8 Oscars, 99 Prozent auf Rotten Tomatoes, 5 Sterne auf Filmstarts: Dieses Meisterwerk hat das amerikanische Kino für immer verändert
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„Die Faust im Nacken“ schildert auf fast dokumentarische Weise das Leben der New Yorker Hafenarbeiter. Das kompromisslos authentische Sozialdrama veränderte die Filmwelt für immer – dank eines Hauptdarstellers, der mit seiner Rolle verschmolz.

Es gibt Schauspieler*innen, die für ihre Rollen bis an die Grenzen des Erträglichen – und darüber hinaus – gehen. Dazu gehören etwa Oscar-prämierte Meister ihres Fachs wie Daniel Day-Lewis, Al Pacino oder Robert De Niro, die mit ihren Charakteren emotional und mental eins werden. Sie spielen ihre Figuren nicht nur, sie leben sie. Diese Art des Schauspielens ist als Method Acting bekannt.

Unvergessen sind auch Heath Ledgers brillante Performance als Joker in „The Dark Knight“ oder Leonardo DiCaprio als der Natur strotzende Trapper in „The Revenant“. Doch all diese Darbietungen von Method Acting wären ohne Hollywood-Ikone Marlon Brando so vielleicht nie möglich gewesen.

1954 prägte der legendäre Darsteller im Schwarz-Weiß-KlassikerDie Faust im Nacken (99 Prozent positiver Kritiken auf Rotten Tomatoes) die Schauspielkunst nachhaltig. Brando revolutionierte das Method Acting und brachte zusammen mit Regisseur Elia Kazan ganz nebenbei einen neuen Realismus in das bis dahin oft gelackte, stilisierte Hochglanz-Kino der Traumfabrik.

Das ist "Die Faust im Nacken"

Ex-Boxer Terry Malloy (Brando) ist am New Yorker Hafen als Dockarbeiter beschäftigt. Sein Bruder Charley (Rod Steiger) ist Rechtsanwalt der Gewerkschaft und sorgt dafür, dass Terry Privilegien genießt. Doch dieses Glück haben nicht alle. Denn die Gewerkschaft unter ihrem rücksichtlosen Boss Johnny Friendly (Lee J. Cobb) ist korrupt und beutet ihre Angestellten radikal aus. Wer sich gegen das System stellt, muss damit rechnen, entlassen oder – im schlimmsten Fall – ermordet zu werden. Als Terry Opfer von Friendly wird, wechselt er die Seiten. Mithilfe des rechtschaffenen Priesters Berry (Karl Malden) beginnt er den Kampf gegen die menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen.

Die Faust im Nacken
Die Faust im Nacken
Starttermin 19. März 2024 | 1 Std. 46 Min.
Von Elia Kazan
Mit Marlon Brando, Karl Malden, Eva Marie Saint
Pressekritiken
5,0
User-Wertung
4,2
Filmstarts
5,0

Glattgebügelte, durchweg sympathische Charaktere, aufwendige Sets und bunte, künstliche Studiokulissen? Das alles gibt es in „Die Faust im Nacken“ nicht. Stattdessen setzt der an Originalschauplätzen in den New Yorker Hafenanlagen gedrehte Film ganz auf Authentizität und eine glaubhafte Milieu-Schilderung. Kazan („Jenseits von Eden“) zeigt schonungslos die Ausbeutung der „einfachen Leute“ und rückt gleichsam das prekäre Leben der Dockarbeiter ins Zentrum. Hier erscheint der dreckige, raue Schauplatz (der Hafen) als Ort, an dem einzig das Recht des Stärkeren gilt.

Marlon Brando verschmilzt förmlich mit der Figur des Malloy und liefert eine Jahrhundert-Performance. Er legt seine Figur psychologisch tiefgründig an und verleiht ihr eine Art von emotionalem Ausdruck, wie man es zuvor in der Schauspielerei nicht gesehen hat. Der Lohn: „Die Faust im Nacken“ wurde mit zahlreichen Preisen prämiert, darunter acht Oscars (u.a. für Brando und Kazan) und vier Golden Globes. Und auch in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik erhielt das Meisterwerk die seltene Höchstwertung von 5 Sternen.

Übrigens: Trotz einem Oscar-Gewinn ist das viel diskutierte Drama, um das es im nachfolgenden Artikel geht, heute fast vergessen. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

Vor 20 Jahren gewann er den wichtigsten Oscar – doch heute spricht niemand mehr über diesen starbesetzten Film!

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Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.
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