karibik 6" und "Top Gun 3"FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.