So brutal war Marvel noch nie! Neues Wolverine-Abenteuer verweist auf legendäre Horror-Klassiker
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Dass Marvel auch hart kann, bewies schon „Deadpool & Wolverine“ in den Kinos. Doch ausgerechnet die auf Disney+ laufende Serie „X-Men '97“ setzt mit einer neuen Folge und zahlreichen Horror-Anspielungen noch einen drauf.

Seit dem 15. Juli 2026 ist auf Disney+ die neue „X-Men '97“-Episode mit dem Titel „Waffe X, Lügen, und DVDs“ verfügbar. Der Titel spielt natürlich auf Steven Soderberghs Klassiker „Sex, Lügen und Video“ sowie vor allem auf eine Episode aus der „X-Men“-Originalserie mit dem Titel „Waffe X, Lügen und ein Videoband“ an. Doch die Episode selbst verneigt sich tief vor den großen Klassikern des Sci-Fi-Horrors.

Allen voran die „Alien“-Filme, „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Predator“ werden mit überraschend blutigen Bildern zitiert. Mittendrin ist Wolverine, der so entfesselt agiert, wie ihn Fans aus einigen seiner besten Comics kennen, er in bewegten Bildern aber bislang nie sein durfte.

Achtung: Wir werden nicht alle Details verraten, aber ganz lässt es sich nicht vermeiden. Der weitere Artikel enthält daher Spoiler zur 5. Folge der 2. Staffel „X-Men ‘97“!

Darum geht es in der Horror-Episode von "X-Men '97"

Die neue Episode entfernt sich vom bisher im Zentrum stehenden Kampf der X-Men mit Apocalypse. Anknüpfend an die Abspannszene der vierten Folge, in welcher Wolverine von Captain America und Black Widow Informationen über eine Geheimeinrichtung bekommen hat, ist er jetzt auf dem Weg zu dieser. Dabei hat er ein ungewöhnliches Team um sich geschart, dem auch einige Erzfeinde angehören.

Gemeinsam mit Lady Deathstrike, Sabretooth, Morph, Maverick und Garrison Kane will Wolverine die Weapon-X-Anlage zerstören. Doch schon als ihr Flieger durch einen mutierten Vogel zum Absturz gebracht wird, dämmert dem Team, dass hier kein gewöhnlicher Einsatz, sondern ein regelrechter Albtraum auf sie wartet.

In der Forschungseinrichtung stoßen Wolverine, Morph und Co. vor allem auf Leichen. Disney und seine verbundenen Unternehmen
In der Forschungseinrichtung stoßen Wolverine, Morph und Co. vor allem auf Leichen.

Bereits kurz nach Betreten der verlassenen Forschungseinrichtung stapeln sich die Leichen. Verstümmelte Wissenschaftler liegen in Blutlachen, einer Toten fehlt ein kompletter Arm, überall finden sich tiefe Krallenspuren und zerfetzte Körper. Selbst in animierten Bildern ist das ungewöhnlich drastisch. Die Episode schreckt zudem nicht davor zurück, auch Figuren sterben zu lassen und zeigt in diesem Zusammenhang deren Tod deutlich expliziter, als man es erwarten durfte.

Auf den Spuren der "Alien"-Reihe

Schon die Handlung macht deutlich, dass wir hier kein klassisches Superhelden-Abenteuer erleben. Die gesamte Episode erinnert über weite Strecken an James Camerons „Aliens“. Eine schwer bewaffnete Truppe dringt in eine verlassene Forschungseinrichtung ein, findet nur noch Leichen vor und merkt nach und nach, dass sich dort eine besondere Bedrohung ausgebreitet hat. Bewusst verweisen einzelne Dialoge auf den Sci-Fi-Klassiker und gleich zwei Mal wird auf den großen Bill Paxton und seinen Part in James Camerons Meisterwerk angespielt – sogar inklusive eines „Game over!“-Zitats.

Morph, Sabretooth und Lady Deathstrike sind nicht alleine. Disney und seine verbundenen Unternehmen
Morph, Sabretooth und Lady Deathstrike sind nicht alleine.

