Das US-Fernsehen ist zwar empfindlicher als das deutsche, wenn es um Schimpfwörter und implizierte (geschweige denn offensichtliche) Sexualität geht. Doch zu Gewalt haben die Amis ein abgebrühteres Verhältnis als der hiesige Jugendschutz – und das US-Bezahlfernsehen ist nochmal deutlich enthemmter als das dortige Free-TV. Wenn die Ausstrahlung einer Serienepisode selbst von der Programmaufsicht eines US-Bezahlkanals gestoppt wird, weil sie zu hart sei, spricht das Bände!
Genau das ist im Januar 2006 passiert: Die erste Staffel der kurzlebigen, provokanten Anthologieserie „Masters Of Horror“ wurde kurzfristig vom Bezahlsender Showtime gekürzt, weil sich die interne Programmredaktion weigerte, eine Episode über den Äther zu schicken – sie sei einfach zu brutal und beunruhigend.
Stattdessen wurde die von „Audition“-Regisseur Takashi Miike inszenierte Folge in den USA lediglich auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. In Deutschland unterdessen flimmerte sie 2007 erstmals in gestutzter Form über den Bezahlkanal Premiere Serie und kam um rund drei Minuten geschnitten mit einer FSK-Freigabe ab 18 Jahren in den Handel.
Erst 2011 erschien sie unter dem Titel „Imprint: Watch Your Mouth“ ungeschnitten auf DVD und Blu-ray – ohne FSK-Freigabe, sondern lediglich mit dem SPIO/JK-Siegel, dass der für sich stehenden Serienfolge keine schwere Jugendgefährdung attestiert. Im Streaming gibt es den Schocker hierzulande derzeit nicht zu sehen und selbst die gekürzten Discs sind nur noch gebraucht zu erwerben – für die Uncut-Scheiben werden oft horrende Summen verlangt:
Darum geht es in "Imprint"
Das 19. Jahrhundert: Der US-Journalist Christopher (Billy Drago) befindet sich in Japan auf der Suche nach seiner einstigen Geliebten Komomo (Michie Ito), um sie endlich aus den Fängen der Prostitution zu befreien. Eine Frau, deren entstellter Körper ihm Unbehagen bereitet, erklärt Christopher, dass er zu spät kommt: Konomo habe sich vor Kummer erhängt! Doch der Journalist hegt nach einigen kummervollen Schlucken Sake Zweifel an den grauenhaften Aussagen der Fremden – aber je weiter er nachbohrt, umso grausiger wird das, was sich (nicht nur) vor seinem inneren Auge abspielt...
Großartig, aber schwer anzuschauen
Zahlreiche „Masters Of Horror“-Fans, die sich die Mühe gemacht haben, die von Showtime gesperrte Episode auf Disc nachzuholen, waren ebenso begeistert von Miikes Inszenierung und der emotional mitreißenden Erzählung wie von der grafischen Gewalt und den implizierten Schrecken entsetzt. „Ich war nicht auf derart verstörende Inhalte vorbereitet. Ich habe bereut, sie gesehen zu haben“, urteilte etwa ein Fan auf Reddit über die Folge (via Daily Mail).
Selbst „Masters Of Horror“-Schöpfer und -Produzent Mick Garris war ähnlich schockiert davon, was Miike für seine Serie erschaffen hat. „Sie ist großartig, aber selbst ich finde es schwer, sie mir anzuschauen“, ließ sich Garris 2006 in der New York Times zitieren. Weiter befand er: „Es ist zweifelsohne der verstörendste Film, den ich je gesehen habe.“
Insgesamt entstanden 26 „Masters Of Horror“-Folgen, von denen eine weitere Probleme mit dem US-Jugendschutz hatte: „Jenifer“ von „Suspiria“-Regisseur Dario Argento lief auf Showtime bloß gekürzt. Im deutschen TV bekamen alles in allem fünf Episoden die Schere zu spüren. Zu den Regisseuren, die neben Argento und Miike an dem Format mitwirkten, gehören „Texas Chainsaw Massacre“-Macher Tobe Hooper, „Gremlins“-Regisseur Joe Dante, John Landis („American Werewolf“), „Halloween“-Regisseur John Carpenter sowie Tom Holland.
Nein, damit ist nicht der Spider-Man-Darsteller gemeint, sondern der gleichnamige Filmemacher, der unter anderem „Chucky – Die Mörderpuppe“ inszenierte. Aber es ist nicht ungewöhnlich, dass der „Spider-Man: Brand New Day“-Star für Verwechslungen sorgt. Eine hoch dotierte Verwirrung rund um Tom Holland haben wir euch zum Beispiel im folgenden Beitrag zusammengefasst:
"Es war mehr Geld, als ich jemals gesehen habe": Tom Hollands Marvel-Bonus-Info landete versehentlich bei "The White Lotus"-StarUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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