"Wir haben einen großartigen Film gemacht": Regisseurin äußert sich zum Box-Office-Flop eines der besten Horror-Filme 2026
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Trotz bestechender Kritiken lief es für „28 Years Later 2: The Bone Temple“ am weltweiten Box Office gar nicht gut. Über die möglichen Gründe lässt sich nur spekulieren. Auch die Regisseurin hat sich dazu Gedanken gemacht.

Es ist (leider) keine Seltenheit, dass Filme, trotz herausragender Kritiken, an den Kassen enttäuschen – oder zumindest deutlich weniger einspielen als erhofft. Im Horror-Genre ereilte dieses Schicksal zuletzt von der Fachpresse frenetisch gefeierte Arthouse-Perlen wie Emilie Blichfeldts Body-Horror-Meisterstück „The Ugly Stepister“ oder Ben Leonbergs klugen Horror-Thriller „Good Boy“.

Beide Filme haben beeindruckende Kritiker-Scores von 96 bzw. 90 Prozent bei Rotten Tomatoes. An den Kassen blieben sie jedoch (teils deutlich) unter der Marke von 10 Millionen Dollar. Dass es auch anders geht, bewies der mit Dave Franco und Alison Brie stark besetzte Indie-Horror „Together“, der fast das Zehnfache seines Budgets einspielte.

Für einen hochkarätigen Cast und einhelliges Kritikerlob steht auch Nia DaCostas28 Years Later 2: The Bone Temple“. Der vierte Teil der Endzeit-Horror-Thriller-Reihe, der inhaltlich direkt an den kommerziell erfolgreichen „28 Years Later“ von 2025 anknüpft, erwies sich Anfang des Jahres dennoch als Kassengift. Jetzt äußerte sich die Filmemacherin selbst dazu.

DaCosta: "Ich wünschte, er hätte mehr eingespielt"

DaCosta, der 2021 der Durchbruch mit dem Horrorfilm „Candyman“ gelang, stand für einen Box-Office-Hit eigentlich alles zur Verfügung. Nämlich eine vielversprechende Mixtur aus 60 Millionen Dollar Budget und bekannten Darstellern wie Ralph Fiennes und Jack O'Connell. Hinzu kamen herausragende Besprechungen (92 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes), die dem Kinostart vorausgingen. Dennoch floppte „28 Years Later 2“.

28 Years Later 2: The Bone Temple
28 Years Later 2: The Bone Temple
Starttermin 15. Januar 2026 | 1 Std. 50 Min.
Von Nia DaCosta
Mit Ralph Fiennes, Jack O'Connell, Alfie Williams
User-Wertung
3,8
Filmstarts
4,0

„Die Einspielergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück und ich wünschte, er hätte mehr Geld eingespielt“, gestand DaCosta offen dem Magazin Empire. Die Filmemacherin bewertete damit das magere Einspielergebnis von nur 58 Millionen Dollar. Doch sie stellte gleichzeitig klar: „Wir haben einen großartigen Film gemacht. Ich bin wirklich stolz darauf, und die Leute mochten ihn.“ Die 36-Jährige zeigte sich irritiert darüber, dass alle gängigen Indikatoren für die Qualität eines Films, nämlich Testvorführungen und Kritiken, zuvor durchweg positiv ausgefallen waren – doch ohne Erfolg.

Kommt "28 Years Later 3" noch?

Doch woran lag es, dass die Zuschauer letztlich so wenig Interesse an „The Bone Temple“ hatten? Der Film kam nur sechs Monate nach „28 Years Later“ in die Kinos – die Erinnerungen an die Figuren und die Story waren also noch frisch. DaCosta sieht aber genau hier einen möglichen Grund fürs Scheitern. „Vielleicht kam der Film doch zu früh in die Kinos. Manche Zuschauer dachten womöglich: ‚Ach, das habe ich doch letzten Sommer schon gesehen!‘“ DaCosta vermutet, dass viele Zuschauer gar nicht realisiert hätten, dass es sich um eine Fortsetzung handelte. Näher ging sie auf die Release-Strategie des Studios (Sony), das den Film bei uns kürzlich als limitierte 4K-Blu-ray-Fassung veröffentlicht hat, aber nicht ein.

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Im Streaming lief es für „28 Years Later 2“, der im März auf Netflix erschien, zuvor jedenfalls auch nicht besser. Im Gegenteil, die „Zweitverwertung“ knüpfte an die enttäuschende Box-Office-Ausbeute an. In den ersten sechs Tagen nach Veröffentlichung kam der Film in den USA nur auf etwa 2,7 Millionen Views. Andere Sony-Produktionen schnitten da deutlich besser ab. Zum Vergleich: Selbst das (von der Kritik ungeliebte) Spider-Man-Spin-Off „Madame Web“ kam im gleichen Zeitraum auf 10 Millionen Views, „Venom: The Last Dance“ erreichte 8,4 Millionen.

Die Frage, die viele Fans umtreibt, ist klar: Wie geht es nun weiter mit der „28 Years“-Trilogie? Zumal „28 Years Later 3“ im Dezember 2025 angeblich schon grünes Licht bekommen hat. Dieser Film soll Gerüchten zufolge verstärkt auf den von Cillian Murphy verkörperten Charakter Jim (bekannt vor allem aus dem legendären ersten Teil) eingehen. Doch kommt Teil 3 nach dem Flop von „The Bone Temple“ wirklich? Cillian Murphy hat sich dazu bereits geäußert:

Kommt das große Finale einer der besten Horror-Reihen oder nicht? Das sagt Cillian Murphy zu "28 Years Later 3"

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