Fast 6 Millionen Menschen haben dieses bildgewaltige Abenteuer in den deutschen Kinos gesehen: Heute läuft das Spektakel im Free-TV!
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Für dieses fesselnde, schöne und spaßige Abenteuer wurde eine neue Technologie entwickelt: „Tarzan“ entführt sein Publikum durch einen atemberaubend toll animierten Dschungel, begleitet von einem gefühlvoll rockenden Soundtrack. Heute läuft er im TV!

Es ist der furiose Abschluss einer Filmära: 1989 läutete „Arielle, die Meerjungfrau“ die sogenannte Disney-Renaissance ein. Diese Phase, in denen die Walt Disney Animation Studios außerordentlichen Erfolg mit einer Reihe an erzählerisch und ästhetisch für sich stehenden, aber verwandten Filmen feierte, endete 1999 mit rhythmischer Percussion und einem unvergesslichen Schrei:

Das animierte Abenteuerspektakel „Tarzan“ von 1999 rundet die Disney-Renaissance ab, bevor 2000 die Disney-Trickstudios in eine wirtschaftlich unstete Phase tonaler und stilistischer Experimentierfreude schlitterten. Aber wenn die Glücksphase der Disney-Trickschmiede schon enden musste, dann gerne so mitreißend und mit solch visueller sowie klanglicher Wucht wie in „Tarzan“!

Ihr kennt das Zeichentrickspektakel, das allein in Deutschland über 5,65 Millionen Menschen in die Kinos lockte, noch nicht oder wollt eure Erinnerungen daran auffrischen? Kein Problem: „Tarzan“ läuft heute, am 18. Juli 2026, ab 22.20 Uhr im Disney Channel und ist zeitlich flexibel via Disney+ abrufbar.

Darum geht es in "Tarzan"

Nachdem seine Eltern von der Leopardin Sabor gerissen wurden, wird Tarzan von der gütigen Gorilladame Kala (Stimme im Original: Glenn Close / Stimme in der deutschen Synchro: Eva Mattes) gerettet, die kürzlich ihr Baby durch die Raubkatze verloren hat. Kalas Gatte, der sture Silberrücken Kerchak (Lance Henriksen / Joachim Höppner), hat wenig Geduld für das Menschenkind übrig, was dem Jungen auch bei anderen Gorillas einen schlechten Stand einbringt. Doch Kala zieht Tarzan unbeirrt liebevoll auf. Als junger Rabauke schließt Tarzan (Alex D. Linz / Max Felder) endlich Freundschaften:

Das ruppige Gorilla-Mädel Terk (Rosie O'Donnell / Heike Makatsch) und der neurotische Elefant Tantor (erst Taylor Dempsey bzw. Tim Schwarzmaier, später Wayne Knight bzw. Detlev Buck) stellen sich kabbelnd an Tarzans Seite. Als markant brüllender Erwachsener macht Tarzan (nun Tony Goldwyn / Jaron Löwenberg) erstmals Bekanntschaft mit anderen Menschen – und er verliebt sich prompt in die Forscherin Jane (Minnie Driver / Anke Engelke). Doch die Präsenz von ihr, ihrem Vater (Nigel Hawthorne / Osman Ragheb) und dem Jäger Clayton (Brian Blessed / Michael Brennicke) erzürnt Kerchak und intensiviert so seit Jahrzehnten brodelnde Animositäten zwischen ihm und Tarzan...

Starker Look, fesselnder Soundtrack

Die Disney-Interpretation des Protagonisten diverser Abenteuerromane von Edgar Rice Burroughs schwingt nicht einfach von Liane zu Liane, wie es das Realfilmkino rund um Tarzan zuvor etablierte. Stattdessen saust und braust der unter Gorillas aufgewachsene Mann durch die Bäume wie ein Surfer die Wellen meistert. Dem Kreativteam der Regisseure Kevin Lima („Verwünscht“) und Chris Buck („Könige der Wellen“) war es wichtig, solch ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, das ihre gezeichnete Version von den Tarzan-Varianten in Fleisch und Blut abhebt.

Es war Tarzan-Chefzeichner Glen Keane, der sich tief in die Idee des Baumsurfen reinkniete – er hatte das Ziel, diese dynamischen Pasagen nicht nur cool und selbstbewusst aussehen zu lassen, sondern in ausreichend Plausibilität fußen zu lassen. Daher ließ er sich bei der Gestaltung und Animation von Tarzans Füßen durch seine Gattin inspirieren, die mit ihren Zehen Dinge fast so gut greifen kann wie mit ihren Fingern. Keanes Gedanke: Wenn meine Frau das kann, dann darf ein gezeichneter Tarzan das erst recht!

Der atemberaubende Dschungel, durch den Tarzan braust, hat zudem einen im Disney-Trickfilmkanon einzigartigen Look. Um ihn zu erzeugen, wurde die sogenannte „Deep Canvas“ entwickelt, eine Technologie, die für eine damals bahnbrechende Verschmelzung aus Zeichentrick und Computeranimation sorgte:

Die „Deep Canvas“ lässt eine Räumlichkeit, Tiefe und ästhetische Kontinuität entstehen, die aus der 3D-Computeranimation bekannt ist. Doch weil die Oberflächen der virtuellen 360°-Sets von Künstler*innen individuell und digital bemalt werden, bewahrt „Tarzan“ die lebhafte, persönliche Qualität klassischer Disney-Hintergrundgemälde. Diese aufregende, komplexe Ästhetik intensiviert die Abenteuerstimmung dieses humorvollen Zeichentrickfilms über aufopferungsvolle Liebe, Toleranz und (Selbst-)Akzeptanz äußerst wirksam.

Abgerundet wird das triumphale Disney-Spektakel durch die von Phil Collins geschriebenen und größtenteils auch gesungenen Originallieder: Heftig treibende Drums, schwungvolle Melodien und eine grundehrliche, ironiefreie Emotionalität sorgen dafür, dass Knaller auf Knaller folgt und drücken Tarzans Sehnsüchte sowie Tatendrang packend aus. Einer der Top-Soundtracks im Disney-Kanon!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.
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