"Ich habe viel von meiner Freude verloren": Nach diesem Kriegsfilm brauchte "Spider-Man"-Star Tobey Maguire eine Pause von der Schauspielerei
Melina Albandopulos
Melina Albandopulos
-Freie Autorin
Mit Disney begann ihre Liebe zu Filmen. Auf der nicht kürzer werdenden To-Watch-List befindet sich aber alles – von Musical bis Western.

Der bedrückende Kriegsfilm "Brothers – Zwei Brüder. Eine Liebe" nahm Spider-Man-Darsteller Tobey Maguire so sehr mit, dass er seine Freude verlor. Die Rolle des gebrochenen Soldaten und die gesamte Stimmung des Films ließen ihn lange nicht los.

Insbesondere die psychisch komplexen Rollen – Figuren, die mit einem Trauma zu kämpfen haben, Kriegsveteranen oder gebrochene Menschen – lassen Schauspieler*innen nach den Dreharbeiten oft nicht mehr los. Das erlebte auch Tobey Maguire. Nach dem Kriegsfilm „Brothers – Zwei Brüder. Eine Liebe“ (2009) von Jim Sheridan hatte er damit zu kämpfen, sich von der Rolle zu trennen.

„Ich habe viel von meiner Freude verloren“, gesteht der Spider-Man-Darsteller im Interview mit LA Times. Die dunkle Stimmung sei ihm anfangs gar nicht bewusst gewesen. Erst als er zwei Tage vor Drehende anfing, Witze zu erzählen und zu lachen – etwas, das er während des Drehs für mindestens zwei Monate nicht mehr gemacht hatte –, spürte er die Befreiung.

Brothers
Brothers
Starttermin 27. Januar 2011 | 1 Std. 45 Min.
Von Jim Sheridan
Mit Jake Gyllenhaal, Tobey Maguire, Natalie Portman
Pressekritiken
3,9
User-Wertung
3,9
Filmstarts
4,5

Darum geht's in dem Kriegsfilm

Das Remake des dänischen Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004) ist wahrlich düster: Die Brüder Sam Cahill (Tobey Maguire) und Tommy (Jake Gyllenhaal) könnten unterschiedlicher kaum sein. Während der ältere Sam Marine-Captain ist und ein glückliches Familienleben mit seiner Frau Grace (Natalie Portman) und den zwei Kindern führt, ist Tommy ein ehemaliger Bankräuber, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Doch als Sam bei einem Einsatz in Afghanistan für tot erklärt wird, kümmert sich Tommy um die Familie. Bis herauskommt, dass Sam doch noch lebt…

"Wow. Das war echt hart"

„Die Grundstimmung des Films und die Figur selbst haben mich nicht losgelassen, es war mehr eine Stimmung“, erinnert sich Maguire an die Zeit. „Ich war zwei Monate lang in dieser Stimmung.“ Die Veröffentlichung des Films fühlte sich wie eine riesige Erleichterung an. Der heute 50-jährige berichtete im Interview mit LA Times, dass sich sein Körper entspannte und er sich nur dachte: „Wow. Das war echt hart.“

Nicht nur psychisch, sondern auch körperlich war „Brothers – Zwei Brüder. Eine Liebe“ eine enorme Herausforderung: Tobey Maguire hielt sich an eine strenge Diät, wodurch er über neun Kilo abnahm. Vielleicht hatte sich seine Film-Ehefrau Natalie Portman bei ihm Tipps für ihren extremen Gewichtsverlust ein Jahr später für „Black Swan“ (2010) eingeholt (Portman hatte für die Rolle der Primaballerina ebenfalls fast zehn Kilo abgenommen).

Nach den Dreharbeiten legte Tobey Maguire erst einmal eine Pause ein und übernahm keine nennenswerten Rollen. Das änderte sich erst 2013, als er Nick Carraway in Baz Luhrmanns knallbunter Literaturverfilmung „Der große Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio als Jay Gatsby verkörperte, ebenfalls ein Film mit tragischem Ende, aber lange nicht so dramatisch wie „Brothers – Zwei Brüder. Eine Liebe“.

Erstmals Aufmerksamkeit bekommen durch „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ (1999), den großen Durchbruch gefeiert als Spider-Man, und was macht Tobey Maguire heute? Mittlerweile tritt der Schauspieler nur noch gelegentlich in großen Filmen auf wie beispielsweise in „Babylon – Rausch der Ekstase“ (2022) oder in "Spider-Man: No Way Home" (2021). Die Rolle des Sam Cahill war mit Sicherheit eine seiner tiefgründigsten im Laufe von Maguires Karriere. Schließlich wurde er auch für den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller nominiert.

Nicht selten nehmen Schauspieler*innen komplexe Rollen an und gehen bis an ihre Grenzen, um die Person authentisch zu verkörpern. Wie schonungslos sich Chris Pratt körperlich ausschöpfte, lest ihr hier:

"Ich war kraftlos, müde und emotional am Boden": So gnadenlos ging "Guardians Of The Galaxy"-Star Chris Pratt körperlich an seine Grenzen

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