Nicolas Cage steht seit 45 Jahren vor der Kamera: 1981 (!) erschien der erste Film, in dem er eine Rolle spielte (eigentlich eine Pilotfolge für eine nie gedrehte Serie namens „The Best Of Times“), anschließend wurde Cage dann in 1990er-Jahren einer der größten Stars des Planeten, bevor in den 2000ern ein langsamer Abstieg begann, er irgendwann gezwungen war, aufgrund von Geldproblemen so gut wie jede Rolle anzunehmen, und er schließlich in der aktuellen Phase seiner Karriere zu alter Stärke zurückgefunden hat. In all der Zeit hat Nicolas Cage jedoch nie in einer Serie mitgespielt – bis er jetzt die Hauptrolle in „Spider-Noir“ übernommen hat.
„Spider-Noir“ ist eine neue Marvel-Serie, die seit dem 27. Mai 2026 auf Amazon Prime Video zu sehen ist. Wie der Titel bereits andeutet, handelt es sich dabei jedoch nicht einfach nur um eine Superhelden-Serie. Vielmehr ist „Spider-Noir“ in einem New York der 1930er Jahre angesiedelt und kommt im Stil des sogenannten Film Noir daher – also eines (zumeist) in Schwarz-Weiß gedrehten Detektivfilms voller abgehalfterter Ermittler, korrupter Cops, skrupelloser Gangster und mysteriöser Femme Fatales.
„Spider-Noir“ geht dabei jedoch über reine Imitation oder gar Parodie heraus, sondern atmet auch in puncto Handlung, Dialogen und Bildsprache (bei Prime Video gibt es „Spider-Noir“ in Schwarz-Weiß und in Farbe) wirklich den Geist dieser Filme – doch das war nur einer der Gründe, warum sich Nicolas Cage ausgerechnet für diese Serie als sein Serien-Debüt entschied.
Im Interview mit dem US-Branchenmagazin Variety bekundete Cage zwar seine Liebe für den Film Noir und nannte Filme wie „Tote schlafen fest“ (1946), „Die Spur des Falken“ (1941) und „Ein einsamer Ort“ (1950) sowie Schauspieler wie Humphrey Bogart (Zitat Cage: „eine Menge Bogart“) als Vorbild. Dass Cage überhaupt in einer Serie landete, hatte jedoch einen anderen Grund:
So führte "Breaking Bad" zu Nicolas Cages Auftritt in "Spider-Noir"
„Ich wollte partout keine TV-Serie machen, weil ich nichts machen wollte, dass zu homogen war oder so wie alle anderen. Doch mein Sohn hat mir während Corona ‚Breaking Bad‘ gezeigt“, so Cage. „Ich begann zu sehen, dass die Schauspieler in dieser Serie den Luxus der Zeit hatten, um ihre Geschichte zu erzählen. Ich sah, wie Bryan Cranston gefühlt minutenlang auf einen Koffer starrte. Ich konnte meine Augen nicht von ihm abwenden und alles, was er tat, war einen Koffer anzustarren, und mir wurde klar, dass man das in einem Film nicht tun kann. Man hat keine Zeit dafür.“
So sei in ihm die Idee entstanden, in einer achtstündigen Erzählung (also einer Serie) den Samen für eine Figur einzupflanzen, die zu etwas heranwachsen könne, für das er in einem Film keine Zeit habe. „Ich habe auf etwas gewartet, das besonders werden könnte, und ich kann euch sagen, dass die Vision, die ich in meiner Vorstellung hatte, mit ‚Spider-Noir‘ genauso geworden ist, wie ich gehofft hatte. Und es war unheimlich und es war riskant. Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass ich gefeuert werde“, fuhr Cage fort.
Schließlich ahme er in seiner Performance alte Schauspieler nach und lasse das mit der Figur Spider-Man kollidieren, um ein „Roy-Lichtenstein-Pop-Art-Gefühl“ hervorzurufen. „Ich wusste nicht, ob es funktioniert, bevor ich schließlich die acht Episoden gesehen habe. Ich war sehr nervös, eine Serie zu drehen, das kann ich euch sagen.“
Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, nicht nur, weil Cage hier einen anderen Aspekt seines schauspielerischen Könnens ausleben konnte, sondern auch, weil „Spider-Noir“ richtig, richtig gut geworden ist. Mehr dazu erfahrt ihr auch in unserer Kritik zu den ersten beiden Folgen:
"Spider-Noir": So gut ist die neue Marvel-Serie mit Nicolas Cage – solltet ihr sie lieber Schwarz-Weiß oder in Farbe auf Amazon Prime Video schauen?Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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