Wer sich ein wenig mit Marvel-Comics auskennt, dürfte schon eine Ahnung haben, in welche Richtung es geht. Deswegen ist es wohl keine zu große Enthüllung, wenn wir hier auch verraten, dass die Brood involviert sind. Die bösartige, außerirdische Rasse gilt nicht umsonst als Marvels Antwort auf die Xenomorphs und wurde nur wenige Jahre nach Ridley Scotts „Alien“ erfunden. Auch sie infizieren ihre Opfer mit einer parasitären Lebensform, die den Körper übernimmt und zur Vermehrung nutzt. Ein wenig Body-Horror darf da natürlich nicht fehlen.

Marvels Version von John Carpenter

Mindestens genauso deutlich sind die Anleihen bei John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“. Denn die Brood sind noch weiter entwickelt als ihre außerirdischen „Freunde“ aus dem „Alien“-Franchise. Sie töten ihre Opfer nicht einfach. Sie übernehmen deren Körper und kontrollieren sie, sodass niemand mehr weiß, wer noch Mensch ist und wer bereits infiziert wurde.

Genau dieses Misstrauen entwickelt sich auch innerhalb von Wolverines Team. Dort schwelen ohnehin uralte Rivalitäten und dann wird auch noch früh klar, dass Wolverine die anderen über den wahren Grund für die Mission belogen hat.

Wolverine kennt nur ein Ziel - doch können ihm die anderen noch trauen? Disney und seine verbundenen Unternehmen
Wolverine kennt nur ein Ziel - doch können ihm die anderen noch trauen?

Dass sich so nicht nur die Paranoia innerhalb der Gruppe und die Angst vor einem unsichtbaren Feind verstärkt, sondern die Forschungsstation auch in der eisigen Wildnis liegt, weckt natürlich unverkennbar Erinnerungen an Carpenters Horror-Meisterwerk. Ganz deutlich wird dies sogar in einer Szene zitiert, in welcher ein außerirdisches Raumschiff im Eis gefunden wird.

Eine Liebeserklärung an das Horror-Kino der 80er

Wenn sich dann noch offenbart, dass eine der Hauptfiguren wirklich von den Brood infiziert ist und anfängt im Stil eines Slashers zu metzeln, wird endgültig klar, wie sehr die Serienmacher sich hier vor dem Horror-Kino verbeugen. Zu den vielen Comic-Anspielungen und einer wahren Easter-Egg-Parade (allein die Szene mit den DVDs aus dem Folgentitel ist eine Schatzgrube, bei der jeder Marvel-Fan erst einmal pausieren wird) kommt hier eine Hommage an Horror-Klassiker wie auch „Predator“, auf den es ebenfalls mehrere Verweise gibt. Das ist zum Glück auch nie reiner Selbstzweck, sondern die vertrauten Sequenzen prägen die Atmosphäre der gesamten Episode.

Deadpool & Wolverine“ mag als reines Live-Action-Spektakel grafisch noch zwei bis drei Stufen expliziter sein, doch dort wird die Gewalt durch ständiges Augenzwinkern und flotte Sprüche entschärft. In „X-Men ’97“ hingegen entfaltet die kompromisslose Härte eine ganz andere Wucht mit dem Ergebnis, dass Marvel hier so brutal wie noch nie ist.

Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir es hier mit der aktuell besten Marvel-Serie zu tun haben, die neben blutiger Action eben auch emotional tief berührt. Dafür sorgt vor allem ein Fanliebling: Morph nahm im Finale der ersten Staffel die Gestalt von Wolverines großer Liebe Jean Grey an, um die eigenen romantischen Gefühle zu offenbaren. In der neuen Episode folgt der bittere Rückschlag, denn Morph muss schmerzhaft erkennen, dass Wolverine die Liebe nicht nur unerwidert lässt, sondern sie nicht einmal bemerkt hat.

Übrigens hat Marvel große Pläne für „X-Men ’97“. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Kommen 10 (!) Staffeln? Marvel hat von einer der aktuell besten Serien auf Disney+ offenbar noch lange nicht genug

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Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Björn Becher hat zwar nicht so viele Comics wie Gwenpool gelesen, kennt aber trotzdem auch obskure Marvel-Figuren und sowieso alles aus dem MCU. Zudem ist er für das berühmteste Kevin-Feige-Meme verantwortlich.
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