"Die Figur lag mir einfach nicht am Herzen": Dieser ikonische Marvel-Schurke hätte im Finale einer der besten Superhelden-Trilogien fast gefehlt
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Obwohl „Spider-Man 3“ sehr erfolgreich war, enttäuschte der Blockbuster die Kritik. Nicht ganz unschuldig daran war der damalige Marvel-Boss. Dieser drängte Regisseur Sam Raimi zu einer Entscheidung, die mit Spideys berühmtestem Gegner zu tun hat.

Venom zählt zu den beliebtesten und bekanntesten Gegenspielern von Spider-Man, das bewiesen die Filme mit Tom Hardy in der Hauptrolle eindrucksvoll. Denn im Gegensatz etwa zu den anderen Werken, die das Studio Sony Spideys Schurken in den letzten Jahren spendierte (z.B. „Morbius“ und „Madame Web“), war die „Venom“-Reihe kommerziell äußerst erfolgreich. Und: Sie wurde von der Fachpresse größtenteils wohlwollend aufgenommen. Dies kann man von den anderen Filmen aus Sonys Spider-Man-Universum (SSU) nicht gerade behaupten.

Der außerirdische Symbiont mit den übermenschlichen Kräften trat dabei bereits im dritten Teil der von Sam Raimi („Tanz der Teufel“) in den 2000ern inszenierten Original-Trilogie auf. „Spider-Man 3“ gilt qualitativ als mit Abstand schwächster Beitrag der Filmreihe, spielte mit fast 890 Millionen Dollar aber mehr als die Vorgänger ein. Die Tatsache, dass der Film beim Publikum so gut ankam, war vermutlich auch Venoms Live-Action-Einstand geschuldet, mit dem "Spider-Man 3" aggressiv beworben wurde. Dabei wollte der Regisseur das Monster ursprünglich gar nicht im Film haben!

Deshalb konnte Sam Raimi nichts mit Venom anfangen

Venom ist – neben Sandman und Harry Osborn alias der „neue“ grüne Kobold – einer von drei Gegnern, mit denen es Hauptdarsteller Tobey Maguire als Titelheld in „Spider-Man 3“ zu tun bekommt. Das Problem war, dass Raimi leider so gar nichts mit dem von Topher Grace gespielten Schurken anfangen konnte. „Ich habe Venom nicht wirklich gut verstanden. Die Figur lag mir einfach nicht am Herzen“, sagte er dem Online-Magazin Uproxx.

Spider-Man 3
Spider-Man 3
Starttermin 1. Mai 2007 | 2 Std. 19 Min.
Von Sam Raimi
Mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst, James Franco
Pressekritiken
2,9
User-Wertung
3,6
Filmstarts
3,5

Raimi schätze an Spider-Man vor allem die nachvollziehbaren Charaktere, in die man sich hineinversetzen könne. „Selbst wenn sie innerlich zerrissen sind, wie Norman Osborn, steckt trotzdem etwas Gutes in ihnen. Sie wollen das Richtige tun – genauso wie Peter Parker. Sogar J. Jonah Jameson hat etwas Gutes in sich“, so der Filmemacher. „In Venom jedoch habe ich nicht genug Menschlichkeit erkannt, um mich mit ihm identifizieren zu können.“

Er begann erst, sich tiefergehend mit dem Erzfeind des Wandkrabblers zu befassen, als Produzent Avi Arad ihn drängte, Venom in „Spider-Man 3“ einzubauen. Ursprünglich wollte Raimi nämlich nur Sandman und den grünen Kobold als Gegenspieler dabeihaben. Doch dagegen hatte Arad etwas. Der Grund sei die – laut Arad – große Popularität Venoms bei den (nicht zuletzt jüngeren) Spider-Man-Anhängern gewesen, wie sich Raimi in einem Gespräch mit Collider erinnerte:

„Als wir [mit dem Drehbuch] fertig waren, sagte Avi zu mir: ‚Sam, du achtest nicht genug auf die Fans. Sie lieben Venom, er ist ihr Favorit. Alle Spider-Man-Leser lieben Venom, und auch wenn du mit dem Spider-Man der 70er groß geworden bist – das ist es, woran die Kids heute denken. Baue Venom in den Film ein und höre jetzt auf die Fans.‘“ Und Raimi hörte vor allem auf Arad, immerhin war er der damalige Marvel-CEO und hatte das Sagen.

Auch wenn diese Entscheidung wohl mitverantwortlich dafür war, dass „Spider-Man 3“ letztlich zu so einem Kassenschlager wurde: Gut möglich, dass der Film mit zwei statt drei Gegnern inhaltlich deutlich runder und stimmiger ausgefallen wäre. Denn dass der Blockbuster völlig überladen ist, gilt bis heute schließlich als der Hauptkritikpunkt vieler Fans und Kritiker.

Nach dem Abschluss der „Venom“-Reihe mit Tom Hardy in „The Last Dance“ (2024) ist mit dem Superschurken indes noch längst nicht Schluss:

Marvel-Überraschung: Neuer "Venom"-Film kommt – von den Machern eines der größten Horror-Hits 2025!

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