Quentin Tarantino gilt als einer der größten Filmexperten überhaupt. Warum das so ist, zeigt sich nicht nur in zahlreichen Interviews, in denen der 63-Jährige lang und breit über die Kinogeschichte doziert – sondern auch in Regiearbeiten wie „Pulp Fiction“ oder „Kill Bill“, die bis zum Rand gefüllt sind mit filmhistorischen Hommagen und Querverweisen.
Viele glauben aus diesem Grund, dass der ehemalige Videothekar nahezu jeden Film gesehen hätte, der jemals gedreht wurde. Doch wir alle haben unsere Lücken – das gilt selbst für Tarantino. Als Jimmy Kimmel ihn 2022 nach dem größten Film fragte, der ihm fehle, antwortete der „Once Upon A Time... In Hollywood“-Macher: „Ich habe ‚The Sound Of Music‘ nie gesehen.“ (via Far Out Magazine)
Fünf Oscars und ein Leinwand-Rekord
„The Sound Of Music“, auch bekannt unter dem deutschen Verweistitel „Meine Lieder – meine Träume“, ist zweifellos ein Meilenstein des US-amerikanischen Films: Obwohl klassische Technicolor-Musicals im Jahr 1965 längst nicht mehr das Nonplusultra in Hollywood waren, schlug das von „West Side Story“-Regisseur Robert Wise inszenierte Epos ein wie eine Bombe – es wurde nicht nur zum mit Abstand erfolgreichsten Film des Jahres, sondern konnte sich auch ganze 147 (!) Wochen lang in den amerikanischen Kinos halten. Damit hält „The Sound Of Music“ bis heute einen Rekord!
Auch die Oscars standen ganz im Zeichen des rund dreistündigen Musicals, das übrigens auf dem deutschen Heimatfilm „Die Trapp-Familie“ basiert: Fünf Goldstatuen konnte „The Sound Of Music“ abräumen, darunter als Bester Film und für die Beste Regie.
Das ist "The Sound Of Music"
In „The Sound Of Music“ verkörpert Julie Andrews die lebensfrohe Novizin Maria, die mit ihrer unkonventionellen Art immer wieder aneckt. Um Abstand vom Klosteralltag zu gewinnen und ihren weiteren Lebensweg zu überdenken, wird sie als Gouvernante zur Familie von Trapp entsandt. Dort kümmert sie sich um die sieben Kinder des verwitweten Marineoffiziers Georg von Trapp (Christopher Plummer) und bringt nach und nach neuen Schwung in das strenge Familienleben.
Die Handlung spielt dabei im Österreich der späten 1930er-Jahre – kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. So steht der überbordenden Farbenpracht und zeitlos eingängigen Songs wie „My Favourite Things“ die Angst vor dem wachsenden Einfluss der Nazis gegenüber.
Ob Tarantino den Film mittlerweile gesehen hat, ist nicht bekannt – doch hätte er diese riesige Lücke geschlossen, ist ziemlich sicher davon auszugehen, dass er uns das etwa bei einem seiner zahlreichen Podcast-Auftritte mitgeteilt hätte. Einen triftigen Grund, „The Sound Of Music“ zu ignorieren, hat das „Inglourious Basterds“-Mastermind jedenfalls nicht – schließlich ist er dem Musical-Genre durchaus zugeneigt, wie ihr im folgenden Artikel herausfinden könnt:
"Ein wahres Kino-Spektakel": Quentin Tarantino liebt diesen zu Unrecht gefloppten Film von Steven SpielbergUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.