Heute im TV: Ein packendes Geschichtsdrama aus Deutschland, besetzt mit jeder Menge Stars!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Jung sein während der 1960er in der DDR – wie war das damals? Der mit großen Gefühlen, etwas Humor und jeder Menge Musik angereicherte „Der Rote Kakadu“ zeigt, wie es gewesen sein könnte. Am Abend läuft der Film ohne Werbung im Free-TV:

Kommen Deutschland und die 1960er ins Spiel, dann fällt den meisten von uns wohl der Mauerbau in Berlin, die Elbeflut in Hamburg, das sogenannte „Wirtschaftswunder“, die Studentenbewegung und vielleicht noch das verlorene (verschobene?) Finale der Fußball-WM von 1966 ein. Wie der Alltag dieser Ära im östlichen Teil des mittlerweile längst wiedervereinten Landes aussah, daran denken wohl primär nur noch die, die diese Zeit in der DDR selbst miterlebt haben. „Die Katze“- und „Die geliebten Schwestern“-Regisseur Dominik Graf gewährt uns Westlern und/oder Spätgeborenen anhand seines 2006 mit prominenter Besetzung entstandenen Spielfilms „Der Rote Kakadu“ einen unterhaltsamen, aber auch nachdenklich machenden Blick in diese vergangene Welt.

Der Rote Kakadu“ läuft am heutigen 22. Juni 2026 um 22.45 Uhr im NDR-Fernsehen. Eine Wiederholung wird auf absehbare Zeit nicht angeboten. Leider gibt es den FSK-12-Titel derzeit auch nicht im Streaming zu sehen – weder in einem der diversen Flatrate-Programme noch als Video-on-Demand. Auf DVD ist er weiterhin zu haben – das allerdings nur zum vergleichsweise happigen Preis. Falls ihr also Interesse an dem Film habt, solltet ihr die Ausstrahlung besser nicht verpassen oder versuchen, diese irgendwie aufzuzeichnen.

Lohnt sich das Einschalten?

Wie unsere Autorin Deike Stagge in der FILMSTARTS-Kritik zu „Der Rote Kakadu“ analysiert, begeistert dessen detailverliebte Ausstattung auf den ersten Blick. Authentische Fahrzeuge, Frisuren und Kostüme erzeugen sofort eine stimmige Atmosphäre. Mit Hilfe dieser fällt es leicht, sich in die Charaktere hineinzudenken und hineinzufühlen. Und das, obwohl das Drehbuch mit Themen wie Flucht, Systemkritik, Familie, Dreiecksbeziehung, Verrat und Intrigen das Fakten und Fiktion ineinanderfließen lassende Szenario streckenweise ganz schön überfrachtet. Dominik Grafs flotte, dennoch präzise Inszenierung und das leidenschaftliche Zusammenspiel des Protagonist*innen-Trios machen diesen Mangel aber größtenteils locker wett.

Die Chemie zwischen Max Riemelt („Mädchen, Mädchen“), Jessica Schwarz („Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders“) und dem damals noch am Anfang seiner Filmkarriere stehenden Ronald Zehrfeld („Barbara“) ist großartig. Trotz ihrer leicht überhöht gezeichneten Figuren und der immer mal wieder konstruiert daherkommenden Handlung wirken die Gefühle und Gespräche im Rahmen dieser Dreiecksbeziehung stets authentisch.

An der Seite von Riemelt, Schwarz und Zehrfeld sind außerdem noch einige weitere bekannte Gesichter in mal mehr, mal weniger entscheidenden Nebenparts zu entdecken. So könnt ihr euch unter anderem auf Devid Striesow („Fraktus“), Tanja Schleiff („Charité“), Ingeborg Westphal („Schussangst“) und den immer wunderbar eigenwilligen Volker Zack („Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“) freuen.

Der Rote Kakadu
Der Rote Kakadu
Starttermin 16. Februar 2006 | 2 Std. 08 Min.
Von Dominik Graf
Mit Max Riemelt, Jessica Schwarz, Ronald Zehrfeld
User-Wertung
3,1
Filmstarts
3,0

„Der Rote Kakadu“ ist kein „Good Bye, Lenin!“ – aber das will und soll dieser nicht immer stimmige, dafür aber durchgehend unterhaltsame Mix aus Drama und Liebesfilm, aus historisch Verbrieftem und purem Entertainment auch gar nicht sein. Sehenswert ist das Ganze vor allem aufgrund der Stars und des gelungenen Aufbaus einer Atmosphäre, die heutzutage einfach nicht mehr zu erleben ist.

Das ist die Story von "Der Rote Kakadu"

April 1961, vier Monate vor dem Mauerbau: Kurz nachdem Siggi (Max Riemelt) nach Dresden gekommen ist, verliebt er sich spontan in die junge Schriftstellerin Luise (Jessica Schwarz). Sie zeigt ihm den berüchtigten Tanzschuppen „Roter Kakadu“ und stellt ihm bei der Gelegenheit auch gleich Wolle (Ronald Zehrfeld) vor – ihren Ehemann. Die neue Freundschaft und der zu später Stunde im „Roten Kakadu“ laufende Rock 'n' Roll beflügeln Siggi, dem der Kontakt zu freigeistigen Künstler*innen bisher fremd war.

Doch seine neugewonnene, jugendliche Unbeschwertheit kollidiert schnell mit den repressiven Verhältnissen in der DDR. Siggi möchte Kulissenmaler am lokalen Theater werden, braucht dafür aber das Einverständnis der Partei. Luise wiederum bleibt der Zugang zur Arbeitsgemeinschaft junger Autor*innen verwehrt, weil ihre Gedichte den Entscheidungsträgern zu dekadent erscheinen. Als Siggi dann sein romantisches Interesse an Luise nicht weiter unterdrücken mag, zerbricht auch noch die Freundschaft zwischen ihm und Wolle…

Nicht mehr lange und ihr könnt Max Riemelt mal wieder auf großen Leinwänden erleben. Ein Kinoticket lohnt sich in diesem Falle allemal. Im folgenden Artikel stellen wir euch den passend betitelten neuen Film „Etwas ganz Besonderes“ samt seines Trailers vor:

Einer der besten deutschen Filme 2026! Hier ist der Trailer zum Berlinale-Hit "Etwas ganz Besonderes"

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