"Mir ist James Cameron völlig egal": Dieser "Titanic"-Star hatte ursprünglich absolut keine Lust auf den Mega-Blockbuster
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 29 Jahren brach James Cameron mit „Titanic“ sämtliche Rekorde. Kaum vorzustellen, dass einer der Schauspieler aus dem Film ursprünglich keinerlei Interesse an dem Katastrophen-Blockbuster hatte!

Wer an „Titanic“ denkt, hat wohl augenblicklich Leonardo DiCaprio und Kate Winslet als tragische Liebende Jack Dawson und Rose DeWitt Bukater vor Augen. Doch die damaligen Jungstars, die James Camerons rekordesprengendem Milliarden-Blockbuster ihren großen Durchbruch verdanken und mittlerweile beide einen Oscar in der Tasche haben, sind natürlich nicht die einzigen Stars des Films. In der Besetzungsliste tummeln sich weiterhin Namen wie Billy Zane („Das Phantom“), Kathy Bates („Misery“) oder Bill Paxton („True Lies“).

Titanic
Titanic
Starttermin 18. Dezember 1997 | 3 Std. 14 Min.
Von James Cameron
Mit Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane
User-Wertung
4,3
Filmstarts
4,5
Auf Disney+ streamen

Um einen weiteren aus „Titanic“ bekannten Darsteller handelt es sich bei Eric Braeden. Der heute 85-Jährige kam durch die Seifenoper „Schatten der Leidenschaft“ vor allem in den USA zu erheblichem TV-Ruhm – bereits seit 1980 (!) verkörpert er darin die Hauptrolle des Patriarchen und Wirtschaftsmagnaten Victor Newman.

Die große Kino-Karriere ist Braeden zwar verwehrt geblieben. Doch immerhin hat er es geschafft, einen Part im mit Abstand erfolgreichsten Film des Jahres 1997 zu ergattern: In „Titanic“ sah man ihn als John Jacob Astor IV, den reichsten Mann an Bord des zum Untergang vedammten Luxusliners.

Eric Braeden als John Jacob Astor IV in Disney und seine verbundenen Unternehmen
Eric Braeden als John Jacob Astor IV in "Titanic".

Dabei hatte der deutschstämmige Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Hans-Jörg Gudegast heißt, ursprünglich überhaupt keine Lust auf den Film. Das hat er vor Kurzem bei einem Auftritt im „Still Here Hollywood“-Podcast verraten. Zunächst lehnte er sogar ab, überhaupt für die Rolle vorzusprechen!

„Ich wollte das nicht machen“, so Braeden. „Ich sagte: ‚Mir ist James Cameron völlig egal. Ich kenne ihn nicht.‘“ (via Entertainment Weekly) Der Grund für seine Ablehnung: Die Rolle war ihm schlichtweg zu klein.

Es war schließlich sein Sohn, der den auch aus „Flucht vom Planet der Affen“ bekannten Mimen dazu drängte, einen Termin mit der zuständigen Produktionsfirma wahrzunehmen. Auch dieses verlief aufgrund des nach Aussagen von Braeden „arroganten“ Casting-Direktoren nicht besonders vielversprechend.

Dieser ließ ihn zuerst lange warten, nur um Braeden dann mit der Frage zu empfangen, was er hier überhaupt mache. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner dazu: „Ich sagte: ‚Das habe ich mich gerade auch gefragt‘. Ich rief meine Agentur an [und meinte]: ‚Schickt mich nie wieder zu so einem Blödsinn.‘“

James Cameron wollte Eric Braeden unbedingt – wegen eines Sci-Fi-Thrillers aus dem Jahr 1970!

Einen Monat später hatte Braeden dementsprechend kaum noch einen Gedanken an „Titanic“ verschwendet, als ihn aus dem Nichts ein Anruf ereilte. James Cameron wolle ihn unbedingt sehen. Braeden las sich daraufhin weiter in das Leben des realen Astor ein, bis die Figur doch noch sein Interesse weckte. Er ließ sich also auf einen zweiten Casting-Termin ein. Zu seiner Überraschung sollte er gerade einmal zwei Zeilen vortragen – doch die reichten völlig aus, um ihn zu engagieren.

„Es war völlig unnötig, das zu machen, denn James Cameron war ein großer Fan von ‚Colossus‘“, so Braeden. Damit bezog er sich auf einen Sci-Fi-Thriller aus dem Jahr 1970, in dem er seine einzige große Leinwand-Hauptrolle gespielt hat. Dank Camerons Begeisterung für den etwas in Vergessenheit geratenen Film hatte Braeden die Rolle im Grunde sicher!

Colossus
Colossus
Starttermin 1. Oktober 2020 | 1 Std. 40 Min.
Von Joseph Sargent
Mit Eric Braeden, Susan Clark, Gordon Pinsent
User-Wertung
3,0

„Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ‚Titanic‘ gemacht habe“, räumt Braeden ein. „Denn ich habe großen Respekt vor James Cameron. Wenn ich jemals jemanden ohne zu zögern als Genie bezeichnen würde, dann ihn.“

Bei besagtem Sohn, der unbedingt wollte, dass Braeden noch einmal über „Titanic“ nachdenkt, handelt es sich übrigens um Christian Gudegast, der mittlerweile selbst unter die Filmemacher gegangen ist – und seinen Vater 2018 im Action-Thriller „Criminal Squad“ neben Gerard Butler besetzt hat.

Wusstet ihr übrigens, dass auch Leonardo DiCaprio um ein Haar nicht in „Titanic“ mitgespielt hätte? Welcher 90er-Jahre-Kultfilm ihm fast in die Quere gekommen wäre, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Mein größtes Bedauern": Leonardo DiCaprio hatte die Qual der Wahl zwischen "Titanic" und einem absoluten Kult-Meisterwerk

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