Die Filme des US-Animationsstudios Laika zeichnen sich durch fantastische Welten, hintersinnigen Humor und schräge Außenseiter-Figuren aus. Mit dieser Erfolgsformel entwickelten sich etwa „Coraline“ oder „ParaNorman“ zu absoluten Fan- und Kritikerlieblingen. Mit „Mister Link“ liegt der letzte Langfilm der Trickschmiede allerdings schon sieben Jahre zurück.
Umso mehr dürften Stop-Motion-Liebhaber dem 26. Oktober 2026 entgegenfiebern. Dann startet das sechste Laika-Werk „Wildwood“ in den USA in den Kinos, nachdem das Studio die Rechte an dem Fantasy-Bestseller von Colin Meloy bereits 2011 erworben hat (einen deutschen Termin gibt es noch nicht). Doch die Wartezeit könnte sich gelohnt haben. „Wildwood“-Anhänger dürfen sich nämlich auf ein animiertes Abenteuer freuen, das in Sachen Laufzeit (fast) alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.
Nur dieses Marvel-Highlight dauert noch länger als "Wildwood"
Der von Laika-CEO und Blockbuster-Regisseur Travis Knight („Bumblebee“) gedrehte Film konzentriert sich auf den ersten „Wildwood“-Band von 2011 (2012 und 2014 folgten zwei weitere). Die Story ist einem geheimnisvollen Wald (dem „Wildwood“) angesiedelt, aus dem die jugendliche Hauptfigur Prue ihren kleinen Bruder retten muss. Dieser wurde von einem Schwarm Krähen entführt und in den Wald verschleppt. Dort macht Prue Bekanntschaft mit allerlei magischen Wesen und erlebt das Abenteuer ihres Lebens.
Allein der erste „Wildwood“-Roman ist fast 550 Seiten stark. Diese Länge (oder besser: Dicke) spiegelt sich auch in der Laufzeit der Verfilmung. Das Portal World Of Reel bezieht sich auf Informationen der Website von Regal (die zweitgrößte US-Kinokette) und meldet, dass „Wildwood“ stolze 139 Minuten (!) lang sein wird. Damit wäre er der zweitlängste englischsprachige Animationsfilm der Kinogeschichte – knapp hinter dem gefeierten Marvel-Hit „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ (2023) mit 141 Minuten. Animes wie etwa aus dem Hause Studio Ghibli spielen indes öfter in dieser Liga.
Traditionell liegt die durchschnittliche Spielzeit eines Animationsfilms, wie sie etwa Disney oder Pixar auf den Weg bringen, bei allerhöchstens 120 Minuten. Nicht zuletzt um der kürzeren Aufmerksamkeitsspanne jüngerer Kinobesucher*innen zu entsprechen, für die Animationsfilme in erster Linie produziert werden. Die zwei Stunden und 19 Minuten von „Wildwood“ lassen daher auf ein fesselndes, monumentales Trick-Abenteuer hoffen. Zumindest (fürs Erste) in den USA, denn wann der Film hierzulande zu sehen sein wird, ist aktuell noch nicht bekannt.
Für Knight, der gelernter Animator ist, markiert „Wildwood“ die Rückkehr zum Animationsfilm, nachdem er zuletzt die Realfilme „Bumblebee“ und den Sci-Fi-Actioner „Masters Of The Universe“ drehte. Zu einer möglichen Fortsetzung des He-Man-Blockbusters hat sich der Filmemacher auch schon geäußert:
Kommt "Masters Of The Universe 2"? Das sagt He-Man-Regisseur Travis Knight zu einer möglichen Fortsetzung