"Michael 2": So wird die Fortsetzung zum Michael-Jackson-Megahit aussehen!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

„Michael“, das aktuell weltweit in den Kinos laufende Biopic über den wohl größten Popstar aller Zeiten, ist ein veritabler Superhit. Und mit jedem verkauften Ticket steigt die Chance auf einen zweiten Film. Aber was würde uns bei diesem erwarten?

Die Handlung des Michael-Jackson-Biopics „Michael“ endet im Jahr 1988: Der Sänger hat „Bad“ veröffentlicht, eines der bestverkauften Musikalben aller Zeiten, und befindet sich auf der dazugehörigen Tournee mit überall ausverkauften Stadien. Jackson ist auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere angelangt und wir sehen Jaafar Jackson in der Titelrolle bei einem triumphalen Jackson-Auftritt in London. Im Anschluss wird der Sound heruntergedreht, die Leinwand wird schwarz, bis dort in großen Lettern die Worte „His story continues“ erscheinen und dann der Abspann kommt.

Na klar, in der Realität ging Jacksons Geschichte weiter – noch gute zwei Dekaden lang, bis der Sänger im Alter von nur 50 Jahren in seiner Villa in Los Angeles leblos aufgefunden und wenig später für tot erklärt wurde. Die Todesursache war ein Atemstillstand aufgrund einer Überdosis Narkosemittel, die Jackson von seinem Leibarzt wegen massiver Schlafstörungen verabreicht wurden. Dazwischen gab es im Leben des Musikers allerdings noch viele bemerkenswerte Ereignisse, die problemlos mindestens einen weiteren Film füllen würden.

Nur welche davon würden die Fans überhaupt zu Gesicht bekommen? Wir haben mal nachgeforscht, was realistisch in „Michael 2“ gezeigt werden könnte. Denn schon „Michael“ musste vor seiner Veröffentlichung massiv überarbeitet und umgeschnitten werden, wie ihr in diesem Artikel nachlesen könnt:

Extra ein ganzes Jahr verschoben: So anders hätte "Michael" ursprünglich enden sollen!

Das könnte uns in "Michael 2" erwarten

„Bohemian Rhapsody“-Produzent Graham King und „Training Day“-Regisseur Antoine Fuqua hatten für „Michael“ sehr viel mehr Szenen gefilmt, als schließlich im Kino zu sehen sind. Schon bei der Fertigstellung ging man davon aus, einen Zweiteiler zu realisieren. Doch dann zwangen rechtliche Probleme die Macher dazu, ihre Pläne nahezu komplett über den Haufen zu werfen. Der Film musste neu strukturiert, stark umgeschnitten und mittels Nachdrehs noch um weitere Szenen, einen neuen Anfang und ein neues Ende ergänzt werden.

Gehen wir mal davon aus, dass Teile des herausgeschnittenen Materials aufgrund der rechtlichen Situation auch für „Michael 2“ nicht genutzt werden können, so wird dennoch einiges an bisher unveröffentlichten Szenen verwendbar sein. Denn Fuqua und sein Drehbuchautor John Logan („James Bond 007 - Skyfall“) hatten eigentlich nicht vor, die Handlung bereits 1988 enden zu lassen. Es dürften also bereits diverse Sequenzen existieren, die nach der „Bad“-Tour spielen und nicht mit den Beschuldigungen von 1993 wegen Kindesmissbrauchs sowie der außergerichtlichen Einigung mit dem Kläger zusammenhängen, der laut dieser im Film weder namentlich genannt noch abgebildet werden durfte. Dazu ließ das produzierende US-Studio Lionsgate („Die Tribute von Panem“,„John Wick“) kürzlich verlauten, dass etwa 30 Prozent der aus der Urfassung von „Michael“ herausgeschnittenen Szenen für weitere Filme (also sogar Mehrzahl!!) verwertbar wären.

Michael 2
Michael 2
Von Antoine Fuqua
Mit Jaafar Jackson

Bestätigt ist bereits, dass Fuqua und seine Crew die 1988 von Jackson gekaufte Neverland-Ranch aufwändig nachbauen ließ. Dabei handelte es sich um die erste eigene Privatresidenz des Musikers, nachdem dieser mit 29 Jahren bei seinen Eltern ausgezogen war. Auf dem gigantischen Anwesen ließ er einen Freizeitpark inklusive Karussells, Riesenrad und Achterbahn, einem Piratenschiff und einer Autoscooter-Anlage errichten. Obendrein gab es einen Zoo mit jeder Menge exotischer Tiere und man konnte mit drei extra gebauten Eisenbahnen zwischen verschiedenen Orten des Grundstücks hin- und herfahren.

Laut einem Interview mit dem Magazin The New Yorker glauben Fuqua und Lionsgate, dass zumindest die 1994 durchgeführte Durchsuchung der Ranch durch die Polizei von Los Angeles – ein absoluter Tiefpunkt im Leben des Sängers – in einem zweiten Film vorkommen könnte: „Ich habe ihn dabei gefilmt, wie er nackt ausgezogen und wie ein Tier, ein Monster, behandelt wurde“, schilderte Fuqua eine spezielle Szene in dem Gespräch.

Abgesehen davon dürfte das Sequel auch den 2005 von der Staatsanwaltschaft Los Angeles gegen Jackson angestrengten Prozess (erneut wegen Kindesmissbrauchs) zeigen, der einen wahren Medienzirkus auslöste und mit dem Freispruch des Künstlers in sämtlichen Anklagepunkten endete. Zudem könnte seine enge Freundschaft mit Hollywood-Legende Elizabeth Taylor ein Thema sein, seine fast dreijährige Ehe mit Elvis-Tochter Lisa Marie Presley, die Herstellung seiner Sci-Fi-Filme „Moonwalker“ und „Captain EO“ (immerhin in Zusammenarbeit mit Kino-Giganten wie Francis Ford Coppola und George Lucas), Jacksons Verhältnis zu seiner zweiten Ehefrau Debbie Rowe und den gemeinsamen Kindern, sein gefeierter Auftritt in der Halbzeitpause des 1993er-Super-Bowls, das Schlagzeilen machende Interview mit Oprah Winfrey aus demselben Jahr und und und…

Es gäbe noch so viel aus diesem außergewöhnlichen Leben zu erzählen, dass ein zweiter und vielleicht sogar ein dritter Film problemlos zu füllen wäre. Zumal in diesen noch jede Menge Performances von Megahits untergebracht werden könnten, die in „Michael“ nicht zu hören sind. Gerade diese dürften viele Fans anhand der von ihnen gefeierten Darstellung durch Michaels Neffen Jaafar Jackson ganz sicher sehen und hören wollen. Wir denken da beispielsweise an Klassiker wie „Man In The Mirror“, „Dirty Diana“, „You Are Not Alone“, „The Way You Make Me Feel“ und „Black Or White“. Jaafar Jackson selbst, der bereits öffentlich geäußert hat, dass er bei einem zweiten Film sofort dabei wäre, hat zudem einen Song, den er in „Michael 2“ unbedingt dabei haben wolle: „Smooth Criminal“ – seinen persönlichen Lieblingstitel aus dem Repertoire seines Onkels.

„Michael“ läuft aktuell bundesweit auf deutschen Leinwänden. Warum sich ein Kinoticket speziell für Fans der Pop-Ikone lohnt und was wir sonst noch von dem Biopic halten, könnt ihr in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik lesen oder in der Videoversion auf unserem FILMSTARTS-YouTube-Kanal sehen und hören:

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