Die Filmwelt ist in Trauer: Am gestrigen Montag, den 13. Juli, ist mit Sam Neill einer der vielseitigsten Charakterdarsteller Hollywoods im Alter von 78 Jahren verstorben. Die meisten Zuschauer*innen kennen den Schauspieler wohl für seine Rolle des Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs Mega-Blockbuster „Jurassic Park“, die er in zwei weiteren Teilen des Dino-Franchises erneut aufgriff – zuletzt 2022 in „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“.
Doch auch für Filme wie den Horror-Klassiker „Possession“ (1981), den Thriller „Todesstille“ (1989), die Literaturverfilmung „Jagd auf Roter Oktober“ (1990), das romantische Drama „Das Piano“ (1993) oder John Carpenters unterschätzten „Die Mächte des Wahnsinns“ (1995) wird Neill in Erinnerung bleiben.
Ganz besonders wichtig blieb Neill aber ein zumindest in Deutschland eher unbekannter Film aus seinen frühen Karrieretagen: „Meine brillante Karriere“ (1979), das Regiedebüt der australischen Regisseurin Gillian Armstrong („Betty und ihre Schwestern“).
Die Adaption des gleichnamigen, semi-autobiografischen Romans von Miles Franklin erzählt die Geschichte der jungen Sybylla Melvyn (Judy Davis), die sich gegen die starren gesellschaftlichen Erwartungen auflehnt, mit denen Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts konfrontiert waren. Statt eine Vernunftehe einzugehen, träumt die junge Frau von einem unabhängigen Leben und einer Karriere als Schriftstellerin. Sam Neill war als ihr wohlhabender Verehrer Harry Beecham in dem Film zu sehen.
Sam Neill schwärmte bis zuletzt von "Meine brillante Karriere"
In Australien war „Meine brillante Karriere“ sehr erfolgreich. In Deutschland dagegen war ihm (völlig zu Unrecht, wie auch der Autor dieser Zeilen bezeugen kann) nicht einmal ein Kinostart vergönnt. 1980 feierte er seine TV-Premiere, neun Jahre später wurde er auf VHS veröffentlicht. Bis heute hat der Film allerdings keine weitere deutsche Heimkino-Auswertung erhalten und ist zudem bei keinem Streamingdienst verfügbar. Kein Wunder, dass das für seine Kostüme oscarnominierte Werk hierzulande ein Schattendasein fristet.
Dabei hat Neill im Interview mit The Guardian noch vor zwei Jahren in den höchsten Tönen von „Meine brillante Karriere“ geschwärmt: „Er war ein wahrhaft bahnbrechendes feministisches Meisterwerk“, so der Neuseeländer. „Es war ein Film über Frauen, gemacht von Frauen – und das war damals fast unvorstellbar. Und ehrlich gesagt ist es selbst heute noch selten.“
Bleibt nur zu hoffen, dass „Meine brillante Karriere“ nach 47 Jahren noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhält – und vielleicht endlich auch in Deutschland wieder zugänglich gemacht wird.
Warum sich „Wednesday“-Star Jenna Ortega derweil extrem beeindruckt von Sam Neills Film „Possession“ zeigte, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
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