Trotz "Michael"-Erfolg: Episches Nachfolgeprojekt des Machers ist tot, nachdem Netflix den Stecker gezogen hat
Teile diesen Artikel

Mit dem Erfolg seines Michael-Jackson-Biopics im Rücken wollte Antoine Fuqua endlich gemeinsam mit Denzel Washington ein Traumprojekt realisieren. Doch Netflix hat aufgrund der Kosten von 200 Millionen Dollar jetzt endgültig den Stecker gezogen.

Universal Pictures

Seit Jahren arbeiten „Michael“-Regisseur Antoine Fuqua und Superstar Denzel Washington an „Hannibal“, einem Historien-Epos über den karthagischen Feldherrn Hannibal Barca und den Zweiten Punischen Krieg. Mit der Hilfe von Netflix sollte der Film realisiert werden. John Logan, der mit „Gladiator“ bereits ein ähnliches Werk in seiner Vita hat, schrieb das Drehbuch und eigentlich hoffte man, noch dieses Jahr drehen zu können. Doch mitten in der Suche nach geeigneten Drehlocations und dem Casting-Prozess für die weiteren Rollen wurde im Juni 2026 bekannt, dass Netflix die Pause-Taste gedrückt habe. Wie wir jetzt erfahren, war diese Berichterstattung wohl leicht falsch. Denn Netflix hat das Projekt nicht pausiert, sondern offenbar komplett beendet.

Diese Information kommt zumindest von einer Person, die es wissen muss: Der dreifach Oscar-prämierte Kameramann Robert Richardson („Aviator“, „JFK“) sollte das Projekt für Fuqua bebildern. Dem Magazin The Playlist erklärte er aber nun, dass daraus nichts wird. Der Film sei „praktisch tot“ – er verwendet damit den gerne genutzten Branchenjargon, wenn ein Projekt endgültig auf Eis liegt.

"Hannibal" war Netflix wohl zu teuer

Als vor einem Monat die Meldung die Runde machte, dass Netflix das Projekt pausiert, wurde noch Hoffnung geäußert. Da hieß es, dass der Streamingdienst und Fuqua nach einem Weg suchen würden, „den Film wieder auf Kurs zu bringen“. Es sei weiterhin das gemeinsame Ziel, ein Epos über Hannibal zu machen. Doch es gab wohl keinen gemeinsamen Weg.

Als Knackpunkt gelten dabei einzig und allein die Kosten. Fuqua hat ein Budget von 200 Millionen Dollar veranschlagt. Für Netflix, wo man mittlerweile stärker auf die Ausgaben für einzelne Filme achtet, war das zu viel. Allerdings scheint auch Fuqua keinen Weg zu finden, die mit großen Schlachten, in denen ja auch Elefanten eine wichtige Rolle spielen, epische Geschichte deutlich günstiger zu erzählen.

Unglücksrabe Richardson: "1,5 bis 2 Jahre, in denen ich nicht gearbeitet habe."

Für den preisgekrönten Kameramann Robert Richardson geht damit eine kleine Pechsträhne weiter, in der er einige Projekte nicht machen konnte. Eigentlich sollte er für Fuqua bereits „Michael“ bebildern. Doch dann stand Quentin Tarantinos letzter Film „The Movie Critic“ an und der bat seinen langjährigen Stammkameramann Richardson, für ihn wieder die Kamera zu übernehmen. Fuqua gab Richardson frei, dann entschied sich Tarantino aber bekanntlich um:

„Quentin rief mich einen Monat später an und sagte: ‚Ich werde den Film nicht machen, ich habe ein neues Drehbuch geschrieben‘. Er schickte es mir, und das ist mehr oder weniger das, was Fincher jetzt drehte“, erklärt Richardson dazu in einem weiteren aktuellen Interview gegenüber ScreenDaily. Aber auch das „Once Upon A Time … In Hollywood“-Sequel „The Adventures Of Cliff Booth“ bebilderte er dann nicht. Weil man auf Brad Pitt warten musste, verzögerte sich das Projekt immer weiter und Richardson musste sich irgendwann verabschieden.

Netflix-Start von "Once Upon A Time In Hollywood"-Sequel mit Brad Pitt steht endlich fest – und es gibt noch mehr gute Nachrichten!

„Damit war der Film für mich gestorben“, so der Kameramann. „Das waren im Grunde eineinhalb bis zwei Jahre, in denen ich nicht gearbeitet habe.“ Aktuell ist so „The Equalizer 3“ aus dem Jahr 2023 der letzte Film von Richardson, der erschienen ist. In Kürze soll sich das jedoch ändern. Demnächst erscheint die bereits seit Jahren abgedrehte Komödie „4 Kids Walk Into A Bank“ mit Liam Neeson nach langer Verzögerung. Vor allem soll aber im Herbst das Biopic „Madden“ mit Nicolas Cage und Christian Bale folgen.

Wie es für Fuqua weitergeht, ist dagegen unbekannt. Womöglich nutzt er jetzt die freie Zeit, um doch ein Sequel zu „Michael“ zu machen, nachdem es bislang so aussah, als würde er für dieses nicht mehr zur Verfügung stehen. Vielleicht holt er dann auch wieder Richardson an Bord. Wie die Fortsetzung aussehen soll, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Michael 2": So wird die Fortsetzung zum Michael-Jackson-Megahit aussehen!

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren